Wie viel Bildschirm ist gut für ein Kind, und wie setzt man das am iPhone um? Apple hat dafür gemeinsam mit dem US-Kinderärzteverband einen Leitfaden veröffentlicht. Für Familien im deutschsprachigen Raum hat er zwei Haken: die Sprache und die Maßstäbe.
Mit iOS 27 hat Apple die Kindersicherung ausgebaut, die neuen Funktionen hatte Apple im Juni angekündigt. Jetzt folgt eine Anleitung, wie Eltern sie sinnvoll einsetzen. Entwickelt hat Apple sie mit der American Academy of Pediatrics (AAP), dem Berufsverband der Kinderärzte in den USA.
Bekannt gegeben hat Apple den Leitfaden in einer Mitteilung im Newsroom. Er heißt „Building Healthy Digital Habits: A Guide for Families“ und ist als Anleitung auf Apples Support-Seiten abrufbar.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Leitfaden verbindet die Empfehlungen der AAP mit den Kindersicherungsfunktionen von iOS 27.
- Er führt in sechs Schritten vom ersten Gespräch über den Kinderaccount bis zu Zeitplänen und Kontaktverwaltung.
- Die Anleitung liegt auf Englisch vor, auch die deutsche Mitteilung verweist auf diese Fassung.
- Für die neuen Funktionen müssen alle Geräte der Familienfreigabe auf Version 27 laufen.
Sechs Schritte vom Gespräch bis zur Einstellung
Der Leitfaden beginnt nicht mit einem Menü, sondern mit einem Gespräch. Eltern sollen das Thema ansprechen, bevor sie etwas einstellen, damit sich Kinder in die Planung einbezogen fühlen. Erst danach geht es an die Technik.
Schritt zwei ist der Kinderaccount in der Familienfreigabe. Er aktiviert altersgerechte Schutzmaßnahmen und trennt die Daten des Kindes von denen der Eltern. Angelegt wird er als Apple Account für Kinder in der Familienfreigabe.
Es folgen Sicherheitseinstellungen für Apps und Websites mit Kaufanfrage und Surfanfrage, damit Familien neue Angebote gemeinsam prüfen. Schritt vier ist ein Zeitplan über Nutzungszeiten und Zeitpläne in der Bildschirmzeit mit Übersicht, Limits und Auszeiten.
Schritt fünf regelt, mit wem ein Kind in Telefon, FaceTime und Nachrichten kommunizieren darf. Die Kommunikationssicherheit ist für alle Nutzer unter 18 Jahren standardmäßig aktiv und soll verhindern, dass Kinder sensible Inhalte sehen oder verschicken. Der letzte Schritt empfiehlt, den Plan mit dem Alter des Kindes regelmäßig anzupassen.
Was die Voraussetzung in der Praxis bedeutet
Die neuen Funktionen stecken im Update für Bildschirmzeit in iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27. Laut Apple müssen dafür alle Geräte in einer Familienfreigabe-Gruppe auf Version 27 aktualisiert sein – iPhone, iPad, Mac, Apple Watch und Vision Pro gleichermaßen.
Die Bedingung gilt für die ganze Familie, nicht nur für das Gerät des Kindes. Läuft ein einziges Gerät in der Gruppe noch mit einer älteren Version, greifen die neuen Funktionen nicht. Einige Funktionen sind laut Apple zudem nicht in allen Regionen, Sprachen oder auf allen Modellen verfügbar.
Die Maßstäbe kommen aus den USA
Die Empfehlungen im Leitfaden stammen von der AAP und damit aus dem US-Gesundheitssystem. Hierzulande gibt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), früher Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, eigene Empfehlungen zur Bildschirmzeit nach Altersgruppen heraus:
| Alter | Empfehlung des BIÖG |
|---|---|
| unter 3 Jahren | am besten gar keine Bildschirmmedien |
| 3 bis 6 Jahre | höchstens 30 Minuten an einzelnen Tagen, begleitet |
| 6 bis 9 Jahre | höchstens 30 bis 45 Minuten an einzelnen Tagen |
| 9 bis 12 Jahre | höchstens 45 bis 60 Minuten täglich |
Für das erste eigene Smartphone nennt das BIÖG frühestens ein Alter von 9 Jahren, besser erst 12 Jahre, und dann mit eingeschränktem Internetzugang. Die Minutenwerte lassen sich direkt als Nutzungszeiten in der Bildschirmzeit hinterlegen – die Werkzeuge aus Apples Leitfaden funktionieren unabhängig davon, welchen Empfehlungen eine Familie folgt.
Ein Leitfaden mit Lücke für den deutschsprachigen Raum
Ich halte die Reihenfolge des Leitfadens für seinen eigentlichen Wert: erst reden, dann einstellen. Apple begründet das in der Anleitung damit, dass Kindersicherungen besser wirken, wenn Kinder wissen, warum es sie gibt.
Für Familien im deutschsprachigen Raum ist sie in der vorliegenden Form aber nur eingeschränkt nutzbar. Sie ist auf Englisch geschrieben, und ihre Maßstäbe stammen aus den USA. Die sinnvolle Kombination ist Apples Aufbau mit den Minutenwerten des BIÖG. Größer ist die praktische Hürde bei der Technik: Ein älteres Gerät in der Familie, das nicht auf Version 27 kommt, bremst alle anderen aus.
Apples Kinderschutz wird zum Gesamtpaket
Mit dem Leitfaden verbindet Apple die Einstellungen in iOS 27 mit einer ärztlichen Empfehlung. Die Technik kam im September, die Anleitung dazu folgt jetzt.
Wie regelt ihr die Bildschirmzeit zu Hause – mit festen Minutenwerten in der Bildschirmzeit oder mit Absprachen ohne technische Sperre? Erzähl uns in den Kommentaren, was bei euch funktioniert.





