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Apple droht in Frankreich Strafe – Wird ATT bald deaktiviert?

Milan Jovicic by Milan Jovicic
27. Februar 2025 - 19:59 CET
in Apple News
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Apple Frankreich

Bild: Apple

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Apple steht in Frankreich vor einer bedeutenden regulatorischen Herausforderung. Die französische Wettbewerbsbehörde untersucht seit fast zwei Jahren die App-Tracking-Transparenz (ATT)-Funktion des iPhones. Diese Funktion gibt Nutzern die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob Apps ihr Verhalten für Werbezwecke nachverfolgen dürfen. Während Datenschutzorganisationen ATT als Fortschritt sehen, werfen Kritiker Apple vor, damit den Wettbewerb zu verzerren. Ein neuer Bericht von Reuters deutet darauf hin, dass die Untersuchung bald abgeschlossen sein wird – und das Ergebnis könnte für Apple alles andere als positiv ausfallen. Sollte sich die Vorhersage bewahrheiten, müsste das Unternehmen ATT in Frankreich möglicherweise deaktivieren und mit einer hohen Geldstrafe rechnen.

Wenn du ein iPhone nutzt, hast du bestimmt schon die „Ask App Not to Track“-Pop-ups gesehen, die dir die Wahl lassen, ob du das Tracking erlauben möchtest oder nicht. Genau diese Funktion steht in Frankreich nun auf dem Prüfstand. Die französischen Behörden untersuchen, ob Apple durch ATT seine eigene Marktposition stärkt und den Wettbewerb unfair beeinflusst. In Deutschland und Italien laufen ähnliche Untersuchungen, doch Frankreich scheint als erstes Land Konsequenzen ziehen zu wollen. Die Frage ist nun, ob ATT wirklich eine reine Datenschutzmaßnahme ist oder ob Apple damit die Kontrolle über digitale Werbung und Nutzerdaten zu seinen Gunsten lenkt.

Warum untersucht Frankreich die App-Tracking-Transparenz?

Die französische Wettbewerbsbehörde vermutet, dass Apple durch ATT Drittanbieter-Apps benachteiligt, während es gleichzeitig die eigenen Apps möglicherweise bevorzugt behandelt. Während alle Apps von anderen Entwicklern ausdrücklich um Erlaubnis bitten müssen, um Nutzer zu tracken, könnte Apple für sich selbst eine Ausnahmeregelung geschaffen haben. Das Hauptproblem aus Sicht der Behörden ist also nicht, dass ATT existiert, sondern wie Apple die Funktion implementiert hat. Die französischen Kartellwächter argumentieren, dass Apple durch diese Regelung seine Kontrolle über die Werbeindustrie ausbaut, während Konkurrenten wie Meta oder kleinere Entwickler deutlich eingeschränkt werden. Reuters zufolge wird die Behörde Apple in Kürze auffordern, diese Praxis einzustellen. Zusätzlich könnte eine hohe Geldstrafe verhängt werden, die bis zu 10 % des weltweiten Jahresumsatzes betragen kann.

Was bedeutet das für Apple und seine Nutzer?

Sollten die Behörden ATT in Frankreich tatsächlich verbieten oder Apple zwingen, die Funktion anzupassen, hätte das weitreichende Folgen.

  • Apple müsste ATT in Frankreich deaktivieren. Das würde bedeuten, dass iPhone-Nutzer dort keine Kontrolle mehr darüber hätten, ob Apps ihr Verhalten tracken dürfen oder nicht. Werbung würde wieder zielgerichteter, aber auch intrusiver werden.
  • Das Unternehmen könnte eine hohe Geldstrafe zahlen müssen. Eine Strafe in Höhe von 10 % des weltweiten Umsatzes wäre für Apple zwar kein existenzielles Problem, aber dennoch ein starkes Zeichen, dass Regulierungsbehörden genauer hinschauen.
  • Signalwirkung für andere Länder. Auch Deutschland und Italien untersuchen ATT. Falls Frankreich Apple tatsächlich zu Änderungen zwingt, könnten andere Länder nachziehen.

Wie verteidigt sich Apple?

Apple weist die Vorwürfe entschieden zurück. In einer offiziellen Stellungnahme erklärte das Unternehmen, dass die Daten der Nutzer ihnen gehören und sie selbst entscheiden sollten, mit wem sie ihre Informationen teilen. Das Unternehmen betont, dass ATT für alle Entwickler gleichermaßen gilt – auch für Apple selbst. Zudem habe die Funktion starke Unterstützung von Datenschutzexperten und Regulierungsbehörden erhalten. Laut Apple sei ATT keine Wettbewerbsmaßnahme, sondern eine notwendige Schutzmaßnahme für digitale Privatsphäre.

Warum ist ATT umstritten?

ATT sorgt weltweit für Diskussionen. In den USA gab es vor allem Kritik von Werbeunternehmen wie Meta (Facebook), da die Funktion ihre Einnahmen aus zielgerichteter Werbung massiv geschwächt hat. Während es in den USA primär um wirtschaftliche Interessen geht, liegt der Fokus in Europa auf der Frage des fairen Wettbewerbs. Die Regulierungsbehörden befürchten, dass Apple sich mit ATT einen Vorteil gegenüber anderen Werbeanbietern verschafft und seine eigene Marktmacht weiter ausbaut.

Apple’s Datenschutzstrategie unter Beschuss – Was bedeutet das für dich?

Die französische Entscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet. Sollte die Wettbewerbsbehörde tatsächlich Maßnahmen gegen Apple ergreifen, könnte das eine Welle von weiteren Untersuchungen in anderen Ländern auslösen. Für dich als iPhone-Nutzer in Frankreich könnte das bedeuten, dass du keine Möglichkeit mehr hast, das Tracking durch Apps gezielt zu unterbinden. Die Werbebranche dürfte sich darüber freuen, da sie wieder mehr Nutzerdaten sammeln kann. Datenschützer hingegen sehen in ATT eine wichtige Schutzmaßnahme, die in Gefahr geraten könnte. Wie Apple auf eine mögliche Strafe reagieren wird, bleibt abzuwarten. Klar ist aber, dass der Fall die Diskussion um Datenschutz, Wettbewerb und digitale Werbung weltweit weiter anheizen wird. (Bild: Apple)

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