Die Apple Watch wird zunehmend als medizinisches Hilfsmittel wahrgenommen und nicht mehr nur als Smartwatch für Fitness und Alltag. Eine neue, fachlich geprüfte Studie zeigt nun detailliert, wie zuverlässig die Apple Watch Vorhofflimmern erkennen kann. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die kontinuierliche Herzüberwachung mit einer Smartwatch deutlich mehr Fälle entdeckt als klassische medizinische Kontrollmethoden – auch bei Personen ohne Beschwerden.
Seit Apple im Jahr 2018 mit der Einführung der EKG-App und der Mitteilung bei unregelmäßigem Herzrhythmus in der Apple Watch Series 4 neue Gesundheitsfunktionen integriert hat, ist das Thema Herzgesundheit fest mit der Apple Watch verbunden. Immer wieder wurden Einzelfälle bekannt, in denen das Wearable frühzeitig auf Herzprobleme hingewiesen hat. Die nun veröffentlichte Studie liefert erstmals belastbare Zahlen aus dem Alltag und zeigt systematisch, welchen Beitrag die Apple Watch bei der Erkennung von Vorhofflimmern leisten kann.
Hintergrund: Vorhofflimmern und seine Risiken
Vorhofflimmern gehört zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen. Es tritt oft nur zeitweise auf und verursacht nicht immer spürbare Symptome. Genau das macht die Erkrankung so gefährlich. Unentdeckt erhöht Vorhofflimmern das Risiko für Schlaganfälle erheblich. Klassische Untersuchungen erfassen den Herzrhythmus meist nur kurzfristig, wodurch viele Episoden unbemerkt bleiben.
Aufbau und Ablauf der Studie
Die Studie wurde vom Amsterdam UMC durchgeführt und erstreckte sich über einen Zeitraum von sechs Monaten. Insgesamt nahmen 437 Personen teil. Alle Teilnehmenden waren über 65 Jahre alt und wiesen ein erhöhtes Schlaganfallrisiko auf. Die Gruppe wurde in zwei Teile aufgeteilt:
- 219 Personen erhielten eine Apple Watch und trugen sie im Durchschnitt rund zwölf Stunden täglich.
- 218 Personen wurden mit der üblichen medizinischen Standardversorgung betreut, ohne Einsatz einer Smartwatch.
Die Apple Watch nutzte dabei sowohl die optische Pulsmessung (PPG) als auch die integrierte EKG-Funktion zur Erkennung von Unregelmäßigkeiten im Herzrhythmus.
Ergebnisse nach sechs Monaten
Nach Abschluss der sechs Monate zeigten sich klare Unterschiede zwischen den beiden Gruppen:
- In der Apple-Watch-Gruppe wurden 21 Personen mit Vorhofflimmern diagnostiziert.
- 57 Prozent dieser diagnostizierten Personen hatten keinerlei Symptome.
- In der Standardversorgungsgruppe wurden lediglich 5 Personen diagnostiziert.
- Alle Betroffenen dieser Gruppe hatten bereits spürbare Symptome.
Die Daten zeigen deutlich, dass die Apple Watch vor allem jene Fälle erkennt, die sonst unentdeckt geblieben wären. Gerade asymptomatisches Vorhofflimmern wird durch die kontinuierliche Überwachung sichtbar, während es bei herkömmlichen Kontrollen häufig übersehen wird.
Bedeutung der kontinuierlichen Überwachung
Ein zentraler Vorteil der Apple Watch liegt in der dauerhaften Erfassung von Herzrhythmusdaten im Alltag. Vorhofflimmern tritt oft unregelmäßig auf und kann innerhalb kurzer Zeit wieder verschwinden. Kurzzeitmessungen beim Arzt oder im Krankenhaus erfassen solche Episoden häufig nicht. Die Apple Watch schließt diese Lücke, indem sie den Herzrhythmus über viele Stunden hinweg überwacht und bei Auffälligkeiten Hinweise liefert.
Einschätzung aus kardiologischer Sicht
Der Kardiologe Michiel Winter vom Amsterdam UMC ordnet die Ergebnisse folgendermaßen ein:
Smartwatches mit PPG- und EKG-Funktionen helfen Ärzten dabei, Leute zu diagnostizieren, die nichts von ihrer Herzrhythmusstörung wissen, und beschleunigen so den Diagnoseprozess. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Schlaganfallrisiko gesenkt werden könnte, was sowohl den Patienten als auch dem Gesundheitssystem durch geringere Kosten zugute käme. Diese Kosteneinsparungen würden die Anschaffungskosten des Geräts ausgleichen.
Veröffentlichung der Studienergebnisse
Die vollständige Studie wurde in den JACC Journals veröffentlicht. Dort sind alle Details zur Methodik, Datenauswertung und medizinischen Einordnung nachzulesen.
Apple Watch erkennt Vorhofflimmern früher und häufiger
Die Studie zeigt, dass die Apple Watch Vorhofflimmern deutlich häufiger erkennt als die herkömmliche medizinische Standardversorgung. Besonders relevant ist die hohe Zahl an Diagnosen bei Personen ohne Symptome. Die kontinuierliche Herzüberwachung erweist sich damit als entscheidender Faktor für eine frühere Erkennung und mögliche Prävention von Schlaganfällen. Die Apple Watch entwickelt sich dadurch zunehmend zu einem ernstzunehmenden Werkzeug im Bereich der Herzgesundheit und der präventiven Medizin. (Bild: Shutterstock / rawf8)
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