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Einen Tag nach der Vorstellung des MacBook Pro mit PROLED XDR Display legt ein Marktforscher eine Stückzahl vor: Bis zu 1,5 Millionen Geräte traut er Apple 2027 zu. Bremsen könnten der Preis und die Mini-LED-Modelle, die weiter daneben stehen. Für das Display gibt es vorerst nur einen Lieferanten.
Apple hat das MacBook Pro mit PROLED XDR Display am 28. Oktober vorgestellt, als erstes Notebook des Unternehmens mit Tandem-OLED und Touchscreen. Vorbestellt werden kann es seit dem Vorstellungstag, im Handel ist es ab dem 6. November.
Einen Tag später hat der taiwanische Marktforscher TrendForce eine Prognose zu dem Gerät veröffentlicht. Sie nennt eine Auslieferungsmenge für 2027, den einzigen Panel-Lieferanten und einen neuen Zeitrahmen für das MacBook Air mit OLED. Die Stückzahl betrifft nur die neuen Modelle mit OLED, nicht die gesamte Reihe des MacBook Pro.
Das Wichtigste in Kürze
- TrendForce schätzt die Auslieferungen des MacBook Pro mit PROLED XDR Display auf 1,2 bis 1,5 Millionen Geräte im Jahr 2027.
- Als Bremse nennt der Marktforscher den Einstiegspreis von 2.899 Dollar in den USA und die weiter verkauften Mini-LED-Modelle. In Deutschland kostet das Gerät ab 3.299 Euro.
- Die OLED-Panels kommen exklusiv von Samsung Display, aus dem ersten Abschnitt einer Fertigungslinie, den Samsung allein für Apple reserviert hat.
- Das MacBook Air mit OLED erwartet TrendForce erst 2029, frühere Berichte nannten 2028.
- Den Markt für OLED-Notebooks sieht TrendForce 2026 bei knapp 40 und 2027 bei mehr als 40 Prozent Wachstum.
Was die Schätzung sagt
TrendForce beziffert die Auslieferungen des neuen MacBook Pro für 2027 auf 1,2 bis 1,5 Millionen Geräte. Die Zahl ist eine Schätzung des Marktforschers für das erste volle Verkaufsjahr.
Gebremst werden könnte die Nachfrage nach Einschätzung von TrendForce vor allem durch zwei Dinge: den hohen Einstiegspreis und die Tatsache, dass Apple die bisherigen Modelle mit Mini-LED-Display weiter verkauft. Wer ein MacBook Pro mit M5 Pro oder M5 Max kaufen will, hat damit die Wahl zwischen beiden Displays bei gleichem Chip.
Für den gesamten Markt der OLED-Notebooks erwartet TrendForce 2026 ein Plus von knapp 40 Prozent und 2027 von mehr als 40 Prozent – obwohl der Notebook-Markt insgesamt zwei Jahre in Folge schrumpfen soll. Bislang tragen vor allem Windows-Hersteller wie Lenovo, HP und ASUS das Segment.
Ein Lieferant, eine Fertigungslinie
Die Panels für das neue MacBook Pro liefert laut TrendForce ausschließlich Samsung Display. Das deckt sich mit Berichten aus dem Sommer, wonach Samsung das OLED-Touch-Display exklusiv liefert.
Zur Fertigung nennt TrendForce weitere Einzelheiten: Samsung hat den ersten Abschnitt seiner OLED-Linie der Generation 8.6 im südkoreanischen Asan allein für Apple reserviert. Das MacBook Pro ist laut TrendForce das erste Produkt, das auf dieser Linie in Serie geht. Die Anforderungen sind hoch: Tandem-OLED mit zwei Leuchtschichten und eine Pixeldichte von 254 ppi treiben Materialkosten und Ausschuss.
Andere Panel-Hersteller durchlaufen zwar Prüfprogramme, stoßen beim MacBook Pro aber auf hohe Einstiegshürden. LG Display, BOE und TCL CSOT richten sich laut TrendForce vor allem auf das MacBook Air mit OLED aus, das der Marktforscher für 2029 erwartet. Bloomberg hatte im März noch 2028 für das erste MacBook Air mit OLED genannt.
Zwei Marktforscher, zwei Rechnungen
TrendForce ist ein etablierter Marktforscher für Display- und Halbleitermärkte. Die Zahlen sind Schätzungen des Marktforschers und keine Angaben von Apple.
Wie weit solche Schätzungen auseinanderliegen können, zeigt der Vergleich mit Counterpoint Research. Der Marktforscher hatte Anfang Oktober für OLED-Notebook-Displays ein Plus von 50 Prozent im Jahr 2026 angesetzt, für 2027 nur noch 24 Prozent. TrendForce erwartet für 2026 weniger und für 2027 mehr Wachstum.
| Prognose OLED im Notebook | 2026 | 2027 |
|---|---|---|
| TrendForce, Geräte (29. Oktober) | knapp +40 % | mehr als +40 % |
| Counterpoint, Displays (8. Oktober) | +50 % | +24 % |
Beide messen nicht genau dasselbe: TrendForce spricht von ausgelieferten OLED-Notebooks, Counterpoint von ausgelieferten OLED-Displays für Notebooks. Einig sind sich beide darin, dass Apples Einstieg das Segment antreibt.
Gleicher Chip, 400 Euro Abstand
Den Einstiegspreis von 2.899 Dollar nennt TrendForce als Bremse für die Nachfrage. In Deutschland und Österreich kostet das 14-Zoll-Modell mit PROLED XDR Display ab 3.299 Euro, in der Schweiz ab 2.799 Franken. Das 14-Zoll-MacBook-Pro mit M5 Pro und Mini-LED-Display bleibt ab 2.899 Euro im Sortiment.
Ich halte genau dieses Nebeneinander für den entscheidenden Punkt der Schätzung. Wer ein MacBook Pro mit M5 Pro sucht, bekommt denselben Chip mit Mini-LED-Display für 2.899 Euro und mit PROLED XDR Display für 3.299 Euro – was der Aufpreis außer Display und Touch noch bringt, zeigt der Vergleich von PROLED XDR und Mini-LED beim MacBook Pro. Dass OLED-Prognosen bei Apple danebenliegen können, hat das iPad Pro gezeigt: Dort blieben die Panel-Auslieferungen im ersten Quartal 2026 laut Omdia 37 Prozent unter Plan.
Wie realistisch die 1,5 Millionen sind, hängt damit stark daran, wie viele Käufer den Aufpreis für OLED und Touch zahlen, wenn derselbe Chip auch mit Mini-LED zu haben ist. Würdest du für das MacBook Pro mit OLED und Touch die 400 Euro mehr ausgeben oder beim Mini-LED-Modell bleiben? Schreib uns in den Kommentaren, wofür du dich entscheiden würdest.





