Drei Modelle, 430 Euro Spanne – und in allen dreien steckt derselbe Chip. Was den Aufpreis rechtfertigt, steht deshalb nicht im Datenblatt unter „Prozessor“, sondern bei Geräuschunterdrückung, Laufzeit und Gesundheitsfunktionen. Eine davon hat nur ein einziges Modell.
Apples Kopfhörer-Sortiment besteht seit September 2026 aus drei aktuellen Modellen: den AirPods 5 ab 149 Euro, den AirPods Pro 3 für 249 Euro und den AirPods Max 2 ab 579 Euro. Die AirPods 4 sind aus dem Sortiment verschwunden, das Einstiegsmodell heißt jetzt AirPods 5 – und beherrscht erstmals serienmäßig die Aktive Geräuschunterdrückung, die bei der Vorgängergeneration nur die teurere Variante hatte. Die Angaben in diesem Text stammen aus den deutschen Datenblättern zu den AirPods 5, den AirPods Pro 3 und den AirPods Max 2. Wie weit die Modelle bei der Geräuschunterdrückung auseinanderliegen, hat sich mit der neuen Generation verschoben – die Details dazu stehen im direkten Vergleich zwischen AirPods 5 und AirPods Pro 3.
Das Wichtigste in Kürze
- Alle drei Modelle arbeiten mit dem H2 Chip – die Max 2 hat ihn seit dieser Generation in jeder Hörmuschel
- Hörtest, Hörgerätfunktion und Gehörschutz nach EN 352 gibt es ausschließlich bei den AirPods Pro 3, ebenso die Herzfrequenzmessung im Workout
- Verlustfreies Audio über USB-C beherrschen nur die AirPods Max 2 – bei den beiden In-Ear-Modellen fehlt es
- AirPods 5 und Pro 3 sind nach IP57 vor Staub, Schweiß und Wasser geschützt, für die Max 2 nennt Apple keine Schutzart
- Die AirPods 5 gibt es in zwei Fassungen, die sich in Laufzeit und Bedienung unterscheiden – nicht nur im Ladecase
Die drei Modelle im direkten Vergleich
| Merkmal | AirPods 5 | AirPods Pro 3 | AirPods Max 2 |
|---|---|---|---|
| Preis | 149 Euro (169 mit kabellosem Ladecase) | 249 Euro | ab 579 Euro |
| Bauform | offen, ohne Ohreinsätze | In-Ear mit fünf Ohreinsatzgrößen | Over-Ear |
| Chip | H2 | H2, Ultrabreitband-Chip im Case | H2 je Hörmuschel |
| Gewicht | 4,3 g je Hörer | 5,55 g je Hörer | 386,2 g |
| Schutzart | IP57 | IP57 | – |
| Laufzeit mit ANC | 4 Std. (5 Std.) | 8 Std. | 20 Std. |
| Mit Ladecase | 20 Std. (22 Std.) | 24 Std. | – |
| 5 Minuten Laden | ca. 1 Std. | ca. 1 Std. | ca. 1,5 Std. |
| Hörgesundheit | – | Hörtest, Hörgerät, Gehörschutz | – |
| Herzfrequenz | – | im Workout | – |
| Verlustfreies Audio | – | – | über USB-C |
| Live Übersetzung | ja | ja | ja, ab iOS 26.4 |
| Ladekabel dabei | nein | nein | ja |
AirPods 5: Geräuschunterdrückung ohne Aufpreis
Die auffälligste Änderung dieser Generation steht nicht im Datenblatt, sondern in der Sortimentslogik. Bei den AirPods 4 führte Apple zwei getrennte Modelle – eines mit und eines ohne Aktive Geräuschunterdrückung. Bei den AirPods 5 ist sie Grundausstattung, zusammen mit Adaptivem Audio, Transparenzmodus, Konversationserkennung und Stimmisolation. Apple beziffert die Unterdrückung als bis zu 1,5-mal besser als bei den AirPods 4 mit ANC, gemessen nach IEC 60268-24.

Die Bauform bleibt offen, ohne Silikonaufsätze. Das ist der eigentliche Unterschied zur Pro-Reihe und eine Frage des Tragegefühls, nicht der Ausstattung: Wer Ohreinsätze als störend empfindet, bekommt hier trotzdem Geräuschunterdrückung. Die Kehrseite ist physikalisch – ohne Abdichtung im Gehörgang fehlt die passive Dämmung, auf der die Pro-Modelle aufbauen.
Beim Kauf stellt sich eine zweite Frage, die mehr entscheidet als der Name vermuten lässt. Die Fassung mit kabellosem Ladecase kostet 20 Euro mehr und bringt drei Dinge: eine Stunde mehr Laufzeit je Ladung, zwei Stunden mehr in Summe mit dem Case und den Drucksensor mit Streichgeste zur Lautstärkeregelung. Ohne diese Geste gibt es an den Stöpseln keine Lautstärkeregelung. Ein USB-C-Kabel liegt keiner der beiden Fassungen bei.
