Nach dem gefeierten „Disclaimer“ arbeitet Alfonso Cuarón erneut für Apple TV – diesmal an einem psychologischen Horror-Thriller über einen Sektenkult. Vor der Kamera steht Caitríona Balfe, bekannt aus „Outlander“.
Apple baut sein Serienangebot weiter in Richtung düsterer Stoffe aus. Der Konzern hat „Ascension“ bestellt, einen psychologischen Horror-Thriller, der auf einem Roman des britischen Autors Adam Nevill beruht. Damit setzt sich ein Muster fort, das sich in diesem Jahr schon mehrfach gezeigt hat: Apple sichert sich literarische Vorlagen und besetzt sie prominent, wie zuletzt bei der Verfilmung von Lars Keplers Bestseller. Einen Starttermin nennt die Mitteilung von Apple TV noch nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Apple TV hat die Serie „Ascension“ bestellt, einen psychologischen Horror-Thriller in Stundenlänge.
- Alfonso Cuarón ist als ausführender Produzent und Co-Autor beteiligt, Caitríona Balfe spielt die Hauptrolle und produziert mit.
- Als Vorlage dient der Roman „Last Days“ von Adam Nevill, auf Deutsch als „Der letzte Tag“ erschienen.
- Die Serienhandlung weicht spürbar vom Buch ab – Hauptfigur, Kultname und Ausgangslage sind verändert.
- Ein Starttermin steht noch nicht fest.
Worum es in der Serie geht
Im Mittelpunkt steht Rose, eine Dokumentarfilmerin und frisch geschiedene Mutter, die fremde Wahrheiten souverän freilegt, mit der eigenen aber nicht zurechtkommt. Als sie ein Projekt über einen mysteriösen Kult des 20. Jahrhunderts beginnt, die sogenannte Church of Ascension, findet sie in dessen Lehren zunächst unerwarteten Halt – bis sie darunter etwas weit Bedrohlicheres entdeckt.
Apple beschreibt den Stoff als Auseinandersetzung mit Bosheit und Unschuld und mit der Frage, wie weit Menschen gehen und was sie opfern, um die zu schützen, die ihnen nahestehen – auch dann, wenn die größte Gefahr von ihnen selbst ausgeht.
Die Vorlage gibt es auf Deutsch – mit anderer Handlung
Als Inspiration nennt Apple den Roman „Last Days“ von Adam Nevill, der 2012 erschien und den British Fantasy Award als bester Horror-Roman gewann. Auf Deutsch liegt das Buch unter dem Titel „Der letzte Tag“ vor. Nevill gilt in Großbritannien als einer der prägenden Horror-Autoren der Gegenwart; sein Roman „The Ritual“ wurde bereits verfilmt.
Wer die Vorlage kennt, wird die Serie allerdings nicht wiedererkennen. Apple spricht ausdrücklich von einer Inspiration, und die genannten Eckpunkte weichen deutlich ab.
| Element | Roman „Last Days“ | Serie „Ascension“ |
|---|---|---|
| Hauptfigur | Kyle Freeman, Independent-Filmemacher in Geldnot | Rose, Dokumentarfilmerin und geschiedene Mutter |
| Kult | Temple of the Last Days | Church of Ascension |
| Ausgangspunkt | Auftragsarbeit über ein Massaker von 1975 | Selbst begonnenes Projekt über einen Kult des 20. Jahrhunderts |
| Erzählweise | Found-Footage-Anleihen, Reise durch England, Frankreich und Arizona | Bislang nicht näher beschrieben |
Die Umstellung der Hauptfigur auf eine Frau mit Kind verschiebt den Kern der Geschichte: Aus einem Filmemacher, der einem historischen Verbrechen nachspürt, wird eine Mutter, deren Familie im Zentrum der Bedrohung steht.
Wer hinter der Produktion steht
Cuarón schreibt gemeinsam mit Carlos Cuarón sowie mit Natalie Erika James und Christian White, die zugleich als Showrunner fungieren. James führt außerdem als leitende Regisseurin Regie. Beide hatten zuvor „Relic“ und „Apartment 7A“ verantwortet.
Produziert wird die Serie von Apple Studios gemeinsam mit Anonymous Content und Cuaróns Firma Esperanto Filmoj – Cuarón arbeitet unter einem Gesamtvertrag für Apple. Anonymous Content ist bei Apple kein Neuzugang: Aus demselben Haus stammt die Verfilmung von Neuromancer, deren Starttermin bereits feststeht.
Für Balfe ist es die zweite Zusammenarbeit mit Apple. Zuvor ist sie im Apple-Original-Film „Tenzing“ zu sehen.
Was der Zuschlag über Apples Kurs verrät
Horror war bei Apple TV bislang eine Randerscheinung. Der Dienst hat sich über Prestige-Dramen, Comedys und Science-Fiction definiert, nicht über Genrestoffe mit Schockwirkung. Dass ausgerechnet ein Oscar-Preisträger diesen Schritt begleitet, macht die Bestellung interessanter als eine übliche Serienankündigung: Apple sucht offenbar die Ausweitung ins Genre, ohne den Anspruch aufzugeben, mit dem der Dienst groß geworden ist.
Für dich als Abonnent bleibt das vorerst eine Ankündigung ohne Datum. Praktisch heißt das: Sehen wirst du davon frühestens 2027 etwas, denn zwischen Serienbestellung und Premiere liegen bei Apple regelmäßig anderthalb bis zwei Jahre. Der Dienst kostet in Deutschland weiterhin 9,99 Euro im Monat, während Apple in der Mitteilung den US-Preis von 12,99 Dollar nennt.
Wie es mit Apples Serienplan weitergeht
Bis „Ascension“ so weit ist, füllen andere Titel den Kalender. Was in den kommenden Monaten startet, sammeln wir in der Übersicht zum Apple-TV-Programm im Herbst. Dass Apple beim Ausbau des Dienstes nicht kürzertreten will, hat die künftige Konzernspitze zuletzt ausdrücklich bekräftigt – Ternus bekannte sich im Juli zum eingeschlagenen Kurs. (Bild: Apple)
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