Apple gerät in Europa erneut unter Druck. Der Konzern erhebt schwere Vorwürfe gegen die Europäische Kommission und spricht von gezielten politischen Verzögerungstaktiken im Zusammenhang mit Änderungen am App Store. Auslöser ist die geplante Einstellung des alternativen iOS-App-Marktplatzes Setapp Mobile in der EU. Der Vorgang zeigt, wie angespannt das Verhältnis zwischen Apple, europäischen Aufsichtsbehörden und App-Entwicklern inzwischen ist.
Seit dem Inkrafttreten des Digital Markets Act steht Apple in Europa unter besonderer Beobachtung. Ziel der neuen Regeln ist es, mehr Wettbewerb im digitalen Markt zu schaffen und großen Plattformbetreibern strengere Vorgaben zu machen. Apple betont seit Monaten, die Anforderungen erfüllen zu wollen, sieht sich jedoch durch das Verhalten der Europäischen Kommission ausgebremst. Die aktuelle Auseinandersetzung rund um Setapp Mobile verdeutlicht diese Konfliktlinie.
Apple kritisiert die Europäische Kommission scharf
Apple wirft der Europäische Kommission vor, Änderungen am App Store bewusst zu blockieren. Nach Angaben des Unternehmens habe Apple bereits im Oktober einen offiziellen Plan eingereicht, um die geforderten Anpassungen umzusetzen. Bis heute habe es darauf jedoch keine Antwort gegeben.
Statt konstruktiv an einer Lösung zu arbeiten, setze die Kommission laut Apple auf politische Verzögerungstaktiken. Diese würden dazu dienen, die öffentliche Wahrnehmung zu beeinflussen, Zielvorgaben zu verschieben und Apple als amerikanisches Unternehmen mit langwierigen Untersuchungen sowie hohen Geldstrafen zu belasten. Diese Aussagen machte Apple gegenüber Bloomberg.
Setapp Mobile stellt Betrieb in der EU ein
Im Zentrum der Debatte steht die Entscheidung des Softwareunternehmens MacPaw, den alternativen iOS-App-Marktplatz Setapp Mobile in der EU zu schließen. Die Einstellung ist für den 16. Februar 2026 geplant.
MacPaw begründet diesen Schritt mit komplexen Geschäftsbedingungen, die nicht zum aktuellen Geschäftsmodell von Setapp passen. Konkrete Details nannte das Unternehmen nicht. Klar ist jedoch, dass die wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen in der EU eine zentrale Rolle spielen.
Komplexe Gebühren und neue Regeln für App-Marktplätze
Apple erlaubt alternative App-Marktplätze in der EU ausschließlich aufgrund des Digital Markets Act. Die Umsetzung dieser Vorgaben geht mit einer komplexen Gebührenstruktur einher. Diese betrifft sowohl Betreiber alternativer Marktplätze als auch Entwickler, die ihre Apps über solche Plattformen vertreiben möchten.
Gerade diese Komplexität wird zunehmend kritisiert. Laut Berichten bereitet sich die Europäische Kommission darauf vor, Apple für die Einstellung von Setapp Mobile in der EU verantwortlich zu machen. Demnach habe Apple keine ausreichenden Änderungen vorgenommen, um grundlegende Probleme seiner Geschäftsbedingungen zu lösen, insbesondere deren Unübersichtlichkeit.
Apple weist Verantwortung zurück
Apple widerspricht dieser Darstellung entschieden. Der Konzern erklärt, dass die eigenen EU-Geschäftsbedingungen nicht wie erwartet vereinfacht wurden, weil die Europäische Kommission sich geweigert habe, die vorgeschlagenen Änderungen zu genehmigen. Aus Sicht von Apple liege die Verantwortung für die aktuelle Situation daher nicht beim Unternehmen selbst, sondern bei den regulatorischen Blockaden.
Zusätzlich stellt Apple klar, dass es in Europa kaum Nachfrage nach alternativen App-Marktplätzen gebe. Die Schließung von Setapp Mobile sei nicht auf mangelndes Interesse der Nutzer oder Entwickler zurückzuführen, sondern auf die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unter den geltenden Regeln.
Apple sieht sich durch EU-Regulierung ausgebremst
Der Streit zwischen Apple und der Europäischen Kommission zeigt, wie schwierig die praktische Umsetzung des Digital Markets Act ist. Während die EU mehr Wettbewerb und Transparenz im App-Markt durchsetzen will, sieht Apple sich durch politische Verzögerungen und ungeklärte Zuständigkeiten ausgebremst. Die geplante Einstellung von Setapp Mobile in der EU könnte zum Sinnbild dieser festgefahrenen Situation werden. Ohne klare Entscheidungen und umsetzbare Vorgaben dürfte der Konflikt weiter eskalieren und langfristige Folgen für Apple, Entwickler und den europäischen App-Markt haben. (Bild: Shutterstock / artjazz)
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