Während die weltweite Smartphone-Fertigung im zweiten Quartal um acht Prozent zurückging, hat Apple die Produktion deutlich hochgefahren. Das reicht für Platz zwei hinter Samsung. Die Marktforscher heben ihre Jahresprognose an – warnen aber ausdrücklich davor, das für eine Erholung zu halten.
Die Zahlen stammen aus der Produktionserhebung von TrendForce zum zweiten Quartal 2026, veröffentlicht am 8. September. Weltweit liefen demnach 275 Millionen Smartphones vom Band, acht Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Apple kam auf rund 52 Millionen iPhones und legte damit um etwa 14 Prozent zu.
Der Hintergrund ist derselbe, der die Branche seit Monaten beschäftigt: Die Speicherpreise steigen, und die Hersteller reagieren unterschiedlich darauf. Dass sich der Markt dadurch in zwei Lager teilt, zeichnete sich schon im Bericht zum US-Absatz des gleichen Quartals ab.
Das Wichtigste in Kürze
- Apple produzierte im zweiten Quartal 2026 rund 52 Millionen iPhones, etwa 14 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.
- Die weltweite Smartphone-Produktion sank auf 275 Millionen Einheiten, ein Minus von acht Prozent.
- Nur Apple und Samsung legten unter den sechs größten Herstellern zu.
- Die Jahresprognose steigt von 1,05 auf 1,07 Milliarden Einheiten – der Rückgang fällt damit auf 14 statt 16 Prozent aus.
- Als Treiber für Apple nennen die Marktforscher die Preisgestaltung der iPhone-17-Reihe und halten eine Verteuerung der iPhone-18-Reihe für unvermeidlich.
Nur zwei Hersteller wachsen
Samsung führt die Rangliste mit 62 Millionen produzierten Geräten an, ein Plus von rund sieben Prozent. Geholfen hat der spätere Start der neuen Spitzenmodelle, dazu die stärkere Auslagerung von Einsteiger- und Mittelklassegeräten an Auftragsfertiger.
| Hersteller | Produktion Q2 2026 | Anteil an 275 Mio. |
|---|---|---|
| Samsung | 62 Mio. | 22,5 % |
| Apple | 52 Mio. | 18,9 % |
| Oppo | 30 Mio. | 10,9 % |
| Xiaomi | 29 Mio. | 10,5 % |
| vivo | 21 Mio. | 7,6 % |
| Transsion | 20 Mio. | 7,3 % |
Die Anteile ergeben sich aus den genannten Stückzahlen. Zwischen Samsung und Apple liegen zehn Millionen Einheiten, also 3,6 Prozentpunkte. Auf die sechs größten Hersteller entfallen zusammen 214 der 275 Millionen Geräte.
Oppo, Xiaomi und vivo haben ihre Strategie umgestellt: Statt weiter um Marktanteile zu kämpfen, geht es ums Halten der Position und um die Marge. Am härtesten trifft es Transsion mit einem Minus von rund 27 Prozent – der Hersteller lebt fast ausschließlich von günstigen Geräten und hatte weniger billig eingekauften Speicher auf Lager als die Konkurrenz.
Warum die bessere Zahl keine Erholung ist
Die angehobene Jahresprognose klingt nach Entspannung, ist aber keine. TrendForce nennt zwei Ursachen, und beide sind vorübergehend: Ein Teil der Kunden hat den Kauf vorgezogen, aus Sorge vor weiter steigenden Preisen im kommenden Jahr. Und mehrere Hersteller hatten ihre Produktionspläne zuvor zu stark zusammengestrichen und fahren sie jetzt wieder hoch.
Der Rückgang für das Gesamtjahr fällt damit auf 14 statt 16 Prozent aus – ein Minus bleibt es trotzdem. Für 2027 rechnen die Marktforscher mit wachsendem Druck, weil der Vorzieheffekt dann ausläuft und die Vertragspreise für Speicher weiter steigen.
Produktion ist nicht Absatz
Ein Punkt, der beim Vergleich mit früheren Zahlen leicht durcheinandergerät: Diese Erhebung zählt gefertigte Geräte, nicht verkaufte. Im Frühjahr stand Apple bei den Absatzzahlen erstmals an der Spitze eines ersten Quartals, damals mit 21 Prozent Anteil. Das steht nicht im Widerspruch zu den 18,9 Prozent der Fertigung.
Beide Größen laufen zeitversetzt auseinander, weil Geräte produziert werden, bevor sie im Regal stehen. Wer sie gegeneinanderstellt, vergleicht Fertigungsplanung mit Kaufentscheidungen. Dass Apples Preisstrategie in beiden Messgrößen Wirkung zeigt, ist der eigentliche Befund.
Was am Mittwochabend auf dem Spiel steht
Der interessanteste Satz der Erhebung betrifft nicht das vergangene Quartal, sondern das kommende: Eine Verteuerung der iPhone-18-Reihe halten die Marktforscher für unvermeidlich, und deren Wirkung auf die Nachfrage sei der entscheidende Faktor. Damit steht ihre Erwartung gegen das, was die gesammelten Berichte zur iPhone-18-Pro-Reihe über Monate nahegelegt haben – dort ging es mehrheitlich um stabile Preise.
Wir rechnen damit, dass sich die Frage nicht am Einstiegspreis entscheidet, sondern an den Aufpreisen für mehr Speicher. Genau dort schlagen die gestiegenen Kosten am unmittelbarsten durch, und genau dort hat Apple in den vergangenen Generationen am ehesten nachjustiert. Belastbar ist das erst am Mittwoch: Die Keynote beginnt am 9. September um 19:00 Uhr MESZ, und bis dahin ist jede Preisangabe eine Erwartung, keine Tatsache.
Rechnest du damit, dass die neue Reihe hierzulande teurer wird – oder hältst du die Warnungen für übertrieben, solange Apple am Einstiegspreis festhält? Schreib uns vor der Keynote in die Kommentare, mit welcher Zahl du rechnest.



