Apple schiebt Apple TV und Apple Arcade ohne Aufpreis in iCloud+ – in mehr als 100 Ländern, beginnend beim günstigsten Speicherplan. Wo das gilt, verschwinden die Einzelabos beider Dienste, und Apple One nimmt keine Neukunden mehr an. Deutschland, Österreich und die Schweiz stehen auf keiner der Listen.
Bekannt wurde die Umstellung über eine Mitteilung im Apple Newsroom, die Apple regional ausgespielt hat. Der Kern: Wer in einem der betroffenen Länder iCloud+ bezieht, bekommt Apple TV und Apple Arcade dazu, ohne zusätzliche Zahlung – schon im 50-GB-Plan, der dort umgerechnet bei 0,99 US-Dollar im Monat beginnt. Was iCloud+ bisher umfasste und wie sich die Stufen unterscheiden, steht in der Übersicht zu iCloud und den Plänen im Detail.
Das Wichtigste in Kürze
- Apple TV und Apple Arcade sind in über 100 Ländern künftig ohne Aufpreis Teil von iCloud+, ab dem kleinsten Plan
- Die Einzelabos beider Dienste werden dort eingestellt, laufende Abos wandern in iCloud+, Spielstände bleiben erhalten
- Apple One nimmt in diesen Ländern keine Neukunden mehr auf
- Apple TV startet dabei in 59 neuen Ländern und ist danach in 170 Ländern verfügbar
- Auf der Länderliste steht kein einziger EU-Staat, auch nicht die Schweiz, Großbritannien oder die USA
Was sich in den betroffenen Ländern ändert
Die Umstellung läuft bis Ende September. Betroffen sind unter anderem Indien, Saudi-Arabien, Singapur, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate, dazu ein großer Teil Afrikas, der Karibik und Zentralasiens.
| Dienst | Bisher | Nach der Umstellung |
|---|---|---|
| Apple TV | Einzelabo | im iCloud+-Plan enthalten, Einzelabo entfällt |
| Apple Arcade | Einzelabo | im iCloud+-Plan enthalten, Einzelabo entfällt |
| Apple Music | Einzelabo | Apple Music Select mit werbefreien Sendern enthalten, Vollzugang zum reduzierten Preis |
| Apple One | Bundle verfügbar | keine Neuanmeldung mehr, Bestandskunden behalten Zugang |
Bestehende Einzelabonnements werden gekündigt, der Zugang läuft über iCloud+ weiter. Für Apple Arcade sichert Apple ausdrücklich zu, dass Spielstände und Fortschritte erhalten bleiben. Über die Familienfreigabe lässt sich der Plan mit bis zu fünf weiteren Personen teilen.
Die Liste folgt keiner Regulierung, sondern dem Marktzuschnitt
Unter den europäischen Ländern tauchen ausschließlich Staaten außerhalb der EU auf: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Armenien, Kosovo, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien und die Ukraine. Kein Mitgliedsland der Europäischen Union ist dabei, die Schweiz ebenso wenig, und auch die großen etablierten Märkte fehlen – Vereinigte Staaten, Großbritannien, Japan, Kanada, Australien.
Für den deutschsprachigen Raum heißt das schlicht: Hier bleibt alles beim Alten. Apple TV und Apple Arcade kosten weiterhin extra, Apple One steht Neukunden weiter offen, und iCloud+ bleibt ein reiner Speicherdienst mit den bekannten Zusatzfunktionen. Wer die Meldung als Ankündigung für ein günstigeres Bundle hierzulande liest, wird enttäuscht.
Was der Zuschnitt über die Strategie sagt
In den betroffenen Ländern ist Apple One damit für Neukunden geschlossen, während der günstigste Speicherplan zwei Dienste mitbringt, die dort bisher separat berechnet wurden. Der Einstieg in Apples Dienste läuft dort künftig über den Speicherplan statt über ein Abo-Paket.
Bemerkenswert ist der Sprung bei der Reichweite: 59 neue Länder auf einen Schlag, danach 170 insgesamt. Für einen Dienst, dessen Katalog fast vollständig englischsprachig produziert wird, ist die Ausweitung in Märkte mit anderen Sprachen ein Wachstumsversuch über den Preis, nicht über das Programm. Ob daraus zahlende Zuschauer werden, entscheidet sich an der Synchronisation und an lokalen Produktionen – beides gibt es für die meisten der neuen Länder bisher nicht.
Der Schritt setzt darauf, dass der Preis über den Einstieg entscheidet. Gibt bei dir der Preis den Ausschlag – oder eher, was im Katalog steht und in welcher Sprache es vorliegt? Schreib uns in die Kommentare, woran es bei dir hängt.



