Apple arbeitet laut Bloomberg an einem Siri-Chatbot, der mit ChatGPT, Gemini und Claude mithalten soll. Die Vorstellung soll in weniger als sechs Monaten erfolgen, voraussichtlich zusammen mit iOS 27 auf der WWDC im Juni. Technisch wirkt vieles schon konkret, aber eine zentrale Frage bleibt offen: Wird Apple für den Siri-Chatbot Geld verlangen und wenn ja, wie viel?
Bei großen KI-Chatbots ist ein Muster üblich: Eine kostenlose Version ist verfügbar, aber eingeschränkt. Für die volle Leistung wird ein Abo fällig. Anthropic, Google, OpenAI und andere machen es so. Apple steckt dabei in einer besonderen Lage – Siri ist seit Jahren kostenlos und so tief in Apple-Produkte eingebaut, dass eine plötzliche Bezahlschranke schwer vermittelbar wäre. Gleichzeitig wäre ein Siri-Chatbot auf Milliarden Geräten teuer im Betrieb, weil jede Anfrage Rechenleistung und damit Geld kostet. Genau dieses Spannungsfeld bestimmt die Debatte.
Was Apple mit dem Siri-Chatbot vorhat
Laut Bloomberg plant Apple keine eigenständige App. Der Siri-Chatbot soll stattdessen tief in iOS, iPadOS und macOS integriert werden. Das würde ihn auf extrem vielen Geräten verfügbar machen, und zwar als Teil des Systems und quer durch Apples Apps.
Was der Siri-Chatbot können soll
Bloomberg beschreibt die geplanten Funktionen so, dass der Siri-Chatbot:
- im Internet nach Informationen suchen kann
- Inhalte erstellen kann
- Bilder generieren kann
- Informationen zusammenfassen kann
- hochgeladene Dateien analysieren kann
Zusätzlich soll er Apple-Geräte steuern und für Suche und Aufgabenerledigung persönliche Daten sowie Bildschirminformationen nutzen können. Das klingt nach fast allem, was bestehende Chatbots wie ChatGPT bereits anbieten, nur eben mit besonders enger Einbindung ins Apple-Ökosystem.
On-Device oder Cloud: Wo die KI tatsächlich läuft
Ein Teil solcher Aufgaben lässt sich grundsätzlich direkt auf dem Gerät erledigen, vor allem mit Apples leistungsstarken Chips der A- und M-Serie. Trotzdem setzt Apple laut Bloomberg auf ein spezielles KI-Modell, das zusammen mit dem Google-Gemini-Team entwickelt wurde.
Modellbasis und Leistungsgrenzen
Das Modell soll ungefähr mit Gemini 3 vergleichbar sein. Wichtig dabei: Die Vollversion von Gemini 3 läuft nicht einmal lokal auf einem High-End-Mac, geschweige denn auf einem mobilen Gerät. Daraus folgt, dass Apple für den Siri-Chatbot Serverleistung braucht.
Apple-Server reichen vermutlich nicht aus
Apple hat zwar Private Cloud Compute-Server für KI-Funktionen entwickelt, aber Bloomberg hält es für unwahrscheinlich, dass diese Infrastruktur für einen vollwertigen Siri-Chatbot in der nötigen Größenordnung ausreicht.
Bloomberg vermutet zudem, dass Apple tatsächlich darüber diskutiert, den Chatbot auf Google-Servern zu betreiben. Und: Google wird das nicht kostenlos tun.
Rechenkosten und Infrastruktur: Warum jede Siri-Anfrage Geld kostet
Egal ob Apple eigene Private-Cloud-Compute-Server nutzt oder auf Googles Tensor-Server setzt: Der Bedarf an Rechenleistung wäre riesig. Jede Frage an Siri und jedes generierte Bild verursacht laufende Kosten.
Beispiele aus der Branche
- OpenAI ist nicht profitabel und gibt jedes Jahr Milliarden für Inferenz aus.
- OpenAI hat sich verpflichtet, 1,4 Billionen US-Dollar für Infrastruktur auszugeben, um mit der Nachfrage Schritt zu halten – eine Summe, die OpenAI noch nicht hat.
- Google hat 2025 rund 85 Milliarden US-Dollar für Infrastruktur ausgegeben, um die KI-Nachfrage zu decken.
- Google hat im August bekannt gegeben, dass eine durchschnittliche Textanforderung in Gemini-Apps 0,24 Wattstunden Energie verbraucht. Über alle Google-Geräte und -Produkte hinweg ergibt das jährlich Hunderte Millionen Dollar allein an Stromkosten.
Diese Zahlen dienen als Kontext dafür, warum ein massenhaft genutzter Apple-Chatbot nicht „nebenbei“ laufen kann.
