Apple hat eines seiner größten Übernahmeprojekte der letzten Jahre abgeschlossen. Wie aus einem Bericht der Financial Times hervorgeht, hat der Konzern das israelische KI-Start-up Q.ai gekauft. Der Deal soll ein Volumen von fast 2 Milliarden US-Dollar haben und zählt damit zu den größten Übernahmen in der Geschichte von Apple.
Ungewöhnlich ist nicht nur die Größe der Übernahme, sondern auch die Offenheit, mit der Apple den Kauf bestätigt hat. Gegenüber Reuters äußerte sich Apple konkret zu Q.ai – etwas, das der Konzern sonst fast nie tut. Normalerweise beschränkt sich Apple auf den Standardsatz, dass „von Zeit zu Zeit kleinere Technologieunternehmen übernommen werden“. Die direkte Bestätigung deutet darauf hin, dass Q.ai strategisch eine besondere Bedeutung hat.
Apple bestätigt Übernahme von Q.ai
In einer Stellungnahme erklärte Johny Srouji, Senior Vice President of Hardware Technologies bei Apple, dass Q.ai ein bemerkenswertes Unternehmen sei. Besonders hervorgehoben wurden neue und kreative Ansätze in den Bereichen Bildverarbeitung und maschinelles Lernen. Gleichzeitig machte Srouji deutlich, dass große Erwartungen an die zukünftige Zusammenarbeit bestehen.
Laut Reuters wechselt das komplette Gründungsteam von Q.ai zu Apple. Dazu gehört auch CEO Aviad Maizels.
Aviad Maizels und die Verbindung zu Apple
Der Name Aviad Maizels ist in der Apple-Welt kein unbekannter. Bereits 2013 verkaufte er sein damaliges Unternehmen PrimeSense für rund 345 Millionen Dollar an Apple. Die Technologie von PrimeSense spielte später eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von 3D-Sensorik und Gesichtserkennung.
Mit Q.ai ist es bereits das zweite Unternehmen, das Maizels an Apple verkauft. Das unterstreicht das langfristige Interesse des Konzerns an seinem technischen Ansatz und seinem Team.
Was Q.ai entwickelt hat
Q.ai wurde im Jahr 2022 gegründet und arbeitete seitdem weitgehend im Verborgenen. Öffentliche Informationen waren kaum verfügbar. Die eigene Website beschränkte sich auf einen kurzen, kryptischen Satz: In einer Welt voller Lärm entstehe eine neue Art von Stille. Magie. Verwirklicht.
Mehr Details lassen sich aus Patentanmeldungen ableiten. Q.ai entwickelte Technologien für maschinelles Lernen im Bereich Audio- und sogenannter „stiller“ Spracheingaben. Dabei geht es um Systeme, die Kommunikation auch dann ermöglichen, wenn Sprache kaum oder gar nicht hörbar ist.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Analyse mikroskopischer Gesichtsbewegungen und -ausdrücke. Ziel dieser Technologie ist es, Kommunikation allein über minimale Muskelbewegungen im Gesicht zu erfassen, ohne hörbare Geräusche. Ergänzend dazu arbeitete Q.ai an Lösungen, die Kommunikation in besonders lauten oder schwierigen Umgebungen verbessern sollen.
Warum Apple die Übernahme bestätigt
Abgesehen von der Stellungnahme von Johny Srouji hat Apple keine weiteren Details zur Übernahme veröffentlicht. Dennoch ist bemerkenswert, dass der Kauf überhaupt bestätigt wurde. Das geschieht bei Apple nur sehr selten.
Ein möglicher Grund ist die Größenordnung des Deals. Mit rund 2 Milliarden Dollar ist Q.ai nach öffentlich bekannten Informationen die zweitgrößte Übernahme von Apple. Nur der Kauf von Beats im Jahr 2014 für 3 Milliarden Dollar war noch größer.
Mögliche Einsatzbereiche der Q.ai-Technologie
Die Technologie von Q.ai eröffnet Apple zahlreiche neue Möglichkeiten. Besonders im Bereich Wearables könnte ein leises oder lautloses Spracheingabesystem eine wichtige Rolle spielen. Denkbar sind Anwendungen für AirPods, die Apple Watch oder das Mixed-Reality-Headset Vision Pro.
Berichten zufolge arbeitet Apple außerdem an neuen Produktkategorien wie einem KI-Pin, Smart-Brillen und AirPods mit integrierten Kameras. Die Fähigkeit, Kommunikation über minimale Gesichtsbewegungen oder nonverbale Signale zu steuern, würde gut zu diesen Konzepten passen.
Apple bereitet sich mit Q.ai auf neue Produktgenerationen vor
Mit der Übernahme von Q.ai investiert Apple gezielt in Technologien, die über klassische Sprachsteuerung hinausgehen. Der hohe Kaufpreis, die seltene Bestätigung des Deals und die vollständige Integration des Gründerteams zeigen, welchen Stellenwert das Thema für Apple hat. Auch wenn konkrete Produktankündigungen noch ausbleiben, deutet vieles darauf hin, dass die Technologie von Q.ai in Zukunft eine zentrale Rolle in Apples Hardware- und KI-Strategie spielen wird. (Bild: Shutterstock / Adrian Tusar)
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