Mit Apple Creator Studio positioniert sich Apple erstmals klar als direkter Anbieter eines umfassenden Kreativ-Abonnements. Damit tritt das Unternehmen in Konkurrenz zur seit Jahren etablierten Adobe Creative Cloud Pro, die für viele kreative Profis weltweit zum Standard gehört. Auf den ersten Blick ähneln sich beide Angebote stark. Beide bündeln leistungsfähige Tools für Video, Grafik, Audio und weitere kreative Aufgaben in einem monatlich bezahlten Paket. Bei genauer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass Apple Creator Studio und Adobe Creative Cloud Pro unterschiedliche Zielgruppen ansprechen und sehr unterschiedliche Schwerpunkte setzen.
Der Vergleich zwischen Apple Creator Studio und Adobe Creative Cloud Pro ist weniger ein klassisches Duell auf Augenhöhe als vielmehr ein Abwägen zwischen Umfang und Fokus. Adobe setzt seit Jahren auf maximale Abdeckung nahezu aller kreativen Disziplinen. Apple verfolgt einen reduzierteren Ansatz und konzentriert sich auf wenige, dafür tief integrierte Profi-Anwendungen innerhalb des eigenen Hardware-Ökosystems. Genau diese Unterschiede bestimmen, wie sinnvoll eines der beiden Abos für den jeweiligen Einsatzzweck ist.
App-Abdeckung im Überblick
Adobe Creative Cloud Pro ist ein sehr umfangreiches Paket. Im Standard-Abo sind insgesamt 22 Anwendungen enthalten. Sie decken Bildbearbeitung, Grafikdesign, Layout, Videoproduktion, Animation, Webdesign, Social Media und Dokumentenverarbeitung ab. Zusätzlich sind arbeitsorientierte Tools wie Acrobat Pro, Adobe Scan und Fill & Sign enthalten, die vor allem im professionellen Umfeld relevant sind.
Ein wichtiger Bestandteil des Adobe-Pakets sind die zusätzlichen Dienste. Dazu gehören generative KI-Funktionen mit monatlichen Credits für Bild, Video und Audio, Zugriff auf Adobe Stock mit einer großen Auswahl an Fotos, Videos und Grafiken, Adobe Fonts mit über 30.000 Schriftarten sowie Adobe Portfolio zur Erstellung einer eigenen Online-Präsenz.
Apple Creator Studio fällt im Vergleich deutlich kleiner aus. Das Abonnement bündelt mehrere professionelle Anwendungen, die zuvor einzeln oder als kostenpflichtige Zusatzprodukte erhältlich waren. Zu den zentralen Bestandteilen gehören Final Cut Pro, Motion, Compressor, Logic Pro und Pixelmator Pro. Diese Programme sind in der Kreativbranche etabliert und stellen den eigentlichen Mehrwert des Apple-Abos dar.
Apple nennt zusätzlich Keynote, Pages, Numbers und Freeform als Teil von Apple Creator Studio. Diese Apps sind grundsätzlich kostenlos verfügbar, erhalten im Rahmen des Abos jedoch zusätzliche Premium-Inhalte. Im direkten Vergleich mit dem Funktionsumfang von Adobe tragen sie nur begrenzt zur Gesamtbewertung bei.
Video: Professionelle Bearbeitung mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Im Videobereich ist Adobe Creative Cloud Pro sehr breit aufgestellt. Adobe Premiere Pro gilt seit Jahren als Branchenstandard für professionelle Videobearbeitung. Ergänzt wird es durch Premiere Rush für kleinere Social-Media-Projekte. Für Motion Graphics und visuelle Effekte steht After Effects zur Verfügung. Media Encoder übernimmt das Transkodieren und Exportieren in unterschiedliche Formate.
Darüber hinaus bietet Adobe zusätzliche Werkzeuge für fortgeschrittene Workflows. Prelude dient zum Sichten, Taggen und Transkodieren von Videomaterial. Bridge ermöglicht die zentrale Verwaltung aller Assets. Für die Zusammenarbeit mit anderen steht Frame.io zur Verfügung. Für animierte Inhalte gibt es Adobe Animate sowie Character Animator, mit dem sich bestehende Figuren schnell animieren lassen.
Apple setzt im Videobereich auf Final Cut Pro. Die Software bietet professionelle Schnittfunktionen, Farbkorrektur und umfangreiche Bearbeitungsmöglichkeiten und ist sowohl auf dem Mac als auch auf dem iPad verfügbar. Motion übernimmt die Erstellung von Motion Graphics, während Compressor für den Export in verschiedene Formate zuständig ist.

Apple bietet kein eigenes Pendant zu Adobe Animate oder Character Animator. Für klassische Animationen oder komplexe Character-Animationen ist das ein klarer Nachteil und für entsprechende Anwendungsfälle ein Ausschlusskriterium.
