Der Wettlauf um die besten Köpfe im Bereich künstliche Intelligenz geht in die nächste Runde. Meta hat erneut einen hochrangigen Mitarbeiter von Apple abgeworben. Diesmal betrifft es Ke Yang, der erst vor wenigen Wochen zum Leiter von Apples neuem KI-Suchprojekt ernannt worden war. Der Wechsel ist ein weiterer Rückschlag für Apple, das in den letzten Monaten immer mehr erfahrene Fachkräfte an Konkurrenten wie Meta, OpenAI und Anthropic verliert.
Apples Abgänge im Bereich Künstliche Intelligenz häufen sich. Besonders betroffen ist das Team, das an den Grundlagen für die nächste Generation von Siri arbeitet. Intern wächst die Unruhe, weil mehrere wichtige Führungskräfte das Unternehmen verlassen haben. Dass nun auch Ke Yang, der zuletzt das Projekt zur Entwicklung einer ChatGPT-ähnlichen Suchfunktion leitete, zu Meta wechselt, verdeutlicht, wie sehr Apple derzeit um Stabilität in seiner KI-Abteilung ringt.
Apples Brain Drain nimmt Fahrt auf
In den letzten Monaten hat Apple gleich mehrere zentrale Personen aus seiner KI-Sparte verloren. Dazu zählen Jian Zhang, der als leitender KI-Forscher für Robotik tätig war, Ruoming Pang, der das Team für Grundlagenmodelle leitete, und Frank Chu, der die Arbeit an Apples KI-Systemen in den Bereichen Cloud-Infrastruktur, Training und Suche beaufsichtigte. Alle drei sind inzwischen zu Meta gewechselt, das in Silicon Valley gezielt nach Fachleuten sucht, um seine KI-Projekte voranzutreiben.
Der Abgang dieser Mitarbeiter ist für Apple besonders heikel, da sie an strategisch wichtigen Projekten beteiligt waren. Meta hingegen profitiert von der Erfahrung der ehemaligen Apple-Experten und baut damit seine eigene Position im KI-Wettbewerb weiter aus.
Ke Yangs Wechsel zu Meta
Wie Bloomberg berichtet, wird auch Ke Yang zu Meta wechseln. Dabei war Yang erst kürzlich zum Leiter eines neuen Apple-Teams namens Answers, Knowledge and Information (AKI) ernannt worden. Die Gruppe beschäftigt sich mit der Entwicklung von Funktionen, die Siri ermöglichen sollen, Informationen direkt aus dem Internet abzurufen – also ähnlich wie ChatGPT zu funktionieren.
Das AKI-Team wurde Anfang dieses Jahres gegründet, um interne KI-Dienste zu erforschen und eine neue, dialogbasierte Sucherfahrung für Apple-Produkte zu schaffen. Nach einer internen Umstrukturierung, bei der Robby Walker das Unternehmen verließ, übernahm Yang die Gesamtleitung der Gruppe. Zuvor war er nur für den Bereich „Answers“ verantwortlich. Walker hatte zuvor die Überarbeitung von Siri geleitet, die sich in der Vergangenheit immer wieder als schwierig erwiesen hatte. Nach seinem Weggang wurde Yang mit der Leitung des gesamten Projekts betraut – bis er sich nun für einen Wechsel zu Meta entschied.
Unklarheit über Apples nächste Schritte
Mit Yangs Abgang ist offen, wer die Führung des AKI-Teams übernehmen wird. Yang berichtete direkt an John Giannandrea, Apples Senior Vice President für Künstliche Intelligenz. Berichten zufolge plant Apple, auch diese Führungsposition neu zu besetzen, da Giannandreas Einfluss in den vergangenen Monaten deutlich zurückgegangen ist.
Seine Rolle in Apples KI-Strategie wurde bereits im letzten Jahr geschwächt, nachdem es mehrfach zu Verzögerungen bei der Einführung der sogenannten Apple Intelligence-Funktionen kam. Dazu gehört auch die neue Siri-Version, deren Veröffentlichung ursprünglich für März 2025 vorgesehen war.
Meta profitiert von Apples Unsicherheit
Meta nutzt die aktuelle Lage bei Apple gezielt aus. Das Unternehmen hat in den letzten Monaten zahlreiche erfahrene KI-Spezialisten eingestellt, die zuvor bei Apple gearbeitet haben. Der Konzern verfolgt eine klare Strategie: den Ausbau seiner generativen KI-Technologien, um in direkter Konkurrenz zu OpenAI, Anthropic und eben auch Apple zu stehen.
Während Apple mit internen Umstrukturierungen, Führungswechseln und unklaren Zeitplänen beschäftigt ist, baut Meta systematisch seine KI-Kompetenzen aus. Die Abwerbung von Ke Yang ist dabei kein Zufall, sondern Teil einer langfristig angelegten Personalstrategie, um die eigene Position in der KI-Forschung und -Entwicklung zu stärken.
Apple kämpft mit Führungsproblemen und Rückschlägen
Der Wechsel von Ke Yang zu Meta ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass Apple im Bereich Künstliche Intelligenz an Boden verliert. Das Unternehmen hat in den letzten Monaten mehrere Schlüsselfiguren verloren und kämpft mit Verzögerungen bei wichtigen Projekten.
Die Führungsschwäche rund um John Giannandrea und die unklare Zukunft des AKI-Teams zeigen, dass Apple derzeit mit strukturellen Problemen zu tun hat. Während Meta entschlossen in neue KI-Initiativen investiert und erfahrene Fachleute anzieht, muss Apple erst wieder beweisen, dass es in der Lage ist, in diesem schnell wachsenden Technologiefeld mitzuhalten.
Ob Apple den Rückstand aufholen kann, hängt davon ab, wie schnell das Unternehmen seine internen Projekte stabilisiert und eine klare strategische Richtung findet. Der aktuelle Abgang von Ke Yang ist jedenfalls ein Warnsignal – sowohl für Apple selbst als auch für die Wahrnehmung seiner Innovationskraft in der KI-Welt. (Bild: Shutterstock / Poetra.RH)
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