Apple muss seine Lieferkette erneut anpassen. Probleme bei der OLED-Produktion des chinesischen Displayherstellers BOE führen dazu, dass Millionen von iPhone-Panel-Bestellungen an Samsung Display verlagert werden. Der Fall zeigt erneut, wie sensibel Apples Hardware-Strategie auf Qualitätsprobleme bei Zulieferern reagiert und wie wichtig verlässliche Displaypartner für das iPhone-Geschäft sind.
Apple setzt seit Jahren auf mehrere Displayzulieferer, um Abhängigkeiten zu reduzieren und Produktionsrisiken abzufedern. BOE galt dabei lange als wichtiger Partner, vor allem für günstigere iPhone-Modelle und ältere Displaytechnologien. Die aktuellen Schwierigkeiten kommen daher für viele in der Branche überraschend, zumal BOE in der Vergangenheit bereits bewiesen hatte, Apples Anforderungen erfüllen zu können. Ein Bericht des Branchenmediums The Elec liefert nun neue Details zur Situation.
Anhaltende Produktionsprobleme bei BOE
Mehrere Branchenquellen berichten, dass BOE Produktionsprobleme aus dem November und Dezember des Vorjahres bis heute nicht vollständig gelöst hat. Ursache sind Schwierigkeiten in einem bestimmten Fertigungsprozess, die das Unternehmen zeitweise dazu gezwungen haben, die Produktion einzelner OLED-Panel-Varianten komplett einzustellen. Diese Probleme wirken sich direkt auf Apples iPhone-Produktion aus, da die betroffenen Panels nicht die geforderten Qualitätsstandards erfüllen.
Betroffene iPhone-Modelle und Displaytypen
In der zweiten Hälfte des Jahres 2025 lieferte BOE OLED-Panels für eine ganze Reihe von Apple-Geräten. Dazu zählen das iPhone 13, iPhone 14, iPhone 15, iPhone 16 und iPhone 17 sowie das günstigere iPhone 16e und dessen geplanter Nachfolger, das iPhone 17e. Besonders stark betroffen von den Qualitätsproblemen sind laut Bericht jedoch die Panels für das iPhone 15, 16 und 17.
Auffällig ist, dass BOE zuvor über einen längeren Zeitraum hinweg zuverlässig LTPS-OLED-Panels für das iPhone 15 und 16 geliefert hatte. Die LTPO-OLED-Panels des iPhone 17 gelten zwar als technisch komplexer, doch bei den älteren Modellen hätte es nach Einschätzung von Brancheninsidern keine vergleichbaren Schwierigkeiten geben dürfen. Eine Quelle aus der Industrie erklärte, dass BOE diese Modelle stabil beliefert habe und die aktuelle Situation daher für viele Beobachter schwer nachvollziehbar sei.
Fokus auf das iPhone 17e
BOE richtet seine Aufmerksamkeit nun verstärkt auf das iPhone 17e, das voraussichtlich im Frühjahr erscheinen wird. Für dieses Modell besitzt das Unternehmen die größte Panel-Zuteilung unter allen Apple-Zulieferern. Ziel ist es, zumindest hier eine stabile und qualitativ ausreichende Lieferung sicherzustellen, um die Geschäftsbeziehung mit Apple nicht weiter zu belasten.
Samsung Display übernimmt Millionen Bestellungen
Während BOE mit den Produktionsproblemen kämpft, hat Samsung Display in den vergangenen zwei Monaten Millionen von umgeleiteten OLED-Bestellungen übernommen. Für Apple ist dies ein wichtiger Schritt, um Lieferengpässe zu vermeiden. BOE hatte im Jahr 2024 rund 40 Millionen iPhone-OLED-Panels ausgeliefert, doch aufgrund der gemeldeten Produktionsrückgänge dürfte diese Zahl im letzten Jahr deutlich unterschritten worden sein.
Belastetes Verhältnis zwischen BOE und Samsung
Die aktuellen Produktionsprobleme treffen auf ein ohnehin angespanntes Verhältnis zwischen BOE und Samsung Display. Samsung hatte dem chinesischen Konkurrenten vorgeworfen, Geschäftsgeheimnisse gestohlen und AMOLED-Patente verletzt zu haben. In der Folge leitete die International Trade Commission Untersuchungen ein und verhängte vorläufige Importverbote gegen BOE in den USA.
Die ITC stellte zunächst eine Veruntreuung von Geschäftsgeheimnissen fest und empfahl Importbeschränkungen für fast 15 Jahre. Ende 2025 kam es jedoch zu einer Einigung zwischen den Unternehmen. BOE zahlte Berichten zufolge Lizenzgebühren an Samsung, womit der Rechtsstreit beigelegt wurde.
Qualität und Liefersicherheit als zentrale Faktoren für Apple
Für Apple steht bei der Verlagerung der OLED-Bestellungen vor allem die Sicherung von Qualität und Lieferfähigkeit im Vordergrund. Die Probleme bei BOE machen deutlich, wie hoch die technischen Anforderungen an moderne iPhone-Displays sind und wie schnell Produktionsschwierigkeiten große Auswirkungen haben können. Gleichzeitig unterstreicht der Vorgang die starke Position von Samsung Display im globalen OLED-Markt. Apple bleibt damit weiterhin auf eine sorgfältig austarierte Zulieferstrategie angewiesen, um zukünftige iPhone-Generationen zuverlässig auf den Markt zu bringen. (Bild: Shutterstock / RYO Alexandre)
- Apple und Tracking: Frankreichs Urteil mit Signalwirkung
- iPad Pro & Air: Apple liefert neue Firmware für Magic Keyboard
- Apple droht Patentklage wegen Eye Contact Funktion
- Apple droht langwieriger Streit um Sturzerkennung
- iPhone 17 Pro: Tests entkräften Sorge um Verfärbung
- Apple setzte sich 2025 in China gegen Markttrend klar durch
- Firehound analysiert App-Store-Apps mit schweren Datenlecks
- WhatsApp Web: Sprach- & Video-Gruppenanrufe kommen
- Threads gewinnt mobile Nutzer und lässt X hinter sich
- OpenAI bereitet ersten Hardware-Start für 2026 gezielt vor
- Neues MacBook Pro Update in Sicht? Lieferzeiten als Hinweis
- Apple: Lisa Jackson geht nach 13 Jahren in den Ruhestand
- Apple Music zeigt Trailer zur Super Bowl LX Halftime Show
- Apple eröffnet neuen Sainte-Catherine Store in Montreal
- ChatGPT führt günstiges Abo ein und testet Werbung
- Apple ignoriert Fristen und verärgert Indiens Behörden
- Korea lehnt Antrag von Elon Musk im Streit gegen Apple ab
- Gemini Personal Intelligence gibt Einblick in die Zukunft von Siri
- Apple Display entdeckt: Neues Modell taucht in Datenbank auf
- Apple baut Siri um und geht Milliarden-Deal mit Google ein
- Prognosen und Erwartungen zu Apples Ergebnissen Q1 2026
- Abonnements als Wachstumsmotor der globalen App-Wirtschaft
- Apple Card: Die Gründe für das Ende mit Goldman Sachs
- Apple Manzano zeigt Fortschritte bei multimodaler Bild-KI
- Final Cut Pro: Neue Funktionen auch ohne Apple Creator Studio?