Bilder und Grafikdesign
Adobe Creative Cloud Pro deckt den Bereich Bildbearbeitung und Grafikdesign mit mehreren spezialisierten Anwendungen ab. Photoshop ist das zentrale Werkzeug für Bildbearbeitung und Compositing und gilt seit Jahren als Industriestandard. Lightroom und Lightroom Classic richten sich vor allem an Fotografen. Illustrator wird für Vektorgrafiken und Logos genutzt, InDesign für Layouts und Publishing. Adobe Fresco spricht digitale Illustratoren an, während Adobe Express schnelle und einfache Bearbeitungen ermöglicht.
Apple bietet in diesem Bereich ausschließlich Pixelmator Pro. Nach der Übernahme durch Apple ist es als vielseitiges All-in-One-Werkzeug positioniert. Pixelmator Pro kann Fotos bearbeiten, Illustrationen erstellen und verschiedene Kunststile umsetzen. Spezialisierte Werkzeuge wie ein dediziertes Vektor- oder Layoutprogramm sind jedoch nicht Teil des Apple Creator Studio.

Fotografie ist im Apple-Abo kein eigener Schwerpunkt. Die Verwaltung und Organisation von Fotos erfolgt über die Fotos-App. Betrachtet man die Funktionen von Pixelmator Pro im Zusammenspiel mit Apples Systemintegration, ist der Abstand zu Adobe geringer, als es die reine Anzahl der Apps vermuten lässt, bleibt aber vorhanden.
Musik und Audio
Im Audiobereich verfolgen Apple und Adobe sehr unterschiedliche Ansätze. Adobe bietet mit Adobe Audition ein reines Audiobearbeitungsprogramm. Es eignet sich vor allem zum Schneiden, Optimieren und Wiederherstellen von Audioaufnahmen. Audition wird häufig für Podcasts, Sprachaufnahmen und die Bearbeitung von Soundeffekten für Videos eingesetzt.

Apple setzt dagegen auf Musikproduktion. Logic Pro ist eine vollwertige Digital Audio Workstation, mit der komplette Songs produziert werden können. Dazu gehören Aufnahme, Arrangement, virtuelle Instrumente, Effekte und Mastering. Logic Pro ist sowohl auf dem Mac als auch auf dem iPad verfügbar. Ergänzt wird es durch Logic Remote für zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten sowie MainStage für den Einsatz von Instrumenten und Effekten bei Live-Auftritten.
Während Adobe Audition vorhandenes Audio verfeinert, ist Logic Pro darauf ausgelegt, Musik von Grund auf zu erstellen und aufzuführen.
Extras und Zusatzleistungen
Adobe Creative Cloud Pro enthält 100 GB Cloud-Speicher. Darüber hinaus gehören generative KI-Funktionen, Adobe Stock, Adobe Fonts, Adobe Portfolio sowie Rabatte bei Partnerunternehmen wie Dropbox oder Logitech zum Paket.
Apple Creator Studio bietet keinen zusätzlichen Cloud-Speicher. Dieser lässt sich über iCloud-Upgrades oder ein Apple-One-Abonnement ergänzen. Dafür erhalten Abonnenten Zugriff auf Premium-Vorlagen, lizenzfreie Fotos und Grafiken sowie zusätzliche KI-Funktionen, die in Keynote, Pages, Numbers und Freeform genutzt werden können.
Preisgestaltung
Der Preisunterschied zwischen beiden Angeboten ist erheblich. Adobe Creative Cloud Pro kostet im Jahresabo 69,99 US-Dollar /77,99 Euro pro Monat oder 779,88 US-Dollar / 905,92 Euro bei jährlicher Vorauszahlung. Bei monatlicher Zahlung ohne Jahresbindung liegt der Preis bei 104,99 US-Dollar / 116,99 Euro pro Monat. Eine Gruppen- oder Familienfreigabe ist nicht vorgesehen, die Preise gelten pro Person.
Apple Creator Studio kostet 12,99 US-Dollar / 12,99 Euro pro Monat oder 129 US-Dollar / 129 Euro pro Jahr. Über die Familienfreigabe kann das Abo von bis zu fünf weiteren Personen genutzt werden. Für Bildungseinrichtungen bietet Apple einen stark reduzierten Tarif von 2,99 US-Dollar / 2,99 Euro pro Monat oder 29,99 US-Dollar / 29,99 Euro pro Jahr an. Dieser Tarif ist nicht familienfähig. Adobe bietet ebenfalls vergünstigte Bildungspreise, die jedoch deutlich höher liegen.
Nuancen, Kompromisse und Alternativen
Die Wahl zwischen Apple Creator Studio und Adobe Creative Cloud Pro hängt stark vom jeweiligen Einsatzbereich ab. Adobe bleibt für viele professionelle Workflows unverzichtbar, insbesondere wenn bestimmte Programme branchenweit etabliert sind oder die Zusammenarbeit mit anderen im Adobe-Ökosystem erfolgt.
Apple Creator Studio richtet sich vor allem an Anwender, die mehr benötigen als die kostenlosen Apple-Apps bieten, aber nicht den gesamten Umfang der Creative Cloud brauchen. Durch den großen Preisunterschied entsteht zusätzlicher Spielraum. Einzelne Adobe-Abos, etwa für Photoshop und Lightroom, lassen sich problemlos ergänzen. Auch externe Lösungen wie Procreate Dreams oder die Affinity-Suite können genutzt werden, um funktionale Lücken zu schließen.
