Der Blockierungsmodus von Apple ist eigentlich für extreme Ausnahmefälle gedacht. Er richtet sich an Menschen, die gezielt von hochentwickelten digitalen Angriffen bedroht sind. Ein aktueller Fall aus den USA zeigt nun sehr konkret, was diese Funktion leisten kann. Selbst das FBI konnte ein beschlagnahmtes iPhone nicht auslesen, weil der Blockierungsmodus aktiv war.
Der Vorfall betrifft eine Journalistin der Washington Post und eine laufende Untersuchung zu möglichen Leaks geheimer Informationen. Er verbindet mehrere sensible Themen miteinander: Pressefreiheit, staatliche Ermittlungen, digitale Forensik und die Frage, wie viel Kontrolle Behörden über persönliche Geräte haben sollten. Gleichzeitig liefert der Fall ein seltenes Praxisbeispiel dafür, wie Apples Sicherheitsmechanismen außerhalb von Marketingversprechen tatsächlich wirken.
Durchsuchung der Wohnung einer Washington-Post-Reporterin
Wie das Onlinemedium 404 Media berichtet, durchsuchte das Federal Bureau of Investigation Anfang des Jahres die Wohnung der Washington-Post-Reporterin Hannah Natanson. Die Maßnahme erfolgte im Rahmen einer Untersuchung zu mutmaßlichen Leaks vertraulicher oder geheimer Informationen.
Hannah Natanson arbeitet für die Washington Post. Laut ihrem Autorenprofil berichtete sie unter anderem über Donald Trumps Umgestaltung der US-Bundesregierung und deren Auswirkungen. Außerdem war sie Teil eines Reporter-Teams, das für die Berichterstattung über den Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar mit dem Pulitzer-Preis 2022 für öffentlichen Dienst ausgezeichnet wurde.
Beschlagnahmte Geräte
Bei der Durchsuchung im Januar beschlagnahmten die FBI-Beamten mehrere elektronische Geräte aus Natansons Wohnung. Dazu gehörten unter anderem ein MacBook Pro und ein iPhone 13. Solche Maßnahmen sind bei Ermittlungen dieser Art nicht ungewöhnlich, da digitale Geräte als potenzielle Quellen für Kommunikationsdaten, Dokumente oder Metadaten gelten.
FBI scheitert am iPhone
Besonders relevant ist, was nach der Beschlagnahmung geschah. Das Computer Analysis Response Team (CART) des FBI, eine Spezialeinheit für die forensische Analyse digitaler Geräte, versuchte, Daten aus dem iPhone zu extrahieren. Laut den Gerichtsakten blieb dieser Versuch jedoch erfolglos.
Der Grund: Das iPhone befand sich im Blockierungsmodus. In den Unterlagen heißt es ausdrücklich, dass CART aufgrund dieses Modus keine Daten von dem Gerät extrahieren konnte. Das entsprechende Dokument wurde von der US-Regierung verfasst und argumentiert gegen eine Rückgabe der beschlagnahmten Geräte.
Zeitlicher Ablauf laut Gerichtsakten
Die Gerichtsakte, in der der Blockierungsmodus erwähnt wird, wurde am 30. Januar eingereicht. Das war etwa zwei Wochen nach der Durchsuchung von Natansons Wohnung. Daraus lässt sich ableiten, dass das FBI in diesem Zeitraum keinen Zugriff auf die Daten des iPhones hatte.
In der Praxis bedeutet das: Bis zur Einreichung des Berichts war es dem FBI nicht gelungen, das Gerät zu entsperren oder Daten zu sichern. Ob es danach doch noch einen Zugriff gab, ist öffentlich nicht bekannt und lässt sich anhand der verfügbaren Informationen nicht beurteilen.
Was der Blockierungsmodus eigentlich ist
Der Blockierungsmodus ist eine Sicherheitsfunktion von Apple, die mit iOS 16 und neueren Versionen eingeführt wurde. Er ist auch auf iPadOS 16, watchOS 10 und macOS Ventura oder neuer verfügbar.
Apple beschreibt den Blockierungsmodus als eine optionale, besonders strenge Schutzmaßnahme. Sie ist für eine sehr kleine Gruppe von Menschen gedacht, die aufgrund ihrer Tätigkeit oder ihrer Person gezielt von hochentwickelten digitalen Angriffen betroffen sein könnten. Für die meisten Nutzer ist dieser Modus laut Apple nicht notwendig.
Technische Einschränkungen im Blockierungsmodus
Ist der Blockierungsmodus aktiviert, verhält sich das Gerät nicht mehr wie gewohnt. Um mögliche Angriffspunkte zu minimieren, werden zahlreiche Funktionen eingeschränkt oder vollständig deaktiviert. Dazu gehören unter anderem:
- Die Blockierung der meisten Nachrichtenanhänge
- Einschränkungen bestimmter Webbrowser-Technologien
- FaceTime-Anrufe nur noch von bekannten Kontakten
- Keine Verbindung zu anderen Geräten, solange das Gerät gesperrt ist
- Deaktivierung von Konfigurationsprofilen und mobiler Geräteverwaltung
Diese Einschränkungen sollen verhindern, dass hochspezialisierte Spyware Sicherheitslücken ausnutzen kann. Gleichzeitig erschweren sie aber auch den Zugriff für forensische Analysewerkzeuge.
Bedeutung des Falls
Der Fall zeigt, dass der Blockierungsmodus nicht nur theoretischen Schutz bietet, sondern auch in realen Ermittlungen Wirkung entfalten kann. Selbst eine spezialisierte Einheit des FBI war nicht in der Lage, ein iPhone mit aktiviertem Blockierungsmodus auszulesen.
Damit wird deutlich, wie stark moderne Gerätesicherheit inzwischen ist und wie sehr sie das Kräfteverhältnis zwischen Geräteherstellern, Nutzern und Strafverfolgungsbehörden verändert.
Ein realer Härtetest für den Blockierungsmodus
Der Vorfall rund um Hannah Natanson macht den Blockierungsmodus greifbar. Er ist kein abstraktes Sicherheitsfeature, sondern ein Werkzeug mit ganz konkreten Auswirkungen. In diesem Fall verhinderte er den Zugriff des FBI auf ein beschlagnahmtes iPhone über mindestens zwei Wochen hinweg. Für Journalisten, aber auch für andere besonders gefährdete Gruppen, unterstreicht das die praktische Relevanz dieser Funktion – und für Ermittlungsbehörden zeigt es die Grenzen klassischer digitaler Forensik auf. (Bild: Shutterstock / Primakov)
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