Der Smartphone-Markt steht 2026 vor einer Entwicklung, die viele so nicht erwartet hatten. Eigentlich deutete alles darauf hin, dass steigende Preise für NAND-Flash-Speicher und ein knapperes Angebot die Ausstattung der Geräte verschlechtern würden. Stattdessen zeichnet sich ein gegenteiliger Trend ab: Die durchschnittliche Speicherkapazität im Smartphone steigt weiter an. Ausschlaggebend dafür ist vor allem die zunehmende Integration von künstlicher Intelligenz direkt auf den Geräten.
In den vergangenen Monaten ging die Branche davon aus, dass Hersteller ihre Smartphone-Spezifikationen reduzieren könnten, um steigende Kosten abzufedern. Besonders beim Speicher schien das ein realistisches Szenario zu sein. Sinkende Kapazitäten hätten geholfen, Margen zu stabilisieren. Doch aktuelle Prognosen zeigen, dass sich die Prioritäten verschoben haben. Technologische Anforderungen, insbesondere durch KI, sind inzwischen wichtiger als kurzfristige Kosteneinsparungen.
KI als zentraler Treiber für mehr Smartphone-Speicher
Ein wesentlicher Grund für den steigenden Speicherbedarf im Smartphone ist die zunehmende Verlagerung von KI-Prozessen direkt auf das Gerät. Diese sogenannte Edge-KI ermöglicht es, Daten lokal zu verarbeiten, ohne ständig auf Cloud-Dienste angewiesen zu sein.
Große Hersteller bauen ihre KI-Funktionen gezielt aus. Plattformen wie Apple Intelligence 2.0 oder Huaweis neues HarmonyOS AI stehen dabei im Mittelpunkt. Diese Systeme benötigen erhebliche Ressourcen, insbesondere Speicherplatz.
Laut Bericht beanspruchen Edge-KI-Modelle zwischen 40 und 60 GB Systemspeicher. Dieser Bereich wird als Cache für die lokale KI-Verarbeitung genutzt. Damit entsteht ein zusätzlicher Bedarf, der über klassische Anwendungen wie Fotos, Videos oder Apps hinausgeht.
Prognose: Wachstum trotz steigender NAND-Preise
Der Bericht von TrendForce kommt zu einem klaren Ergebnis: Die durchschnittliche Speicherkapazität von Smartphones wird im Jahr 2026 um etwa 4,8 Prozent steigen.
Das ist bemerkenswert, da die Ausgangslage eigentlich dagegen spricht. NAND-Flash-Speicher wird teurer, gleichzeitig ist das Angebot knapper. Frühere Erwartungen gingen daher davon aus, dass Hersteller ihre Geräte mit weniger Speicher ausstatten würden, um Kosten zu sparen.
Diese Annahme hat sich jedoch nicht bestätigt. Stattdessen wird der höhere Speicherbedarf durch KI-Anwendungen als wichtiger eingestuft als mögliche Einsparungen.
Strategiewechsel bei Smartphone-Herstellern
Hersteller reagieren auf diese Entwicklung mit konkreten Maßnahmen. Ein zentraler Schritt ist das schrittweise Auslaufen von Modellen mit geringer Speicherkapazität.
Ein Beispiel dafür ist die Anpassung bei iPhones. Apple hat bereits im Vorjahr das Einstiegsmodell mit 128 GB aus dem Sortiment genommen. Die iPhone-17-Reihe startet stattdessen bei 256 GB. Ziel ist es, ausreichend Speicher für KI-Anwendungen und Nutzerdaten bereitzustellen.
Auch neuere Modelle wie das iPhone 17e folgen diesem Ansatz und ersetzen Varianten mit geringerer Kapazität. Diese Strategie trägt dazu bei, den durchschnittlichen Smartphone-Speicher insgesamt zu erhöhen.
Marktweite Effekte und technologische Einflüsse
Der Trend beschränkt sich nicht nur auf einzelne Hersteller. Laut Bericht zeigt sich eine breitere Entwicklung im gesamten Smartphone-Markt.
Neben den Anforderungen durch KI spielen auch technologische Veränderungen bei der Herstellung von NAND-Flash eine Rolle. Prozess-Upgrades bei den Produzenten führen dazu, dass kleinere Speichervarianten zunehmend verschwinden.
Das sorgt für einen sogenannten passiven Anstieg der Speicherkapazitäten. Selbst ohne direkte Nachfrage nach mehr Speicher wächst der Durchschnittswert dadurch weiter an.
Unterschiede zwischen iPhones und Android-Geräten
Die Entwicklung verläuft nicht bei allen Geräten gleich. Der Bericht hebt hervor, dass iPhones im Jahr 2026 voraussichtlich ein schnelleres Wachstum bei der Speicherkapazität zeigen werden als Android-Smartphones.
Der Grund liegt in der bereits erhöhten Basiskonfiguration der iPhone-17-Serie, die bei 256 GB beginnt. Dadurch steigt der Durchschnittswert automatisch stärker an.
Gleichzeitig profitieren vor allem Premium-Smartphone-Marken von dieser Entwicklung. Diese Hersteller können höhere Speicherkosten leichter ausgleichen und nutzen größere Kapazitäten gezielt, um höhere Preise zu rechtfertigen und das KI-Erlebnis zu verbessern.
Smartphone-Speicher wächst trotz steigender Kosten
Der Smartphone-Markt entwickelt sich 2026 anders als ursprünglich erwartet. Trotz steigender Kosten und knapper Ressourcen wächst die Speicherkapazität weiter. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle und verändert die Anforderungen an moderne Geräte grundlegend.
Statt Einsparungen beim Speicher setzen Hersteller auf Ausbau. Größere Basiskapazitäten, der Verzicht auf kleine Speicheroptionen und neue technologische Standards treiben diese Entwicklung voran. Das Smartphone wird damit zunehmend zu einer Plattform für lokale KI-Verarbeitung – mit entsprechend wachsendem Speicherbedarf. (Bild: Shutterstock / DavideAngelini)
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