AirPods Pro 3: Das einzige Modell mit Gesundheitsfunktionen
Die Pro 3 sind das Modell, dessen Datenblatt Abschnitte enthält, die bei den anderen beiden komplett fehlen. Unter „Hörgesundheit“ listet Apple den Hörtest, die Hörgerätfunktion samt automatischer Konversationsverstärkung und den Gehörschutz, der bei aktiviertem EN-352-Schutz dem entsprechenden Standard entspricht. Diese Funktionen sind für Personen ab 18 Jahren gedacht und brauchen ein gekoppeltes iPhone oder iPad.

Dazu kommt der Herzfrequenzmesser für Workouts, der die Daten an die Fitness App oder kompatible Apps anderer Anbieter liefert. Er kostet Laufzeit: Statt 8 Stunden sind es dann 6,5. Wer die Hörgerätfunktion im Transparenzmodus nutzt, kommt auf bis zu 10 Stunden.
Bei der Geräuschunterdrückung ist der Abstand am größten: Apple gibt die Pro 3 mit bis zu dreimal mehr unterdrückten Geräuschen an als die AirPods 5, gegenüber den ersten AirPods Pro mit dem Vierfachen. Fünf Ohreinsatzgrößen inklusive XXS gehören zum Lieferumfang – ungewöhnlich viel, und in der Praxis die Voraussetzung dafür, dass die Werte überhaupt erreicht werden. Was die aktuelle Generation gegenüber ihren Vorgängern gewonnen hat, steht im Detail in unserem Vergleich der Pro-Generationen.
AirPods Max 2: Ausdauer und verlustfreier Klang
Die Max 2 sind das einzige Over-Ear-Modell und mit 386,2 Gramm rund das 45-fache eines einzelnen AirPods. Dafür liefern sie zwei Dinge, die kein In-Ear-Modell bietet.
Das erste ist Laufzeit: 20 Stunden mit aktiver Geräuschunterdrückung, aus einer einzigen Ladung. Das entspricht genau dem, was die AirPods 5 mitsamt ihrem Ladecase schaffen – nur eben ohne Zwischenstopp. Fünf Minuten am Kabel ergeben rund anderthalb Stunden, bei den beiden In-Ear-Modellen ist es etwa eine Stunde. Ein Ladecase gibt es nicht; das Smart Case verlängert die Laufzeit lediglich durch geringen Energieverbrauch im Ruhezustand.

Das zweite ist verlustfreies Audio mit extrem niedriger Latenz über USB-C. Apple führt es ausschließlich im Max-2-Datenblatt, und das passende Kabel liegt als einzigem der drei Modelle bei. Neun Mikrofone, ein von Apple entwickelter dynamischer Treiber und die Digital Crown zur Lautstärkeregelung runden das Bild. Was sich beim Klang gegenüber der ersten Generation getan hat, haben wir in den Audio-Verbesserungen der Max 2 aufgeschlüsselt.
Ein Punkt fehlt im Datenblatt und sollte vor dem Kauf klar sein: Eine Schutzart gegen Staub oder Feuchtigkeit nennt Apple für die Max 2 nicht. Wo AirPods 5 und Pro 3 mit IP57 geführt werden, steht bei der Max 2 kein Wert. Für Sport im Freien ist das Modell damit nicht die naheliegende Wahl.
Was die Aufpreise tatsächlich kaufen
Zwischen den drei Modellen liegen zwei Sprünge: 100 Euro von den AirPods 5 zu den Pro 3, weitere 330 Euro zu den Max 2. Die beiden Sprünge kaufen völlig Unterschiedliches.
Der erste Sprung kauft Funktionen, die sich nicht nachrüsten lassen: die dreifache Geräuschunterdrückung, die Hörgesundheits-Funktionen, den Herzfrequenzmesser und die doppelte Laufzeit je Ladung. Gemessen an 100 Euro Abstand ist das die dichteste Packung im gesamten Sortiment.
Der zweite Sprung kauft Bauform und Klangqualität – Over-Ear statt In-Ear, verlustfreies Audio über Kabel, 20 Stunden am Stück. Er nimmt dabei etwas weg, was die günstigeren Modelle haben: die Schutzart, die Herzfrequenzmessung und alles, was unter Hörgesundheit läuft. Der Aufpreis ist damit kein Upgrade im Sinne von „mehr von allem“, sondern ein Wechsel der Gattung.
Für wen sich welches Modell lohnt
Für die meisten sind die AirPods 5 genug – und die Fassung mit kabellosem Ladecase die sinnvollere von beiden, weil die Lautstärkeregelung am Hörer im Alltag mehr ausmacht als das kabellose Laden. Sie passen zu allen, die Ohreinsätze nicht mögen, und sind das leichteste Modell im Sortiment.
Die AirPods Pro 3 sind die Wahl, sobald einer von drei Punkten zutrifft: Du willst im Zug oder Flugzeug wirklich Ruhe, du trainierst und willst die Herzfrequenz ohne zusätzliches Gerät messen, oder die Funktionen rund ums Hörvermögen sind für dich relevant. Der letzte Punkt wiegt am schwersten, weil er sich über kein anderes Apple-Produkt abdecken lässt.