Wie Google Gemini bepreist wird und was Apple daraus übernehmen könnte
Google hat Gemini bereits in Pixel-Smartphones und andere Android-Geräte integriert und nutzt ein gestaffeltes Preissystem.
Kostenlos vs. Abo bei Gemini
- Kostenlose Version: Kostengünstiger im Betrieb, kann Fragen beantworten, Texte zusammenfassen, E-Mails schreiben sowie Apps und Smartphone-Funktionen steuern.
- Gemini Advanced: 20 US-Dollar pro Monat für eine erweiterte Version mit besserem Schlussfolgern, längerem Kontext für die Analyse größerer Dokumente und verbesserter Codierung.
Apple könnte ein ähnliches Modell wählen: Eine Basisversion von Siri für alle und fortgeschrittenere Modelle hinter einem Abonnement.
Apple hat ein bekanntes Freemium-Vorbild: iCloud
iCloud funktioniert bereits nach einem kostenlosen Einstieg plus kostenpflichtiger Erweiterung. Apple bietet 5 GB Cloud-Speicher gratis, alles darüber hinaus kostet extra. Diese Logik ließe sich relativ nahtlos auf KI übertragen: kostenloser Standard, kostenpflichtiges „Mehr“.
Option 1: Vorübergehend kostenlos, um schnell Marktanteile zu holen
Ein Szenario: Apple stellt den Siri-Chatbot zunächst kostenlos bereit. Das könnte Nutzer anlocken, die derzeit für ChatGPT oder andere Dienste bezahlen.
Der Haken: ChatGPT, Claude und Gemini liegen alle ungefähr bei 20 US-Dollar pro Monat. Für Apple wäre es schwierig, ein bis zwei Jahre lang mit diesen Anbietern bei den laufenden Kosten zu konkurrieren, wenn der eigene Dienst in großem Stil kostenlos wäre. Andererseits könnte selbst eine Unterbietung der aktuellen Preise schnell viele Kunden bringen und Apple sofort zu einem großen Akteur am KI-Markt machen.
Apple Intelligence ist derzeit komplett kostenlos, auch die mit Image Playground erstellten Bilder. Allerdings sind die Möglichkeiten begrenzt und einige Funktionen laufen auf dem Gerät.
Option 2: Kostenpflichtige Stufen direkt zum Start
Genauso möglich ist, dass Apple die KI-Kosten nicht dauerhaft selbst tragen will oder kann. Dann könnte es schon bei der Einführung kostenpflichtige Optionen geben.
Preisanker im Markt: rund 20 Dollar
KI-Anbieter haben sich faktisch auf Einstiegstarife von etwa 20 US-Dollar pro Monat eingependelt. Gleichzeitig ist unklar, ob dieser Preis langfristig tragbar ist, wenn die Kosten für das Training neuer Modelle steigen und gleichzeitig mehr Nutzer bedient werden müssen. Im Markt existieren unter anderem diese Preisniveaus:
- ChatGPT Plus – 20 $/Monat
- Copilot Pro – 20 $/Monat
- Gemini Advanced – 19,99 $/Monat
- Claude Pro – 20 $/Monat
- Perplexity Pro – 20 $/Monat
Wenn Apple eine Bezahlstufe anbietet, liegt nahe, dass sie in dieser Größenordnung positioniert wird.
Siri und ChatGPT: Was eine Ablösung bedeuten würde
Aktuell arbeitet Apple mit OpenAI zusammen, um komplexe Anfragen an ChatGPT weiterzuleiten. Apple zahlt OpenAI dafür nichts, macht ChatGPT aber Millionen von Apple-Nutzern zugänglich. Wenn Apple den eigenen Siri-Chatbot einführt, könnte die ChatGPT-Integration wegfallen.
Mögliche Nebenwirkung: Einfluss auf den Rechtsstreit mit Elon Musk
Die Abschaffung der ChatGPT-Integration könnte auch den Rechtsstreit zwischen Apple und Elon Musk berühren. Musks Firma xAI hat Apple und OpenAI wegen Absprachen verklagt. Der Vorwurf: ChatGPT werde gegenüber anderen KI-Bots wie Grok bevorzugt, und Apple solle auch andere Chatbots in Siri integrieren.
Wenn Apple ChatGPT über Siri zugunsten des eigenen Siri-Chatbots nicht mehr anbietet, wäre das in der Logik des Marktes nicht ungewöhnlicher, als wenn:
- Google Gemini in alle Android-Geräte integriert
- Meta seine Smart-Brillen auf Meta AI beschränkt
Der Zeitplan: iOS 26.4 als Zwischenstufe, iOS 27 als großer Umbau
In den kommenden Monaten dürften mehr Details bekannt werden. Aktuell steht im Raum:
- Mit iOS 26.4 will Apple erste neue LLM-Siri-Funktionen einführen. Dabei sollen Modelle genutzt werden, die in Private Cloud Compute laufen und auf einer älteren Generation von Gemini basieren.
