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Statt Fragen zu beantworten, soll Claude Duet selbst aktiv werden: Postfach und Kalender im Blick behalten, Termine abstimmen, Rechnungen nachhalten und sich melden, wenn etwas eine Entscheidung braucht. Anthropic hat den neuen Assistenten als Vorschau vorgestellt – vorerst aber nur für Abonnenten in den USA.
Anthropic hat am 21. Oktober Claude Duet vorgestellt, einen KI-Agenten, mit dem man wie mit einem Menschen per Nachricht kommuniziert. Laut Anthropics Produktseite läuft Duet als eigene App auf iPhone und Android sowie im Browser unter claude.ai und arbeitet auf einem eigenen Rechner in der Cloud weiter, auch wenn die App geschlossen ist. Als Modell dient Claude Opus 5.5, das Anthropic im September veröffentlicht hat. Die Bezeichnung „Research Preview” macht deutlich, dass es sich um eine Vorschau handelt.
Das Wichtigste in Kürze
- Claude Duet ist ein KI-Agent, der per Nachricht gesteuert wird und eigenständig im Hintergrund arbeitet.
- Er liefert ein tägliches Briefing aus E-Mail und Kalender, hakt bei liegengebliebenen Themen nach und erstellt Dokumente, Tabellen und Präsentationen.
- Vor dem Versenden von Nachrichten, Zahlungen, Unterschriften und Löschungen fragt Duet nach.
- Zugang gibt es nur über eine Warteliste für Pro- und Max-Abonnenten mit US-Konto.
- Duet kostet nichts extra, verbraucht aber das Nutzungskontingent des jeweiligen Tarifs.
Was Claude Duet kann
Anthropic beschreibt Duet selbst so:
Claude Duet ist eine Vorschau von Claude, der man so schreibt, wie man einem Menschen schreiben würde.
Geschrieben oder diktiert wird in einem Hauptverlauf, daneben lassen sich eigene Kanäle anlegen, die dasselbe Gedächtnis teilen. Morgens kommt ein Briefing aus E-Mail und Kalender, danach meldet sich Duet laut Anthropic erst wieder, wenn etwas Aufmerksamkeit braucht. Größere Aufgaben wie Recherchen, Finanzmodelle, Präsentationen oder Dashboards landen als bearbeitbare Dateien in einem eigenen Bereich der App, laufende Aufgaben in einem zweiten.
Erinnerungen, Fähigkeiten und verbundene Dienste übernimmt Duet aus der normalen Claude-App. Laut Anthropics Einstiegsanleitung stehen unter anderem Gmail, Google Kalender, Google Drive, Slack, QuickBooks, HubSpot, Docusign und Calendly zur Verfügung; Microsoft 365 fehlt noch. Für Seiten ohne eigene Anbindung nutzt Duet einen Browser in der Cloud.
Über Stripe prüft der Agent offene Rechnungen und entwirft Zahlungserinnerungen. Mit Link und Shop Pay kann er Einkäufe erledigen, die vorher freigegeben werden – bezahlt wird mit einer Kartennummer, die nur für diesen einen Kauf gilt.
Wo Duet nachfragt und wo nicht
Ein Agent, der E-Mails verschickt und einkauft, braucht klare Grenzen. Duet fragt vor dem Versenden von Nachrichten, vor Zahlungen, vor dem Unterschreiben von Dokumenten und vor jedem Löschvorgang nach. Kann man nicht sofort antworten, erledigt Duet die übrigen Schritte und stellt die Frage später erneut.
Einige Aktionen sind auch mit Freigabe ausgeschlossen, darunter der Handel mit Wertpapieren, Überweisungen zwischen Konten und der Zugriff auf fremde Konten. Passwörter werden in einem eigenen Formular auf dem Gerät eingegeben, nicht im Chat.
Anthropic weist selbst auf Grenzen hin. Duet prüft Konten in festen Abständen, Dringendes kann deshalb verspätet ankommen. Der Agent kann einen Verlauf falsch lesen oder die Dringlichkeit falsch einschätzen. Dazu kommt das Risiko manipulierter Inhalte: Mails oder Webseiten können versteckte Anweisungen enthalten, gegen die die Freigabepflicht schützen soll.
| Bereich | Claude Duet |
|---|---|
| Plattformen | App für iPhone und Android, Browser unter claude.ai |
| Modell | Claude Opus 5.5, nicht wählbar |
| Tarife | Pro und Max, Team und Enterprise noch nicht |
| Region | USA, Zugang über Warteliste |
| Kosten | ohne Aufpreis, zählt zum Nutzungskontingent |
| Anrufe und SMS | nicht möglich |
| Microsoft 365 | noch nicht angebunden |
Hierzulande vorerst nicht nutzbar
Für Duet braucht es ein Pro- oder Max-Abo, ein Claude-Konto in den USA und eine Einladung von der Warteliste. Für Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Vorschau damit nicht zugänglich, auch mit bestehendem Abo.
Die Einladung ist an die angegebene E-Mail-Adresse gebunden. Sie muss zum Claude-Konto passen oder zu dem Google- oder Apple Account auf dem Smartphone.
Vom Werkzeug zum Mitarbeiter
Ich halte Duet für den konsequenteren Schritt gegenüber dem bisherigen Ansatz. Schon im Juli hatte Anthropic Claude Cowork auf iPhone, iPad und ins Web gebracht, einen Agenten, dem man eine Aufgabe übergibt. Duet dreht das Verhältnis um: Der Agent beobachtet selbst und meldet sich, statt auf Aufträge zu warten.
Genau darin liegt aber auch der Haken für die Praxis. Wer Duet arbeiten lässt, verbraucht laut Anthropic sein Kontingent schneller, weil auch das Briefing und die Hintergrundprüfungen mitzählen. Und je mehr Konten verbunden sind, desto mehr hängt an der Freigabepflicht, die Anthropic selbst als Schutz gegen manipulierte Inhalte nennt.
Würdest du einem KI-Agenten Zugriff auf Postfach, Kalender und Einkäufe geben, wenn er vor jedem kritischen Schritt nachfragt – oder ist dir das grundsätzlich zu viel? Erzähl uns in den Kommentaren, wo deine Grenze liegt.





