Apple arbeitet seit geraumer Zeit an einer grundlegenden Überarbeitung von Siri. Ziel ist es, die Sprachassistentin technisch auf ein neues Niveau zu heben und ihn konkurrenzfähig zu modernen KI-Systemen zu machen. Lange Zeit war dabei nicht klar, welcher externe Partner die technologische Basis liefern würde. Ein aktueller Bericht zeigt nun, dass Apple sich fast gegen Google und für einen anderen Anbieter entschieden hätte.
Siri gehört seit über einem Jahrzehnt fest zum Apple-Ökosystem, galt aber zuletzt als deutlich weniger leistungsfähig als neue KI-Chatbots. Während andere Anbieter stark auf große Sprachmodelle setzten, blieb Siri funktional begrenzt. Mit der nächsten Version soll sich das ändern. Apple plant eine deutlich intelligentere, stärker personalisierte Siri, die Inhalte versteht, Kontexte verknüpft und tiefer mit Apps interagiert. Der Weg zu dieser neuen Siri war jedoch weniger eindeutig, als es nach außen wirkte.
Apple plante Siri zunächst mit Anthropic und Claude
In einem Interview mit dem Tech-Podcast TBPN berichtet Mark Gurman von Bloomberg, dass Apple ursprünglich vorhatte, Siri gemeinsam mit Claude neu zu entwickeln. Claude ist ein großes Sprachmodell des KI-Unternehmens Anthropic und zählt zu den führenden Systemen im Bereich generativer KI.
Nach Gurmans Angaben war Anthropic intern lange Zeit Apples bevorzugter Partner. Die Gespräche sollen weit fortgeschritten gewesen sein. Gurman sagte, Anthropic habe Apple „in der Hand gehabt“. Der entscheidende Knackpunkt war jedoch der Preis.
Finanzielle Forderungen führten zum Kurswechsel
Laut Gurman verlangte Anthropic mehrere Milliarden US-Dollar pro Jahr für die Zusammenarbeit. Zusätzlich sollte sich dieser Betrag in den folgenden drei Jahren jährlich verdoppeln. Diese Kostenstruktur erwies sich für Apple als nicht akzeptabel.
Aus finanzieller Sicht entschied sich Apple daher gegen Anthropic und für die Gemini-Plattform von Google. Google konnte offenbar ein deutlich günstigeres und langfristig besser kalkulierbares Angebot machen.
Bemerkenswert ist, dass Apple laut Gurman noch „bis vor ein paar Monaten“ nicht geplant hatte, Google für die neue Siri einzusetzen. Die Entscheidung fiel also relativ spät im Entwicklungsprozess und deutet auf intensive interne Abwägungen hin.
Zusammenarbeit mit Anthropic läuft intern weiter
Trotz der Absage für die öffentliche Siri-Version ist die Beziehung zwischen Apple und Anthropic nicht beendet. Gurman stellte klar, dass Apple intern weiterhin mit Anthropic zusammenarbeitet.
Claude wird bei Apple für zahlreiche interne Aktivitäten genutzt, insbesondere im Bereich Produktentwicklung. Zudem betreibt Apple eigene, angepasste Versionen von Claude, die auf firmeneigenen Servern laufen. Diese Modelle kommen bei internen Tools und Entwicklungsprozessen zum Einsatz, sind aber nicht Teil der offiziell angekündigten Siri-Funktionen.
Neue Siri mit Google Gemini kommt 2026
Apple hat angekündigt, noch in diesem Jahr eine überarbeitete Version von Siri zu veröffentlichen, die auf Google Gemini basiert. Die neue Siri soll Teil von iOS 26.4 sein.
Der Start der Beta-Phase ist für Februar geplant. Die Veröffentlichung für alle Nutzer ist für März oder April vorgesehen. Für die Nutzung der neuen Siri-Funktionen wird voraussichtlich mindestens ein iPhone 15 Pro oder ein neueres Modell benötigt.
Diese Funktionen soll die neue Siri bieten
Bereits im Juni 2024 stellte Apple erste Details zur neuen Siri vor. Die überarbeitete Version soll deutlich mehr leisten als bisherige Iterationen. Geplant sind unter anderem:
- das Verstehen persönlicher Zusammenhänge
- das Erkennen von Bildschirminhalten
- die Kombination von Informationen aus mehreren Apps
- deutlich tiefere In-App-Steuerungen
In einer Demonstration zeigte Apple ein Szenario, in dem Siri Informationen aus den Apps Mail und Nachrichten zusammenführt. Dabei konnte Siri Fragen zu Flugdetails und den Mittagessens-Reservierungen der Mutter eines iPhone-Nutzers korrekt beantworten. Dieses kontextuelle Verständnis soll ein zentraler Bestandteil der neuen Siri sein.
Siri, KI und Kalkulation: Apples Weg zur neuen Lösung
Der Blick hinter die Kulissen zeigt, dass Apple bei der Neuausrichtung von Siri nicht ausschließlich auf technische Qualität gesetzt hat, sondern auch wirtschaftliche Faktoren eine entscheidende Rolle spielten. Anthropic überzeugte offenbar mit Technologie, scheiterte aber an den finanziellen Forderungen. Google Gemini bot für Apple die wirtschaftlich tragfähigere Lösung.
Gleichzeitig bleibt Apple strategisch flexibel, indem Claude intern weiter genutzt wird. Mit der neuen Siri steht Apple vor einem wichtigen Schritt im KI-Wettbewerb. Ob Google Gemini Siri tatsächlich auf Augenhöhe mit anderen modernen KI-Assistenten bringt, wird sich nach der Veröffentlichung zeigen. (Bild: Shutterstock / Poetra.RH)
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