Dieser Beitrag kann Partnerlinks enthalten. Mehr dazu im Partnerprogramm.
Ein leerer Karton, ein fehlendes Kabel, ein ausgebautes Bauteil: Bei Rückgaben in Apples Ladengeschäften fällt das bisher erst auf, wenn jemand die Verpackung öffnet. Ein neues Gerät soll das künftig ohne Öffnen erledigen. Davon profitieren auch alle, die ehrlich zurückgeben.
Apple hat in seinen Ladengeschäften ein Gerät eingeführt, das zurückgegebene iPhones in der versiegelten Verpackung prüft. Das berichtet Bloombergs Mark Gurman in seinem Newsletter Power On vom 25. Oktober. Die Geräte sollen Anfang Oktober in den Filialen angekommen sein und werden jetzt in Betrieb genommen.
Gurman gilt bei Apples Abläufen im Handel als gut informiert. Das System, auf dem das neue Gerät aufbaut, hatte er bereits im Oktober 2023 beschrieben, bevor es im Frühjahr 2024 in die US-Filialen kam. Weitere Meldungen rund um Apples Ladengeschäfte bündelt die Seite zum Apple Store.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein neues Gerät scannt iPhones in der versiegelten Verpackung und führt dabei eine Diagnose durch.
- Ist das iPhone vollständig und intakt, kann es mit geschlossenem Karton zurück in den Verkauf.
- Hintergrund ist Betrug bei Rückgaben: Zubehör, Bauteile oder das ganze iPhone fehlen, zurück kommt nur der Karton.
- Die Technik baut auf Presto auf, mit dem Apple seit 2024 Software auf iPhones in der Verpackung installiert.
Ein Scan statt geöffneter Verpackung
Bisher sind Mitarbeiter angewiesen, bei einer Rückgabe den Karton zu öffnen und den Inhalt zu prüfen. Das neue Gerät übernimmt diese Prüfung von außen. Es scannt das iPhone im Karton und führt eine Diagnose aus, ob das Gerät vollständig ist.
Fällt die Prüfung positiv aus, bleibt die Versiegelung unangetastet. Das iPhone kann dann direkt wieder als Neuware in den Bestand.
Warum Apple das Gerät braucht
Laut Gurman hat Apple ein wachsendes Problem mit manipulierten Rückgaben. Manche Käufer entfernen Zubehör aus dem Karton, öffnen das iPhone und bauen Teile aus oder nehmen das ganze Gerät heraus. Danach geben sie die Verpackung zurück und hoffen, dass es im Laden niemandem auffällt.
Das Öffnen jeder Packung trifft aber auch ehrliche Rückgaben. Ein geöffnetes iPhone kann nicht einfach wieder als versiegelte Neuware ins Regal. Genau diesen Verlust soll das neue Gerät verringern.
Aufgebaut auf Presto
Die Technik ist nicht von Grund auf neu. Mit Presto bringt Apple seit 2024 iPhones im geschlossenen Karton auf den neuesten Softwarestand: Das System schaltet das Gerät drahtlos ein, installiert das Update und schaltet es wieder aus. Gestartet ist Presto zunächst in den US-Filialen.
Das neue Prüfgerät überträgt diesen Ansatz von der Software auf die Kontrolle. Statt ein Update aufzuspielen, prüft es, ob das iPhone in der Packung vollständig und funktionsfähig ist.
Rückgaben im deutschsprachigen Raum
In Deutschland lässt sich serienmäßige Hardware laut Apples deutschen Rückgabebedingungen innerhalb von 14 Kalendertagen nach Zustellung zurückgeben. Wer ein online bestelltes Gerät im Store abholt, kann es innerhalb von 14 Tagen in einem deutschen Apple Store zurückgeben. Für einen Wertverlust haften Käufer nur, wenn er über die Prüfung von Beschaffenheit und Funktion hinausgeht.
In der Schweiz verlangt Apple laut den Schweizer Bedingungen bei Rückgaben ausdrücklich die Originalverpackung samt Kaufbeleg. Auch dort gilt eine Frist von 14 Kalendertagen.
Weniger Ausschuss bei ehrlichen Rückgaben
Ich halte das Gerät vor allem für eine Antwort auf ein Lagerproblem, nicht nur auf Betrug. Jedes geöffnete iPhone verliert den Status als versiegelte Neuware, auch wenn der Kunde es nie ausgepackt hat. Wenn ein Scan das Öffnen ersetzt, bleiben solche Geräte vollwertige Ware.
An den Rückgaberechten ändert sich durch das Gerät nichts. Es verschiebt nur, wo geprüft wird: in den Karton hinein statt durch den geöffneten Deckel.
Hast du schon einmal ein iPhone im Apple Store zurückgegeben, und wurde der Karton dabei vor deinen Augen geöffnet? Erzähl uns in den Kommentaren, wie die Rückgabe bei dir abgelaufen ist.