Verfügbarkeit
Adobe Creative Cloud Pro ist direkt über die Website von Adobe erhältlich. Zusätzlich werden Einzelabonnements für Programme wie Photoshop, Premiere Pro oder Illustrator angeboten.
Apple Creator Studio ist ab dem 28. Januar direkt bei Apple verfügbar. Viele der enthaltenen Anwendungen wie Final Cut Pro, Logic Pro, Pixelmator Pro, Motion, Compressor und MainStage sind weiterhin auch als Einmalkauf für den Mac erhältlich.
Für wen Apple Creator Studio ausreicht und für wen nicht
Apple Creator Studio ist keine vollständige Alternative zur Adobe Creative Cloud Pro, sondern ein bewusst reduziertes Kreativ-Abo mit klaren Schwerpunkten. Für bestimmte Anwendungsfälle reicht das Angebot vollständig aus, für andere bleibt Adobe unverzichtbar. Wer nicht beruflich oder technisch an Adobe gebunden ist, findet mit Apple Creator Studio eine deutlich günstigere Lösung, die sich bei Bedarf flexibel erweitern lässt und für viele kreative Workflows mehr als ausreichend ist. Die besten Produkte für dich: Unsere Amazon Storefront bietet eine breite Auswahl an Zubehörteilen, auch für HomeKit. (Bild: Apple)
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Häufige Fragen zu Apple Creator Studio und Adobe Creative Cloud Pro
Apple Creator Studio ist ein Kreativ-Abonnement von Apple, das mehrere professionelle Anwendungen für Video, Musik und Bildbearbeitung bündelt. Dazu gehören unter anderem Final Cut Pro, Logic Pro, Pixelmator Pro, Motion und Compressor. Das Abo ist stark auf das Apple-Ökosystem ausgerichtet und läuft auf Mac und iPad.
Nein. Apple Creator Studio ist bewusst kleiner gehalten und deckt nicht alle kreativen Disziplinen ab. Für Animation, Layout oder komplexes Grafikdesign fehlen spezialisierte Tools, die bei Adobe enthalten sind. Für bestimmte Workflows reicht Apple Creator Studio jedoch vollständig aus.
Zum Kernumfang gehören Final Cut Pro, Motion, Compressor, Logic Pro und Pixelmator Pro. Zusätzlich erhalten Abonnenten Premium-Inhalte für Keynote, Pages, Numbers und Freeform, die ansonsten kostenlos verfügbar sind.
Der größte Vorteil ist der Preis. Apple Creator Studio ist deutlich günstiger und kann über die Familienfreigabe von bis zu fünf weiteren Personen genutzt werden. Außerdem sind die Apps eng auf Apple-Hardware abgestimmt und laufen auch auf dem iPad.
Adobe bietet ein deutlich größeres App-Paket mit 22 Anwendungen. Dazu gehören etablierte Standards wie Photoshop, Illustrator, InDesign, Premiere Pro und After Effects. Zusätzlich sind Cloud-Speicher, Schriftarten, Stockmaterial und KI-Funktionen enthalten.
Ja, für viele professionelle Videoprojekte ist Final Cut Pro vollkommen ausreichend. Farbkorrektur, Schnitt, Export und Motion Graphics sind auf hohem Niveau möglich. Für klassische Animationen oder teamorientierte Adobe-Workflows kann es jedoch Einschränkungen geben.
Für grundlegende Grafik- und Bildbearbeitung ist Pixelmator Pro gut geeignet. Wer jedoch regelmäßig mit Vektorgrafiken, Layouts oder Printprodukten arbeitet, stößt ohne spezialisierte Tools wie Illustrator oder InDesign an Grenzen.
Adobe Audition ist auf Audiobearbeitung und -optimierung spezialisiert, etwa für Podcasts oder Soundeffekte. Apple Logic Pro ist eine vollständige Musikproduktionsumgebung und richtet sich an Anwender, die Musik komponieren, aufnehmen und produzieren möchten.
Nein, im Abo ist kein zusätzlicher Cloud-Speicher enthalten. Speicherplatz kann über iCloud-Upgrades oder Apple-One-Abonnements ergänzt werden. Adobe Creative Cloud Pro enthält standardmäßig 100 GB Cloud-Speicher.
Apple Creator Studio eignet sich vor allem für Anwender, die auf Mac oder iPad arbeiten, professionelle Video- oder Musiktools benötigen und keinen vollständigen Adobe-Workflow brauchen. Auch für Einzelanwender, Familien oder Bildungseinrichtungen ist das Abo attraktiv.
Adobe Creative Cloud Pro ist sinnvoll, wenn branchenübliche Standards erforderlich sind, im Team gearbeitet wird oder spezielle Anwendungen wie Illustrator, InDesign oder After Effects regelmäßig genutzt werden. Für viele professionelle Umgebungen bleibt Adobe unverzichtbar.



