Im laufenden Gerichtsverfahren um die Auswirkungen sozialer Medien auf die psychische Gesundheit rückt neben Meta auch Apple in den Fokus. Mark Zuckerberg versucht in seiner Verteidigung deutlich zu machen, dass er sich frühzeitig um den Schutz junger Nutzer bemüht habe – und verweist dabei ausdrücklich auf einen Kontaktversuch mit Apple-CEO Tim Cook.
Der Fall wird als möglicher Präzedenzfall für die gesamte Branche gesehen. Im Kern geht es um Verantwortung, Altersüberprüfung und die Frage, wer für mögliche psychische Schäden durch Social Media haftet.
Ausgangspunkt des Verfahrens ist die Klage einer heute 19-jährigen Frau vor einem Gericht in Los Angeles. Sie behauptet, soziale Medien hätten sie zu Selbstverletzung und Suizidgedanken getrieben. Gemeinsam mit ihrer Mutter verklagte sie zunächst mehrere Unternehmen: Meta, YouTube, Snap und TikTok.
Snap und TikTok einigten sich außergerichtlich. Damit konzentriert sich der Prozess nun vor allem auf Meta. Beobachter sehen darin einen Testfall mit potenziell weitreichenden Folgen für die Regulierung sozialer Medien in den USA.
Zuckerbergs Verteidigung: Kontakt zu Apple als Beleg für Engagement
Laut einem Bericht von CNBC hat das Verteidigungsteam von Meta Beweise vorgelegt, die zeigen sollen, dass Mark Zuckerberg sich aktiv für den Schutz junger Instagram-Nutzer eingesetzt habe.
Zuckerberg erklärte vor Gericht, er habe im Februar 2018 eine E-Mail an Tim Cook geschickt. Darin habe er über das „Wohlbefinden von Teenagern und Kindern“ sprechen wollen. Er habe Möglichkeiten gesehen, wie sein Unternehmen und Apple gemeinsam Lösungen entwickeln könnten.
Ob dieses Gespräch tatsächlich zustande kam, ist bislang nicht belegt. Öffentliche Hinweise auf ein Treffen oder eine konkrete Zusammenarbeit gibt es nicht.
Im März 2018 äußerte sich Tim Cook öffentlich kritisch über Metas Umgang mit Datenschutz. Er machte deutlich, dass er mit diesem Ansatz nicht einverstanden sei. Später wurde berichtet, Zuckerberg sei darüber so verärgert gewesen, dass er intern gefordert habe, Mitarbeiter sollten vom iPhone auf Android wechseln. Diese Darstellung wurde später dementiert.
Im aktuellen Prozess dient die E-Mail an Apple als Argument dafür, dass Zuckerberg sich um den Schutz junger Nutzer bemüht habe. Gleichzeitig folgt dieser Verweis auf frühere Versuche von Meta, die Verantwortung für bestimmte Schutzmechanismen auf Plattformbetreiber wie Apple und Google zu verschieben.
Altersüberprüfung als zentraler Streitpunkt
Ein wichtiger Bestandteil des Verfahrens ist die Frage der Alterskontrolle. Meta hatte sich in der Vergangenheit gegen strengere eigene Altersüberprüfungen gewehrt und argumentiert, Apple und Google sollten diese Aufgabe auf Betriebssystem- oder App-Store-Ebene übernehmen.
Instagram verlangt offiziell ein Mindestalter von 13 Jahren. Zuckerberg erklärte vor Gericht, dass dieser Hinweis bei der Anmeldung deutlich gemacht werde. Gleichzeitig räumte er ein, dass auch jüngere Kinder Zugang zur Plattform erhalten.
Ein Anwalt der Kläger stellte die Frage, ob man ernsthaft erwarten könne, dass ein 9-Jähriger das Kleingedruckte lese. Er hinterfragte, ob diese Praxis tatsächlich ausreiche, um unter Eid zu erklären, dass Kinder unter 13 Jahren nicht zugelassen seien.
Der Streit um die Altersüberprüfung ist damit nicht nur eine technische Frage, sondern berührt die grundsätzliche Verantwortung von Plattformbetreibern.
Psychische Gesundheit und Schönheitsfilter
Im Prozess wurde Zuckerberg auch mit Studien konfrontiert, die darauf hindeuten, dass soziale Medien negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben können. Besonders diskutiert wurden dabei Schönheitsfilter auf Instagram.
Zuckerberg erklärte, Meta habe zu diesem Thema nicht näher benannte Interessengruppen konsultiert und intern über mögliche Maßnahmen gesprochen.
Der Anwalt der Kläger legte jedoch interne Nachrichten vor, aus denen hervorgeht, dass Zuckerberg ein geplantes Verbot bestimmter Schönheitsfilter aufgehoben habe. Seine Begründung sei gewesen, ein solches Verbot sei „paternalistisch“.
Vor Gericht sagte Zuckerberg, diese Wortwahl klinge nach etwas, das er sagen würde und das seiner Haltung entspreche. Es fühle sich für ihn etwas überheblich an, Nutzern solche Vorgaben zu machen. Er wolle lieber auf Nummer sicher gehen und den Menschen die Möglichkeit geben, sich auszudrücken.
Ablauf des Verfahrens und weitere Entwicklungen
Der Prozess soll voraussichtlich bis März 2026 dauern. Aufgrund der Tragweite des Falls wird er intensiv beobachtet.
Während einer der jüngsten Sitzungen stellte Richterin Carolyn B. Kuhl außerdem klar, dass sie jede Nutzung von Meta-Brillen zur Aufzeichnung des Verfahrens als Missachtung des Gerichts werten würde. Entsprechende Verstöße würden bestraft.
Verantwortung zwischen Meta und Apple neu verteilt?
Das Verfahren gegen Meta geht weit über den Einzelfall einer jungen Klägerin hinaus. Es behandelt grundlegende Fragen zur Verantwortung sozialer Netzwerke, zur Altersüberprüfung und zu möglichen psychischen Folgen der Nutzung.
Zuckerbergs Verweis auf den Kontakt zu Apple soll zeigen, dass er sich frühzeitig um Lösungen bemüht habe. Gleichzeitig wirft der Fall die Frage auf, ob Verantwortung zwischen App-Anbietern und Plattformbetreibern aufgeteilt werden kann – oder ob soziale Netzwerke stärker in die Pflicht genommen werden müssen. (Bild: Shutterstock / Gorodenkoff)
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