Firehound bringt ein strukturelles Problem im Apple App Store ans Licht. Hunderte Apps geben sensible Nutzerdaten preis, oft ohne dass dies nach außen sofort erkennbar ist. Namen, E-Mail-Adressen und komplette Chat-Verläufe sind frei zugänglich. Besonders häufig betroffen sind Apps mit KI-Funktionen. Firehound sammelt, ordnet und dokumentiert diese Fälle und macht damit sichtbar, wie groß das tatsächliche Ausmaß ist.
Das Projekt steht unter der Leitung des Sicherheitsforschungslabors CovertLabs. Öffentlich bekannt wurde Firehound durch den X-Nutzer vxunderground, der auf das Repository aufmerksam machte und die Lage drastisch zusammenfasste. Entwickelt wurde Firehound vom OSINT-Forscher Harrris0n, der sich der Aufgabe angenommen hat, problematische App-Store-Einträge systematisch zu erfassen und auszuwerten.
Was Firehound genau macht
Firehound scannt und indexiert iOS-Apps, die Nutzerdaten über unsicher konfigurierte Datenbanken oder Cloud-Speicher offenlegen. Das Projekt dokumentiert, welche Daten betroffen sind, wie viele Datensätze einsehbar sind und welche technischen Strukturen dahinterstehen.
Zum Zeitpunkt der Auswertung wurden 198 iOS-Apps identifiziert, die in irgendeiner Form Informationen über Nutzer preisgeben. 196 dieser Apps legen konkret Nutzerdaten offen. In vielen Fällen sind die Daten ohne Authentifizierung erreichbar.
Fokus auf KI-Apps
Ein klarer Schwerpunkt liegt auf KI-bezogenen Anwendungen. Viele dieser Apps verarbeiten Texteingaben, Chats oder generierte Inhalte und speichern diese dauerhaft. Genau hier zeigen sich massive Sicherheitslücken.
Die App „Chat & Ask AI“ führt die internen Firehound-Rankings sowohl bei den meisten offengelegten Dateien als auch bei den meisten Datensätzen an. Die Zahlen sind eindeutig:
- mehr als 406 Millionen Datensätze
- Daten von über 18 Millionen Nutzern
Offengelegt werden unter anderem Chat-Verläufe, E-Mail-Adressen und weitere personenbezogene Informationen.
Wie die Daten öffentlich werden
Die meisten betroffenen Apps nutzen schlecht gesicherte Cloud-Infrastrukturen. Häufig handelt es sich um offene Datenbanken oder falsch konfigurierte Speicherlösungen. Firehound zeigt dabei nicht nur, dass Daten zugänglich sind, sondern oft auch:
- die zugrunde liegenden Datenschemata
- die exakte Anzahl der Datensätze
- die Art der gespeicherten Informationen
Das macht nachvollziehbar, wie leicht Dritte auf diese Daten zugreifen können.
Betroffene App-Kategorien
Auch wenn viele Einträge einen KI-Bezug haben, sind zahlreiche andere Kategorien betroffen:
- Bildung
- Unterhaltung
- Grafik und Design
- Gesundheit und Fitness
- Lifestyle
- Soziale Netzwerke
- Sonstige Anwendungen
Das Problem ist damit kein Nischenthema, sondern zieht sich durch den gesamten App Store.
Eingeschränkter Zugriff auf Firehound
Firehound stellt seine Ergebnisse nicht vollständig frei zur Verfügung. Der öffentliche Bereich ist bewusst begrenzt. Für den Zugriff auf detaillierte Scan-Ergebnisse und eingeschränkte Datensätze ist eine Registrierung erforderlich. Der Ablauf ist klar geregelt:
- Zugriff muss beantragt werden
- jede Anfrage wird manuell geprüft
- priorisiert werden Journalisten, Strafverfolgungsbehörden und Sicherheitsexperten
Ein Teil der Daten ist so sensibel, dass er erst nach verantwortungsvoller Prüfung und Redaktion freigegeben wird.
Kein gesicherter Beleg für „AI Slop“
Obwohl anfangs behauptet wurde, Firehound katalogisiere gezielt sogenanntes „AI Slop“, taucht diese Bezeichnung weder auf der Firehound-Website noch im öffentlichen Profil von Harrris0n auf. Viele Apps nutzen zwar KI, doch aktuell lässt sich nicht eindeutig sagen, ob sie mit Vibe Coding oder anderen autonomen KI-Entwicklungstools erstellt wurden.
Firehound macht das Ausmaß der Datenschutzprobleme sichtbar
Firehound zeigt, wie groß das Datenschutzproblem im App Store ist. Millionen von Nutzerdaten liegen offen, oft aufgrund einfacher Konfigurationsfehler. Besonders KI-Apps sammeln große Mengen sensibler Informationen und sichern sie unzureichend ab. Das Projekt macht deutlich, dass niedrige Einstiegshürden in der App-Entwicklung nicht von der Verantwortung für den Schutz von Nutzerdaten entbinden. Firehound ist damit weniger ein Skandalprojekt als ein Spiegel eines weit verbreiteten Problems. (Bild: Shutterstock / Ar_TH)
- WhatsApp Web: Sprach- & Video-Gruppenanrufe kommen
- Threads gewinnt mobile Nutzer und lässt X hinter sich
- OpenAI bereitet ersten Hardware-Start für 2026 gezielt vor
- Neues MacBook Pro Update in Sicht? Lieferzeiten als Hinweis
- Apple: Lisa Jackson geht nach 13 Jahren in den Ruhestand
- Apple Music zeigt Trailer zur Super Bowl LX Halftime Show
- Apple eröffnet neuen Sainte-Catherine Store in Montreal
- ChatGPT führt günstiges Abo ein und testet Werbung
- Apple ignoriert Fristen und verärgert Indiens Behörden
- Korea lehnt Antrag von Elon Musk im Streit gegen Apple ab
- Gemini Personal Intelligence gibt Einblick in die Zukunft von Siri
- Apple Display entdeckt: Neues Modell taucht in Datenbank auf
- Apple baut Siri um und geht Milliarden-Deal mit Google ein
- Prognosen und Erwartungen zu Apples Ergebnissen Q1 2026
- Abonnements als Wachstumsmotor der globalen App-Wirtschaft
- Apple Card: Die Gründe für das Ende mit Goldman Sachs
- Apple Manzano zeigt Fortschritte bei multimodaler Bild-KI
- Final Cut Pro: Neue Funktionen auch ohne Apple Creator Studio?
- Apple Creator Studio: Icons zeigen klar die Abo-Version
- Apple Card belastet JP Morgan und sorgt für Gewinnrückgang
- Apple Arcade erweitert Angebot im Februar 2026 deutlich
- iPhone Air: Apple rollt Firmware-Update für MagSafe-Akku aus
- Apple TV kündigt große Dokumentarserie über Andre Agassi an
- Apple TV: Neuer Teaser für Monarch: Legacy of Monsters Staffel 2
- Apple Vision Pro: Kommt ein Apple-Pencil-ähnlicher Controller?



