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Ein faltbares Gehäuse ist dünn, und es besteht aus zwei Hälften – für die Kühlung eines Smartphone-Chips ist das die denkbar schlechteste Ausgangslage. Apple löst das beim iPhone Duo mit einem Bauteil, das man an dieser Stelle kaum erwartet: einem biegsamen Graphitrohr, das mitten durch das Scharnier läuft.
Die Details stammen aus einem Interview von PCMag mit zwei Apple-Ingenieuren: Dan Murray, Vice President für Chip-Entwicklung, und Banafsheh Barabadi, die das Thermodesign der Geräte verantwortet. Beide beschreiben, wie Apple den A20 Pro im iPhone Duo kühlt – denselben Chip, der auch im iPhone 18 Pro und Pro Max steckt. Der Verkaufsstart in Deutschland ist am 23. Oktober, die Eckdaten und Preise des faltbaren iPhone stehen seit der Vorstellung im September fest.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein flexibles Graphitrohr im Scharnier leitet Wärme zwischen den beiden Hälften des iPhone Duo und vergrößert so die Fläche, über die das Gerät Wärme abgibt.
- Die Dampfkammer dient im Duo zugleich als tragende Ebene, an der Akku und Logikplatine befestigt sind.
- Eine neue Zwischenschicht, die Apple „metal over foam“ nennt, koppelt den Chip direkt an die Dampfkammer.
- Für das Duo hat Apple dem A20 Pro eine zweite Display-Engine hinzugefügt, damit inneres und äußeres Display gleichzeitig laufen können.
Warum das Scharnier zur Wärmebrücke wird
Bei einem herkömmlichen iPhone sitzen Chip und Kühlung in einem durchgehenden Gehäuse. Beim Duo ist das Gerät in zwei Hälften geteilt, und die Wärme des Chips würde sich ohne Verbindung auf eine davon konzentrieren. Das Graphitrohr überbrückt diese Trennung: Es führt Wärme durch das Scharnier in die andere Hälfte, sodass beide Seiten an der Kühlung beteiligt sind.
Laut den Ingenieuren mussten das Thermik- und das Mechanikteam das Bauteil gemeinsam entwickeln. Das Rohr muss Tausende Klappvorgänge überstehen, ohne an Wärmeleitfähigkeit oder Stabilität zu verlieren.
Wie viele Faltzyklen das Rohr konkret aushält, nennen die Ingenieure nicht. Das Scharnier selbst besteht laut Apple aus über hundert Teilen und trägt eine 3D-gedruckte Abdeckung aus Titan.
Dampfkammer als tragendes Bauteil
Die Dampfkammer hat Apple für den A20 Pro neu entworfen. Sie ist laut Apple dreimal so groß wie im iPhone 17 Pro, das Grundprinzip teilt sich das Duo mit den Pro-Modellen. Im Duo übernimmt sie allerdings eine zusätzliche Aufgabe: Barabadi beschreibt sie als zentrale tragende Ebene des Geräts, an der Akku und Logikplatine montiert sind.
Zwischen Chip und Dampfkammer sitzt eine Schicht, die Apple intern „metal over foam“ nennt. Sie stellt laut Barabadi eine direkte Wärmekopplung her und gibt zugleich mechanisch nach. Die Entwicklung dieser Schicht habe Monate gedauert.
Möglich wird die direkte Kopplung durch eine geänderte Anordnung des Chips. Der Arbeitsspeicher liegt beim A20 Pro neben dem Prozessor statt darauf, ein Aufbau, den Apple von seinen Mac-Chips übernommen hat. Damit sitzt der Chip unmittelbar auf der Kühlung, während beim A19 Pro noch der Arbeitsspeicher im Weg lag.
Zweite Display-Engine für zwei Bildschirme
Neben der Kühlung nennt Murray eine Anpassung am Chip selbst. Für das Duo hat Apple eine zweite Display-Engine ergänzt, damit das innere und das äußere Display gleichzeitig betrieben werden können. Darauf bauen Funktionen auf, bei denen beide Bildschirme zugleich Inhalte zeigen, etwa die zweiseitige PDF-Ansicht.
Die übrige Ausstattung des Chips entspricht den Pro-Modellen: sechs CPU-Kerne, davon zwei Leistungs- und vier Effizienzkerne, dazu eine Grafikeinheit mit Hardware-Raytracing.
Was sich vor dem Verkaufsstart nicht prüfen lässt
Wie gut die Kühlung im Alltag funktioniert, lässt sich erst nach dem 23. Oktober messen. Für die Pro-Modelle gibt es bereits Werte: Im Stresstest mit 20 Durchläufen hielt das iPhone 18 Pro Max 79,4 Prozent seiner Spitzenleistung, das kleinere iPhone 18 Pro 62,8 Prozent. Das kleinere Gehäuse kühlt also spürbar schlechter als das große.
Ich erwarte, dass das Duo in diesem Vergleich eher in Richtung Pro Max tendiert als in Richtung Pro. Ausgeklappt misst es 164,6 mal 117,8 Millimeter, und genau diese Fläche soll das Graphitrohr für die Kühlung nutzbar machen. Belastbar wird diese Erwartung aber erst mit den ersten Messungen.
Kühlung und Reparatur hängen enger zusammen
Ich halte den Aufbau auch für ein Signal in Richtung Reparatur. Wenn die Dampfkammer gleichzeitig als Träger für Akku und Logikplatine dient und ein Rohr durch das Scharnier führt, wird jeder Eingriff ins Innere komplexer. Beim iPhone 18 Pro brach beim Akkutausch im Teardown in drei von vier Fällen der Displayrahmen, und iFixit vermutet als Ursache die verbesserte Kühlung, die die Wärme beim Lösen des Klebers zu schnell abführt.
Für Käufer in Deutschland, die ab 2.299 Euro investieren, wird die Reparierbarkeit damit zur echten Kostenfrage. Ein Lichtblick ist die austauschbare Deckschicht des Faltdisplays, die sich mit AppleCare für 19 Euro ersetzen lässt. Wie es um Akku und Scharnier steht, zeigen erst die ersten Teardowns nach dem Verkaufsstart.
Wäre dir eine starke Dauerleistung im iPhone Duo wichtiger als eine einfache Reparatur – oder würde ein aufwendiger Akkutausch dich vom Kauf abhalten? Schreib uns deine Abwägung in die Kommentare.