- Der eigentliche Siri-Chatbot soll im iOS-27-Zyklus kommen und zusammen mit iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 im Juni auf der WWDC vorgestellt werden.
Apples Cloud-Strategie: Möglicher Wechsel zu Google-Servern
In Bloombergs Bericht steckt eine besonders auffällige Information. Apple und Google sollen darüber diskutieren, die Siri-Modelle der nächsten Generation direkt auf Googles Servern laufen zu lassen, nicht auf Apples eigenen.
Warum das ein Kurswechsel wäre
Apple hat Private Cloud Compute als Konzept präsentiert, das die Privatsphäre des iPhone in die Cloud verlängern soll. Diese Vision wurde jedoch unter einer früheren Führung entwickelt. Als Apple Private Cloud Compute auf der WWDC 2024 vorstellte, war noch nicht absehbar, dass für die nächsten Schritte offenbar Lizenzen für Gemini-Modelle von Google nötig sein würden.
In diesem Kontext wirkt es plausibel, dass sich der gesamte KI-Plan weiter verändern kann. Apple dürfte zwar möglichst viel Verarbeitung in der eigenen Cloud halten wollen, aber die neuen Siri-Verantwortlichen – Craig Federighi und der ehemalige Vision-Pro-Manager Mike Rockwell – scheinen laut Bericht Praktikabilität über Idealismus zu stellen. Es gibt klar Druck, aufzuholen und moderne Siri-Funktionen schnell bereitzustellen, selbst wenn dafür von früher kommunizierten Vorstellungen abgewichen werden muss.
Chatbot-Erfahrung: früher klein geredet, jetzt Priorität
Apple hat die Prämisse einer Chatbot-Erfahrung zuvor heruntergespielt. Pläne ändern sich aber, und Apple reagiert offensichtlich auf den Markterfolg von Diensten wie ChatGPT.
Datenschutz in der Google-Cloud
Wenn Apple tatsächlich auf Google-Server setzt, ist naheliegend, dass Apple die Vereinbarung so verhandeln würde, dass sensible Nutzerdaten nicht von Google protokolliert oder gespeichert werden und ausreichend von Googles Werbe- und Datenerfassungsbereichen abgeschottet sind.
Externe Infrastruktur ist bei Apple nicht neu
Hinter den Kulissen sind Teile von iCloud seit der Einführung von externen Anbietern wie Amazon Web Services und Google Cloud Platform abhängig. Diese Partner ermöglichen Betrieb und Skalierung von Funktionen wie iCloud Photos, während Apple die Verschlüsselungsschlüssel behält.
Dazu passt auch ein früherer Bericht: 2021 wurde berichtet, dass Googles Cloud rund 8 Exabyte an iCloud-Inhalten hostet.
Apple zwischen KI-Aufholjagd, Kostenfrage und Strategiebruch
Apple will Siri mit einem echten Chatbot neu aufstellen und damit technologisch zu ChatGPT, Gemini und Claude aufschließen. Der geplante Funktionsumfang ist groß, die Integration ins System tief, und der Zeitplan läuft auf eine Vorstellung im iOS-27-Zyklus zur WWDC im Juni hinaus. Gleichzeitig steht Apple vor einem klassischen KI-Dilemma: Ein Dienst in dieser Größenordnung ist teuer, weil jede Anfrage Rechenkosten erzeugt.
Daraus ergeben sich mehrere realistische Wege: eine kostenlose Basis mit kostenpflichtiger Pro-Stufe, ein zeitlich begrenzter Gratisstart zur schnellen Verbreitung oder ein direktes Abo-Modell in der Preisregion um 20 US-Dollar pro Monat, wie es der Markt vorgibt. Zusätzlich könnte Apple die aktuelle ChatGPT-Weiterleitung aus Siri entfernen, was nicht nur das Produkt, sondern auch die laufenden Debatten rund um Bevorzugung einzelner KI-Anbieter beeinflussen würde.
Und wenn der Siri-Chatbot tatsächlich auf Google-Servern laufen sollte, wäre das eine spürbare Anpassung von Apples Cloud- und Privacy-Erzählung – mit dem klaren Signal, dass Apple beim KI-Aufholen gerade vor allem auf Umsetzungsgeschwindigkeit setzt. Die besten Produkte für dich: Unsere Amazon Storefront bietet eine breite Auswahl an Zubehörteilen, auch für HomeKit. (Bild: fizkes / DepositPhotos.com)
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