Jahrelang lag die Grenze bei drei zusätzlichen @icloud.com-Adressen. Auf iCloud.com lassen sich inzwischen neun E-Mail-Aliasse anlegen – dreimal so viele wie bisher. Apples eigene Anleitung nennt allerdings weiterhin den alten Wert.
Aufgefallen ist die Änderung einem Nutzer, der sie in der vergangenen Woche auf Reddit beschrieben hat. Weitere Nutzer haben das neue Limit seitdem auf iCloud.com nachvollzogen, die Erhöhung ist dort aktiv.
E-Mail-Aliasse sind zusätzliche Adressen, die im selben Postfach landen wie die primäre iCloud-Mail-Adresse. Welche Rolle iCloud Mail neben Speicher, Fotos und den übrigen Diensten spielt, zeigt der Überblick iCloud erklärt: Dienste, Speicher und iCloud+.
Das Wichtigste in Kürze
- Auf iCloud.com lassen sich jetzt bis zu neun statt drei @icloud.com-E-Mail-Aliasse anlegen.
- Die Erhöhung wurde zuerst von einem Nutzer auf Reddit bemerkt, mit einem deutschen Apple Account bietet iCloud.com ebenfalls neun Plätze an.
- Apples deutschsprachige Anleitung nennt weiterhin drei Aliasse als Obergrenze.
- Aliasse sind etwas anderes als die zufälligen Adressen von „E-Mail-Adresse verbergen“ und die Adressen einer eigenen Domain.
Was sich beim Limit ändert
Bisher galt eine feste Grenze: Neben der primären Adresse waren drei Aliasse möglich. Nun sind es neun, also sechs zusätzliche Adressen.
Ich habe das mit meinem eigenen Apple Account auf iCloud.com geprüft: Auch hier bieten die Einstellungen von iCloud Mail neun Plätze für Aliasse an. Die Erhöhung gilt damit auch für Accounts aus Deutschland.
Die Anleitung im Apple Support beschreibt den alten Stand: Nach dem Einrichten einer primären iCloud-Mail-Adresse lassen sich auf iCloud.com bis zu drei Aliasse erstellen. Anleitung und tatsächliches Verhalten von iCloud.com laufen damit derzeit auseinander.
Eine Ausnahme kennt die Anleitung schon länger: Wer bei der Umstellung von MobileMe auf iCloud fünf Aliasse besaß, durfte diese behalten. Gelöschte Aliasse aus diesem Bestand ließen sich allerdings nicht ersetzen.
So funktionieren die Aliasse
Angelegt werden Aliasse ausschließlich auf iCloud.com in den Einstellungen von iCloud Mail. Der eingegebene Text wird zur Adresse in der Form alias[at]icloud.com, eine optionale Bezeichnung hilft beim Sortieren.
Nach dem Einrichten lassen sich über einen Alias E-Mails senden und empfangen – auf iCloud.com und auf allen Geräten, auf denen Mail in den iCloud-Einstellungen aktiviert ist. Aliasse können vorübergehend deaktiviert oder dauerhaft gelöscht werden. Einen separaten Apple Account kann man mit einem Alias laut Apple nicht anlegen.
Alias, verborgene Adresse und eigene Domain
Drei Funktionen klingen ähnlich, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben:
| Funktion | Adressform | Voraussetzung | Anzahl |
|---|---|---|---|
| E-Mail-Alias | frei gewählt, @icloud.com | primäre iCloud-Mail-Adresse | neun (Anleitung: drei) |
| E-Mail-Adresse verbergen | zufällig erzeugt | iCloud+ | – |
| Eigene E-Mail-Domain | eigene Domain | iCloud+ | drei aktive Adressen pro Domain |
Die zufälligen Adressen von „E-Mail-Adresse verbergen“ sollen die echte Adresse gegenüber Shops und Diensten verbergen. Bei dieser Funktion hat Apple zuletzt einen Domain-Wechsel gekippt. Ein Alias dagegen ist eine feste, selbst gewählte Adresse, die auch als Absender taugt.
Mehr Spielraum für sortierte Postfächer
Ich halte die Erhöhung für eine der Änderungen, die vor allem Nutzer mit über die Jahre gewachsenem Postfach merken. Drei Aliasse waren schnell vergeben – für Newsletter, Shopping und vielleicht einen Verein. Mit neun lässt sich der Posteingang deutlich feiner aufteilen, etwa mit eigenen Regeln oder Ordnern je Adresse.
Wer auf iCloud schon alle drei bisherigen Plätze belegt hatte, kann die zusätzlichen Adressen direkt auf iCloud.com anlegen. Eine Umstellung auf iCloud+ ist dafür nicht nötig, Voraussetzung bleibt die primäre iCloud-Mail-Adresse.
Nutzt du für Newsletter und Shops lieber feste Aliasse oder die zufälligen Adressen von „E-Mail-Adresse verbergen“? Schreib uns, welche Lösung bei dir im Postfach Ordnung hält.





