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Wie Trumps Importzölle Apple das Leben schwer machen

Milan Jovicic by Milan Jovicic
21. Februar 2026 - 23:03 CET
in Apple News
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Apple Zölle

Bild: Shutterstock / S.Gvozd

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Es war eine dieser Wochen in der US-amerikanischen Handelspolitik, die man kaum glauben würde, wenn man sie nicht live miterlebt hätte. Präsident Donald Trump hat zunächst einen globalen Importzoll von 10 % als Reaktion auf ein Gerichtsurteil eingeführt – und diesen Satz dann keine 24 Stunden später kurzerhand auf 15 % angehoben. Für Unternehmen wie Apple, die tief in internationale Lieferketten eingebunden sind, ist das keine abstrakte Politik mehr. Es ist bittere Realität.

Um zu verstehen, warum die aktuelle Situation für Apple so brisant ist, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Chronologie der Ereignisse. Trump hatte ursprünglich sogenannte „gegenseitige” Zölle eingeführt, die länderspezifisch ausgestaltet waren und im Fall von China einen Satz von bis zu 145 % erreichten. Der Oberste Gerichtshof erklärte diese umfassenden Zölle am Freitag für illegal. Trumps Reaktion war keine Kehrtwende, sondern eine Neuausrichtung.

Wie es zu diesem Zollchaos kam

Er stützte sich auf Abschnitt 122 des US-Handelsgesetzes und führte einen neuen globalen Importzoll von 10 % ein. Dieser Schritt folgte bestimmten gesetzlichen Spielregeln: Der Satz muss einheitlich gelten, also ohne länderspezifische Unterschiede, und die Maßnahme ist auf maximal 150 Tage befristet, sofern der Kongress keine Verlängerung beschließt. Abschnitt 122 erlaubt dabei Sätze von bis zu 15 %. Genau diesen Spielraum nutzte Trump dann am nächsten Tag aus.

Am Samstag veröffentlichte er auf Truth Social einen Beitrag, in dem er ankündigte, den Satz von 10 % mit sofortiger Wirkung auf das „voll zulässige Niveau” von 15 % anzuheben. Als Begründung nannte er eine „gründliche, detaillierte und vollständige Überprüfung der lächerlichen, schlecht formulierten und außerordentlich antiamerikanischen Entscheidung” des Obersten Gerichtshofs. Ob das 15-Prozent-Niveau zum ursprünglich geplanten Zeitpunkt, also Dienstag um 00:01 Uhr Eastern Time, in Kraft treten wird, bleibt zunächst unklar (via CNN).

Was Trump mit diesem Schachzug bezweckt

Beobachter gehen davon aus, dass Trump mit dem neuen Zollrahmen auf Basis von Abschnitt 122 denselben wirtschaftlichen Effekt erzielen will wie mit den zuvor vom Gericht gekippten gegenseitigen Zöllen. Der entscheidende Unterschied liegt in der rechtlichen Konstruktion: Eine Maßnahme auf Grundlage von Abschnitt 122 ist deutlich schwieriger gerichtlich anzufechten als die vorherige Variante. Trump sucht also nicht nach einer weicheren Lösung, sondern nach einer juristisch robusteren.

Gleichzeitig machte er in seinem Truth-Social-Beitrag deutlich, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Die Regierung werde in den „nächsten wenigen Monaten” daran arbeiten, neue und „rechtlich zulässige” Zölle zu erlassen. Die aktuelle 15-Prozent-Regelung ist demnach als Übergangslösung zu verstehen, nicht als Endzustand.

Apple und die Zollmathematik: Sechsmal mehr als im Februar 2025

Wie immer bei Zollerhöhungen trifft es Apple in irgendeiner Form. Das Unternehmen hätte bereits beim 10-Prozent-Satz rund viermal so viel an Zöllen zahlen müssen wie noch im Februar 2025. Mit dem neuen Satz von 15 % steigt dieser Betrag auf das Sechsfache des damaligen Niveaus. Das sind keine Peanuts, auch wenn Apple zu den profitabelsten Unternehmen der Welt zählt.

Hinzu kommt, dass Apple keine einfache Möglichkeit hat, diese Mehrkosten kurzfristig zu umgehen. Die Lieferkette des Unternehmens ist über Jahre gewachsen und hängt stark von Produktionsstandorten in China, Indien und Vietnam ab. Eine schnelle Verlagerung ist weder logistisch noch finanziell einfach umsetzbar.

Der unerwartete Schutzeffekt der Pauschalregelung

Wer jetzt denkt, die Situation sei für Apple schlicht katastrophal, der sollte einen Schritt zurücktreten. Denn die Art, wie der neue Zoll konstruiert ist, begrenzt den Gesamtschaden auf eine interessante Weise.

Da Abschnitt 122 keinen länderspezifischen Ansatz erlaubt, kann dieser Zoll nicht dazu genutzt werden, den Satz in bestimmten Ländern gezielt zu erhöhen. China, Indien und Vietnam, die wichtigsten Standorte in Apples Lieferkette, werden also nicht separat mit höheren Aufschlägen belastet. Das 15-Prozent-Niveau gilt pauschal für alle Importe, unabhängig vom Herkunftsland.

Konkret bedeutet das: Der neue Zoll trifft Apple zwar hart, aber er verhindert gleichzeitig, dass die bereits bestehenden länderspezifischen Belastungen durch diese Regelung weiter verschärft werden. Die 145 %, die einst gegen chinesische Waren erhoben wurden, sind eine andere Baustelle. Der neue globale Pauschalzoll von 15 % kommt obendrauf, erhöht aber die China-spezifischen Sätze nicht weiter. Das ist weit von ideal entfernt, aber es hätte schlimmer kommen können.

Was Apple jetzt konkret unter Druck setzt

Trotz des Schutzeffekts bleibt die Gesamtlage angespannt. Apples Gewinnmargen stehen unter Druck, weil die Importkosten deutlich gestiegen sind. Das Unternehmen hat im Wesentlichen drei Optionen: Es kann die Mehrkosten durch Preiserhöhungen an die Endkunden weitergeben, es kann die höheren Kosten intern absorbieren und damit seine Margen komprimieren, oder es kann die Diversifizierung seiner Lieferkette weiter vorantreiben und die Abhängigkeit von einzelnen Ländern reduzieren.

Alle drei Wege haben ihren Preis. Preiserhöhungen riskieren Nachfrageeinbrüche in einem ohnehin gesättigten Markt. Margenverluste sind für Investoren schwer zu kommunizieren. Und die Umstrukturierung der Lieferkette ist ein Projekt, das Jahre dauert und Milliarden kostet.

Erschwerend kommt hinzu, dass Trump ankündigte, in absehbarer Zeit weitere Zölle einführen zu wollen. Apple plant also nicht nur mit dem bekannten Satz von 15 %, sondern muss gleichzeitig damit rechnen, dass in wenigen Monaten erneut neue Regelungen greifen.

Apple steckt in einer Zwickmühle ohne einfachen Ausweg

Die Situation lässt sich also so zusammenfassen: Apple zahlt sechsmal mehr Zölle als noch Anfang 2025, die Lieferkette lässt sich nicht über Nacht umbauen, und die US-Handelspolitik bleibt auf absehbare Zeit unberechenbar. Der Schutz durch die Pauschalregelung ist real, aber er mildert das Problem nur ab, ohne es zu lösen.

Was bleibt, ist Unsicherheit. Und die ist für ein Unternehmen, das langfristig denkt und plant, vielleicht das größte Problem von allen. (Bild: Shutterstock / S.Gvozd)

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