Die AirPods Max 2 lohnen sich für lange Hörsitzungen am Schreibtisch, für verlustfreie Wiedergabe am Kabel und für alle, denen In-Ear-Kopfhörer grundsätzlich unangenehm sind. Als Sport- oder Pendlerkopfhörer sind sie überdimensioniert.
Bei allen drei Modellen gilt: Einmal gekoppelt, wechseln sie zwischen den Geräten am selben Apple Account automatisch. Wie das Einrichten und Zurücksetzen funktioniert, steht in unserer Anleitung für alle AirPods-Modelle.
Der Chip ist diesmal nicht die Trennlinie
Bei Apple lässt sich sonst gut an der Chipgeneration ablesen, wie ein Sortiment gestaffelt ist. Hier führt das in die Irre: H2 steckt in allen dreien, seit dieser Generation auch in der Max 2, die vorher mit dem älteren H1 lief. Wer nach dem Chip entscheidet, entscheidet nach nichts.
Die tatsächliche Staffelung verläuft über das, was zusätzlich verbaut ist – ein Hauterkennungssensor und ein Herzfrequenzmesser bei den Pro 3, neun Mikrofone und ein dynamischer Treiber bei der Max 2, jeweils zwei Beamforming-Mikrofone bei allen. Und über die Bauform, die bei Kopfhörern ohnehin mehr über den Alltag entscheidet als jede Zahl.
Praktisch heißt das: Die 100 Euro zwischen Einstieg und Pro sind der Betrag, über den nachzudenken sich lohnt. Die 330 Euro darüber sind eine Entscheidung für eine andere Art von Kopfhörer, nicht für ein besseres Modell derselben Art. Welcher der drei liegt bei dir in der engeren Wahl – und was gibt für dich den Ausschlag, die Ruhe unterwegs oder der Klang zu Hause? Schreib uns in die Kommentare, wie du rechnest.
Häufige Fragen: AirPods Kaufberatung
Für die meisten reichen die AirPods 5 ab 149 Euro – seit dieser Generation mit Aktiver Geräuschunterdrückung serienmäßig. Die AirPods Pro 3 für 249 Euro lohnen sich, wenn dreifach stärkere Geräuschunterdrückung, Herzfrequenzmessung im Workout oder die Funktionen rund ums Hörvermögen gebraucht werden. Die AirPods Max 2 ab 579 Euro sind ein Over-Ear-Kopfhörer für lange Hörsitzungen und verlustfreie Wiedergabe am Kabel.
Drei Dinge für 20 Euro Aufpreis: eine Stunde mehr Laufzeit je Ladung (5 statt 4 Stunden mit ANC), zwei Stunden mehr in Summe mit dem Case (22 statt 20) und der Drucksensor mit Streichgeste zur Lautstärkeregelung. Ohne diese Geste lässt sich die Lautstärke nicht am Hörer ändern. Das Case hat zusätzlich einen Lautsprecher für „Wo ist?“.
Ja, und zwar ohne Aufpreis. Bei den AirPods 4 gab es dafür noch ein eigenes, teureres Modell. Apple gibt die Unterdrückung als bis zu 1,5-mal besser an als bei den AirPods 4 mit ANC, gemessen nach IEC 60268-24. Weil die AirPods 5 offen sitzen und den Gehörgang nicht abdichten, fehlt ihnen allerdings die passive Dämmung der Pro-Modelle.
Nur die AirPods Pro 3. Der Sensor ist für Workouts mit der Fitness App und kompatiblen Apps anderer Anbieter gedacht und setzt ein iPhone mit iOS 26 oder neuer voraus. Er kostet Laufzeit: Statt bis zu 8 Stunden sind es mit aktiver Messung noch 6,5.
Ebenfalls nur die AirPods Pro 3. Sie führen als einziges aktuelles Modell Hörtest, Hörgerätfunktion mit automatischer Konversationsverstärkung und Gehörschutz nach EN 352. Die Funktionen sind für Personen ab 18 Jahren mit leicht bis mäßig eingeschränktem Hörvermögen gedacht. Mit aktiver Hörgerätfunktion im Transparenzmodus hält der Akku bis zu 10 Stunden.
Nur die AirPods Max 2, und zwar über eine kabelgebundene USB-C-Verbindung. Das passende Kabel liegt bei – als einzigem der drei Modelle. Bei AirPods 5 und Pro 3 führt Apple verlustfreies Audio nicht im Datenblatt; ein USB-C-Kabel ist dort auch nicht enthalten.
Keine. AirPods 5 und Pro 3 sind nach IP57 vor Staub, Schweiß und Wasser geschützt – gedacht für Sport außerhalb des Wassers, nicht zum Schwimmen. Für die AirPods Max 2 nennt Apple keine Schutzart. Der Schutz ist in keinem Fall dauerhaft und nimmt mit der Zeit ab; nass sollten die Kopfhörer nicht geladen werden.



