Zehn Jahre lang bekamen AirPods bei iFixit für ihre Reparierbarkeit die Note null. Die AirPods 5 brechen diese Serie, wenn auch knapp. Der Akku in den Ohrhörern lässt sich erstmals entnehmen, ohne sie zu zerstören – beim Ladecase bleibt alles beim Alten.
Apple hat die AirPods 5 im September vorgestellt, mit aktiver Geräuschunterdrückung ab 149 Euro. Jetzt hat die Reparaturplattform iFixit die Ohrhörer zerlegt und in ihrem Teardown-Bericht zu den AirPods 5 ein Ergebnis veröffentlicht, das es bei AirPods noch nicht gab.
Die Ohrhörer erhalten 2 von 10 Punkten für die Reparierbarkeit. Seit den ersten AirPods von 2016 hatte iFixit jeder Generation null Punkte gegeben, zuletzt beim Teardown der AirPods Pro 3.
Das Wichtigste in Kürze
- iFixit bewertet die AirPods 5 mit 2 von 10 Punkten, alle früheren AirPods kamen auf null.
- Der Akku jedes Ohrhörers steckt mit zwei Kontaktstiften statt mit Lötverbindungen und lässt sich entnehmen.
- Mit Föhn und Klemme gelang iFixit das Öffnen auch ohne Spezialwerkzeug, einfach ist die Reparatur trotzdem nicht.
- Das Ladecase ließ sich nur zerstörend öffnen, Ersatzteile und Anleitungen bietet Apple nicht an.
Steckbare Akkus statt Lötstellen
Der entscheidende Unterschied liegt im Anschluss. Statt winziger gelöteter Leitungen trägt der Akku zwei Kontaktstifte, die sich wie ein Stecker lösen und wieder einsetzen lassen. Eine ähnliche Bauweise hatte iFixit schon bei den AirPods 3 gefunden, kam dort aber nicht zuverlässig an den Akku heran, ohne das Gehäuse zu verformen oder aufzuschneiden.
Bei den AirPods 5 öffneten sich beide Ohrhörer sauber rund um den Treiber. Nach dem Entfernen der Klebestreifen seitlich des Akkus ließ sich dieser herausnehmen.
Linker und rechter Akku sind allerdings nicht gleich. Die Polarität ist vertauscht, und die Kontaktstifte sitzen leicht versetzt. Ein Akku aus dem linken Ohrhörer funktioniert im rechten deshalb nicht – wer später Ersatz kauft, muss auf die richtige Seite achten. Ersatzakkus gibt es bislang nicht.
Föhn statt Heißluftstation
Profis arbeiten bei AirPods mit Heißluft, Lösungsmitteln und eigens gebauten Halterungen. iFixit wollte wissen, ob es auch ohne geht, und versuchte es mit einem Haartrockner auf niedriger Stufe und einer Klemme. Der Versuch gelang, auch bei einer Wiederholung.
Leicht ist die Reparatur damit nicht. Ein erster Versuch über den Stiel ließ den Kunststoff schmelzen, und auch der erfolgreiche Weg verlangte vorsichtiges Erwärmen und geduldiges Hebeln. Wichtig ist, dass handelsübliches Werkzeug überhaupt zum Akku führt.
Das Ladecase bleibt verschlossen
Beim Ladecase änderte sich nichts. Die Nähte sitzen eng, und selbst mit einer Heißluftstation ließ sich die innere Schale nicht ohne Schaden lösen. Als iFixit den Akku des Case erreichte, war das Gehäuse zerstört. Statt Schrauben hält Apple die Teile mit Kunststoffschweißungen zusammen.
Im Stiel der Variante mit kabellos ladendem Case fand iFixit außerdem die kapazitive Touchfläche, die iFixit aus den letzten beiden Generationen der AirPods Pro kennt. Darunter sitzt der H2-Chip, der mit drei Mikrofonen die Geräuschunterdrückung steuert.
| Modell | Reparierbarkeit laut iFixit |
|---|---|
| AirPods 5 | 2 von 10 |
| alle früheren AirPods-Generationen | 0 von 10 |
| Apple Watch | 3 bis 4 von 10 |
| Fairbuds von Fairphone | 10 von 10 |
Was die EU-Vorgabe damit zu tun hat
Für Käufer in der EU fällt der Befund in eine Phase, in der sich die Regeln ändern. Ab dem 18. Februar 2027 verlangt die EU-Batterieverordnung, dass Akkus in Geräten vom Nutzer entnommen und ersetzt werden können. Für Ohrhörer hat die Kommission im Sommer eine Ausnahme von der Wechselakku-Pflicht beschlossen. Fest verbauen dürfen Hersteller die Akkus trotzdem nicht: Unabhängige Fachbetriebe müssen sie ohne Zerstörung des Geräts wechseln können.
Genau das hat iFixit bei den Ohrhörern der AirPods 5 jetzt gezeigt. Beim Ladecase gelang es nicht. Die Schweiz ist an die EU-Verordnung nicht gebunden.
Zwei Punkte, die zählen
Ich halte die zwei Punkte für bedeutsamer, als die Zahl vermuten lässt. Bisher ließ sich ein AirPods-Ohrhörer mit schwachem Akku praktisch nur ersetzen, nicht reparieren. Jetzt gibt es zumindest einen Weg, auf dem Reparaturbetriebe ihn retten können, sobald Ersatzakkus auf dem Markt sind.
Für den Alltag ändert sich vorerst wenig. Apple bietet weder Ersatzteile noch Anleitungen an, und über Self Service Repair gibt es keinen Weg für die Ohrhörer. Wer den Akku tauschen will, ist auf unabhängige Werkstätten angewiesen – und auf Teile, die es noch nicht gibt.
AirPods werden reparierbar, in kleinen Schritten
Nach zehn Jahren null Punkten ist der Schritt klein, aber er geht in eine Richtung, die es bei AirPods bisher nicht gab. Das Ladecase zeigt, wie weit der Weg noch ist.
Würdest du den Akku deiner AirPods tauschen lassen, wenn es Ersatz gäbe – oder kaufst du nach ein paar Jahren ohnehin ein neues Paar? Erzähl uns in den Kommentaren, wie du es hältst.





