In Apples eigenem Code steckt eine Funktion, die den nächsten AirPods eine ungewohnte Aufgabe gibt: Sie sollen erkennen, auf welchen Bildschirm ihr Träger gerade schaut, und das räumliche Audio darauf ausrichten. Bei mehreren Displays im Raum entscheidet die Kamera, welches gemeint ist.
Die Zeichenketten stammen aus macOS Tahoe 26.7 und wurden von einem Mitglied der MacRumors-Foren in einem Forenbeitrag zusammengetragen. Dieselbe Software hatte bereits Auflösung und eine Kontrollleuchte für die Kameras preisgegeben. Der Fund selbst ist belegt – was Apple daraus macht und wann, steht nicht im Code.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Code beschreibt, wie kameragestützte AirPods den Bildschirm bestimmen, auf den ihr Träger blickt.
- Erkannt werden sollen Notebooks, Monitore, Smartphones, Tablets und Fernseher – auch mehrere gleichzeitig.
- Die Erkennung läuft im Hintergrund und pausiert offenbar, sobald sich der Träger bewegt.
- Liegen Kamera- und Face-ID-Daten vor, bekommt die Kamera den Vorzug.
- Ein zweiter Codeverweis nennt eine serverseitige Bildauswertung.
Was im Code steht
Heutige AirPods richten räumliches Audio über Bewegungssensoren aus: Dreht der Träger den Kopf, wandert die Klangbühne mit. Der Bezugspunkt bleibt dabei geschätzt. Die Kamera soll genau diese Schwachstelle schließen, indem sie den tatsächlichen Bildschirm sucht und dessen Richtung mit der Schätzung der Bewegungssensoren abgleicht.
Die Erkennung ist laut Code nicht auf ein Gerät festgelegt. Genannt werden Notebooks, Monitore, Smartphones, Tablets und Fernseher, und die Ohrhörer sollen mehrere Displays in einem Raum auseinanderhalten und den Ton auf das gerade betrachtete verengen. Das Ganze läuft im Hintergrund und setzt offenbar aus, während der Träger in Bewegung ist.
Kamera schlägt Face ID
Ein Detail betrifft Geräte, die schon heute mithelfen. iPhones und iPads mit Face ID nutzen deren Sensoren, um die Kopfposition zu bestimmen. Trägt jemand kameragestützte AirPods, sollen diese Vorrang bekommen.
Praktisch verschiebt sich damit eine Aufgabe vom Telefon an die Ohrhörer. Das ergibt Sinn, weil ein Bildschirm, auf den niemand blickt, für die Face-ID-Sensoren unsichtbar bleibt – der Fernseher an der Wand etwa. Ein zweiter Codeverweis nennt außerdem eine serverseitige Bildauswertung: Kameradaten sollen für Anfragen an Visual Intelligence an Apples Server gehen.
Zu welchem Gerät der Fund gehört
Beim Zeitplan hilft der Fund nicht weiter, und das hat einen Grund. Apple hat zwei kameragestützte Ohrhörer parallel entwickelt, B790 und B798. B790 war ein Umbau der AirPods Pro 3 und stand für dieses Jahr auf der Planung; dieses Modell soll nicht mehr erscheinen. Übrig bleibt B798, eine neue AirPods-Pro-Generation mit niedrig auflösenden Sensoren, für die 2027 als Marktstart genannt wird.
| B790 | B798 | |
|---|---|---|
| Was es ist | Kameravariante der AirPods Pro 3 | neue AirPods-Pro-Generation |
| Zuletzt geplant für | 2026 | 2027 |
| Aktueller Stand | aus der Planung genommen | im Zeitplan |
Die Zeichenketten nennen kein Modell. Sie stammen aus derselben Softwarefassung, in der auch B790 mehrfach auftaucht – und beschreiben damit wahrscheinlich das Funktionsgerüst für Kamera-Ohrhörer insgesamt, nicht die Ausstattung eines bestimmten Geräts. Wer also im September mit Kameras in den Ohrhörern rechnet, findet im Fahrplan bis Oktober ein konventionelles AirPods-Update und sonst nichts.
Eine Funktion, die nicht an Siri AI hängt
Anders als das im selben Code gefundene Demo-Video beschreibt die Bildschirmerkennung keine KI-Funktion. Räumliches Audio mit Kopfverfolgung läuft heute auf AirPods in Deutschland, Österreich und der Schweiz ohne jede Einschränkung, und der Abgleich zwischen Kamerabild und Bewegungssensor findet auf dem Gerät statt. Für diese eine Funktion spricht damit nichts gegen einen Start hierzulande – das ist unsere Erwartung auf Basis des Codes, keine Angabe von Apple.
Die serverseitige Bildauswertung liegt auf einem anderen Blatt, weil sie an Visual Intelligence hängt. Für dich heißt das: Zwei Funktionen desselben Produkts können hierzulande zu unterschiedlichen Zeitpunkten nutzbar werden, und die auffälligere von beiden ist nicht die, die zuerst kommt.
Der Weg zu den Kamera-AirPods wird länger
Auffällig ist, wie kleinteilig sich das Bild inzwischen zusammensetzt: Auflösung, Kontrollleuchte, ein Demo-Video, jetzt die Bildschirmerkennung – alles aus derselben Softwareversion, nichts davon aus einer Ankündigung. Allein im August kamen so vier Bausteine zusammen, und die Taktung der Meldungen rund um Apples Ohrhörer hat sich seit dem Frühjahr deutlich erhöht. Die einzelnen Stände samt Datierung liegen in der Sammlung der Gerüchte zu den AirPods Ultra nebeneinander. Bis ein Gerät kommt, bleiben die aktuellen Modelle das, was sie sind; wie sich ihr Klang heute schon anpassen lässt, steht in der Anleitung zum AirPods-Equalizer unter iOS 27.
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Würdest du Ohrhörern mit Kamera zutrauen, das räumliche Audio spürbar zu verbessern – oder wäre dir eine Kamera am Kopf den Gewinn an Klangortung nicht wert?