Der erste Tag unter neuer Führung bringt zwei Personalien, die Apple nicht angekündigt hat. Der frühere Finanzchef hat seinen letzten operativen Bereich abgegeben, der Verantwortliche für Zukäufe fehlt auf der Führungsseite – und beides deutet auf einen Führungsstil hin, der sich vom bisherigen unterscheidet.
Während John Ternus seinen ersten Tag als CEO mit einer Nachricht an die Belegschaft begann, liefen im Hintergrund zwei weitere Verschiebungen. Beide stammen aus einem Bericht von Bloomberg, der sich auf Personen mit Kenntnis der Vorgänge stützt; die Angaben zu Apples internen Umbauten aus dieser Quelle haben sich in den vergangenen Jahren wiederholt bestätigt, eine Stellungnahme des Unternehmens liegt nicht vor.
Das Wichtigste in Kürze
- Luca Maestri hat die Leitung der Corporate Services abgegeben, seine Aufgaben übernimmt Finanzchef Kevan Parekh.
- Maestri steht weiter auf der Gehaltsliste, seine einzige verbliebene Aufgabe ist ein Kurs an der Apple University.
- Adrian Perica, seit Jahren für Zukäufe zuständig, taucht auf der aktualisierten Führungsseite nicht mehr auf.
- Laura Legros, im August aus dem Ruhestand zurückgeholt, soll eine Art Stabschefin für Ternus werden.
- Dem Bericht zufolge dürfte Ternus abweichend von seinem Vorgänger darauf verzichten, ausscheidende Manager in kleineren Rollen zu halten.
Maestri gibt den letzten operativen Bereich ab
Luca Maestri war bis Januar 2025 Finanzchef und übergab das Ressort damals an Kevan Parekh, ohne das Unternehmen zu verlassen. Er übernahm stattdessen die Corporate Services: Informationssysteme, Informationssicherheit sowie Immobilien und Bauvorhaben.
Diese Aufgabe hat er dem Bericht zufolge vor wenigen Wochen niedergelegt. Die Bereiche gehen an Parekh, der damit neben den Finanzen auch die interne Infrastruktur verantwortet. Maestri bleibt angestellt, seine verbliebene Aufgabe ist ein Kurs an der Apple University, dem internen Programm für angehende Führungskräfte.
Der Zuständige für Zukäufe fehlt in der Übersicht
Die zweite Beobachtung betrifft eine Abwesenheit. Adrian Perica verantwortet Apples Zukäufe und taucht auf der seit heute aktualisierten Führungsseite nicht mehr auf. Wohin er innerhalb des Konzerns wechselt, ist offen; dem Bericht zufolge könnten seine Aufgaben zwischen dem Dienste- und dem Finanzbereich aufgeteilt werden.
Für ein Unternehmen, das seine Zukäufe traditionell klein und leise hält, wäre das mehr als eine Personalie. Apple hat in den vergangenen Jahren vor allem kleine Spezialisten übernommen, zuletzt einen KI-Anbieter für zwei Milliarden US-Dollar. Analysten erwarten unter Ternus größere Schritte – ob die Neuordnung der Zuständigkeit dazu passt, lässt sich aus der Abwesenheit eines Namens allerdings nicht ableiten.
| Person | Bisherige Aufgabe | Stand seit heute |
|---|---|---|
| Luca Maestri | Corporate Services | abgegeben an Kevan Parekh, verbleibt mit einem Kurs an der Apple University |
| Adrian Perica | Zukäufe und Beteiligungen | nicht mehr auf der Führungsseite, künftige Zuordnung offen |
| Laura Legros | im August zurückgeholte Hardware-Verantwortliche | soll als Stabschefin für Ternus arbeiten |
Ein Muster, das enden könnte
Interessanter als die Einzelfälle ist das Prinzip dahinter. Cook hat Führungskräfte, die ihre Kernaufgabe abgaben, regelmäßig in kleineren Rollen gehalten – Maestri über anderthalb Jahre, zuvor andere in ähnlicher Weise. Diese Praxis dürfte enden: Menschen im Umfeld des Konzerns erwarten dem Bericht zufolge, dass Ternus darauf verzichtet.
Das wäre eine der wenigen sichtbaren Abweichungen vom bisherigen Stil, und sie hätte Folgen über die Personalabteilung hinaus. Der schrittweise Rückzug hat Apple jahrelang erlaubt, Wissen im Haus zu halten und Übergaben ohne Bruch zu gestalten. Ein schnellerer Schnitt macht die Führungsriege beweglicher, kostet aber genau diese Kontinuität.
Der Umbau hat den Chefwechsel überdauert
Wer den 1. September für den Abschluss der Umbauphase gehalten hat, sieht sich getäuscht. Innerhalb von vierzehn Monaten sind fünf Schlüsselposten neu besetzt worden, und noch am Tag des Amtsantritts verschieben sich zwei weitere Zuständigkeiten. Der Wechsel an der Spitze war der sichtbarste Teil eines Prozesses, der die gesamte Führungsriege erfasst hat und offensichtlich weiterläuft.
Mit Laura Legros bekommt Ternus zudem eine Rolle an seiner Seite, die es unter Cook so nicht gab. Sie wurde im August aus dem Ruhestand zurückgeholt und soll dem Bericht zufolge als Stabschefin arbeiten. Es ist die erste Personalie, die vollständig auf den neuen Chef zurückgeht – und damit der erste echte Hinweis darauf, wie er sich sein unmittelbares Umfeld vorstellt.




Hältst du den schnelleren Abschied ausscheidender Manager für den richtigen Weg – oder geht Apple damit Erfahrung verloren, die sich nicht ersetzen lässt?