Im Code der ersten Beta von iOS 27.2 steckt eine Löschfunktion, die den gesamten Speicher des iPhone mit leeren Daten überschreibt. Hierzulande wird sie nicht auftauchen. Der Grund ist eine chinesische Norm, und die Frage, ob das normale Löschen ausreicht, beantwortet Apple schon heute.
In der ersten Beta von iOS 27.2 finden sich Verweise auf eine zusätzliche Option beim Löschen des iPhone. Sie soll nicht nur die Daten entfernen, sondern den kompletten Speicher mit leeren Daten überschreiben, auch Bereiche, die gerade nicht belegt sind. Laut Hinweistext dauert das länger als ein normales Löschen und kann sich auf die Lebensdauer des Geräts auswirken.
Entdeckt hat die Verweise 9to5Mac beim Durchsuchen der Beta. Nach dem Code ist die Funktion nur für iPhone-Modelle vorgesehen, die in China verkauft werden, zusätzlich tauchen iPad, HomePod und Apple Vision Pro in den Verweisen auf.
Das Wichtigste in Kürze
- iOS 27.2 Beta 1 enthält Verweise auf eine Löschoption, die den gesamten Speicher überschreibt.
- Sie ist nach dem Code nur für in China verkaufte Geräte vorgesehen.
- Hintergrund ist die chinesische Norm GB 46864-2025, die ab dem 1. Januar 2027 gilt.
- Beim normalen Löschen macht Apple die Daten schon heute kryptografisch unzugänglich.
Die Norm hinter der Funktion
Die Norm GB 46864-2025 legt technische Anforderungen an das Löschen von Informationen auf elektronischen Geräten fest. Herausgegeben wurde sie am 2. Dezember 2025, in Kraft tritt sie am 1. Januar 2027. Sie gilt für Geräte mit nicht flüchtigem Speicher, die in China hergestellt und verkauft werden.
Als Methoden definiert die Norm unter anderem das Überschreiben mit bedeutungslosen Daten und das Löschen ganzer Speicherblöcke über Befehle an den Speicherchip. Ausdrücklich nicht als Blocklöschung zählt es, lediglich die Zuordnung zwischen logischen und physischen Adressen zu entfernen oder Daten nur als ungültig zu markieren. Bis zum Stichtag bleiben rund dreieinhalb Monate.
So löscht das iPhone bisher
Außerhalb Chinas ändert sich am Löschen nichts. Wählt man „Alle Inhalte & Einstellungen löschen“, entfernt das iPhone laut Apples Anleitung zum Löschen von Geräten alle Schlüssel im sogenannten Effaceable Storage. Dadurch werden alle Benutzerdaten kryptografisch unzugänglich.
Das funktioniert, weil auf dem iPhone ohnehin alles verschlüsselt ist. Der Schlüssel im Effaceable Storage ist laut Apples Dokumentation zur Datensicherheit gerade dafür gebaut, auf Anforderung schnell gelöscht zu werden. Die Daten liegen danach zwar noch physisch im Speicher, lassen sich ohne Schlüssel aber nicht mehr lesen.
Warum Überschreiben hierzulande nicht fehlt
Die neue Option schließt keine Sicherheitslücke, sondern erfüllt eine Vorgabe, die ein bestimmtes Verfahren verlangt. Wer sein iPhone verkauft oder weitergibt, ist mit dem normalen Löschen auf der sicheren Seite, und der Verzicht auf das Überschreiben schont zudem den Speicher, auf dessen Lebensdauer Apple selbst hinweist.
Entscheidend beim sicheren Verkauf eines iPhone ist vorher das Abmelden vom Apple Account, sonst greift beim neuen Besitzer die Aktivierungssperre. „Alle Inhalte & Einstellungen löschen“ ist dabei nur eine der Reset-Methoden auf dem iPhone, die übrigen setzen lediglich Einstellungen zurück und lassen die Daten stehen.
Würdest du dein iPhone vor dem Verkauf lieber komplett überschreiben lassen, auch wenn es länger dauert und am Speicher zehrt, oder reicht dir das kryptografische Löschen? Schreib uns in die Kommentare, wie viel Vertrauen du in den Löschknopf hast.


