Bei Apple flammt die Debatte über die enge wirtschaftliche Verbindung zu China erneut auf. Eine aktivistische Aktionärsgruppe verstärkt ihren Einsatz, nachdem Apple Investoren offiziell empfohlen hat, einen Antrag für ein sogenanntes „China Entanglement Audit” abzulehnen. Der Konflikt dreht sich um Transparenz, geopolitische Risiken und die Frage, ob Apple seine Abhängigkeit von China ausreichend offenlegt.
Die Diskussion über Apples Rolle in China begleitet das Unternehmen seit Jahren. Produktionsstandorte, Lieferketten und strategische Partnerschaften sind tief mit der Volksrepublik China verflochten. Spätestens durch den Handelskonflikt unter Donald Trump und die zunehmenden politischen Spannungen zwischen China und westlichen Staaten hat sich der Blick auf diese Abhängigkeit verschärft. Vor diesem Hintergrund gewinnt der aktuelle Streit zwischen Apple und einer Aktionärsgruppe deutlich an Gewicht.
Aktivistische Investoren stellen Apples China-Strategie infrage
Die China-Strategie von Apple wird erneut von Investoren kritisch geprüft. Seit Jahrzehnten stützt sich Apple stark auf China, insbesondere in der Fertigung und in der Lieferkette. Diese Abhängigkeit gilt aus Sicht von Kritikern als Risiko, vor allem in einem zunehmend angespannten geopolitischen Umfeld.
Im vergangenen Jahr wurde diese Problematik durch den Zollkrieg zwischen den USA und China zusätzlich verdeutlicht. Gleichzeitig begann Apple, Teile der Produktion beschleunigt in andere Länder wie Indien und Vietnam zu verlagern. Trotz dieser Maßnahmen bleibt China ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells.
Forderung nach einer „China Entanglement Audit”
Vor diesem Hintergrund drängt das National Legal and Policy Center auf eine sogenannte „China Entanglement Audit”. Diese Prüfung soll Apple verpflichten, die Risiken und Kosten der Abhängigkeit von China systematisch zu analysieren und darüber Bericht zu erstatten. Ziel ist es, Investoren eine fundierte Grundlage zur Bewertung möglicher finanzieller und geopolitischer Auswirkungen zu liefern.
Apple hat den Aktionären jedoch empfohlen, gegen diesen Vorschlag zu stimmen. In der Begründung heißt es, der geforderte Bericht sei unnötig, da bereits umfangreiche Informationen über internationale Aktivitäten offengelegt würden. Zudem sei der Antrag sehr präskriptiv und schränke die Fähigkeit des Unternehmens ein, normale Geschäftsabläufe und strategische Entscheidungen eigenständig zu steuern.
Neues Proxy-Memo verschärft den Konflikt
Nach der Ablehnungsempfehlung von Apple hat das NLPC reagiert und ein neues Proxy-Memo bei der Securities and Exchange Commission eingereicht. Darin wird die Forderung nach einer China-Prüfung noch einmal deutlich verschärft.
Laut dem Dokument habe Apple den Investoren bislang kein klares und quantifiziertes Bild der Risiken in China geliefert. Die bisherigen Offenlegungen seien zwar umfangreich, enthielten jedoch keine szenariobasierte Finanzanalyse. Genau diese sei notwendig, um die Widerstandsfähigkeit der Investition in einem zunehmend volatilen geopolitischen Klima beurteilen zu können.
Das NLPC argumentiert außerdem, dass Apples Geschäftsmodell seit über einem Jahrzehnt eng mit der Volksrepublik China verbunden sei. Diese Verflechtung werde nicht mehr nur als operative Entscheidung gesehen, sondern als potenzielle existenzielle Schwachstelle.
Wiederkehrende Auseinandersetzungen mit dem NLPC
Der aktuelle Vorstoß ist kein Einzelfall. Bereits im Jahr 2023 unterstützte das NLPC eine sogenannte „Kommunistische China-Prüfung”. Damals lag der Fokus auf Apples Exposition gegenüber geopolitischen Risiken, möglichen Problemen in der Lieferkette sowie auf Menschenrechtsfragen im Zusammenhang mit China.
Auch bei diesem früheren Antrag ging es im Kern um Transparenz und um die Frage, ob Investoren ausreichend über potenzielle Risiken informiert werden.
Apple: China-Verflechtung bleibt strategischer Streitpunkt
Die Entscheidung über die „China Entanglement Audit” liegt nun bei den Aktionären. Auf der virtuellen Jahreshauptversammlung von Apple am 24. Februar 2026 wird über den neuen Vorschlag abgestimmt, gemeinsam mit weiteren Punkten auf der Tagesordnung.
Unabhängig vom Abstimmungsergebnis zeigt der Vorgang, wie sensibel Apples China-Abhängigkeit inzwischen bewertet wird. Die Auseinandersetzung verdeutlicht, dass geopolitische Risiken für Investoren eine immer größere Rolle spielen und dass Apple sich dieser Diskussion langfristig kaum entziehen kann. (Bild: Shutterstock / Holiday.Photo.Top)
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