Ein Smart TV ist bequem, modern und günstig – vor allem als Ersatz für einen teuren Monitor. Viele greifen deshalb zu einem OLED-Fernseher von LG oder Samsung, um ihren Mac oder PC anzuschließen. Was dabei oft übersehen wird: Diese Fernseher überwachen, was du gerade ansiehst, sogar wenn du nur per HDMI Inhalte von deinem Computer überträgst. Die Geräte machen Screenshots, analysieren deine Nutzung und senden Daten an Server der Hersteller oder deren Werbepartner. Wenn du das verhindern willst, musst du in den Einstellungen gezielt Funktionen abschalten.
Smart TVs sind heute keine reinen Ausgabegeräte mehr. Sie analysieren, was auf dem Bildschirm läuft, erkennen Inhalte, überwachen die App-Nutzung und können sogar per Mikrofon zuhören. Der Zweck dahinter ist vor allem Werbung: Je besser dein Verhalten analysiert wird, desto gezielter können Anzeigen platziert werden. Die meisten Nutzer wissen gar nicht, dass sie dem Tracking zugestimmt haben. Selbst wenn Datenschutzgesetze eine Opt-out-Möglichkeit vorschreiben, verstecken viele Hersteller diese Optionen tief im Menü. LG und Samsung sind hier keine Ausnahme. Beide setzen sogenannte ACR-Technologie ein – „Automatic Content Recognition“ –, um Inhalte und Nutzerverhalten automatisch zu erkennen und zu erfassen. Wenn du deinen Smart TV als Monitor nutzt, können sensible Daten wie Mails, Dokumente oder Chatfenster mitprotokolliert werden. Hier erfährst du, wie du das unterbindest.
Was Smart TVs von LG und Samsung genau sammeln
ACR funktioniert auch bei HDMI-Nutzung. Der Fernseher macht regelmäßig Bildschirmaufnahmen oder hört mit, was an Audio übertragen wird. Bei LG passiert das laut einer Studie der University College London alle 10 Millisekunden, bei Samsung alle 500 Millisekunden. Diese Daten werden mit großen Datenbanken abgeglichen, um Programme, Werbeinhalte oder Apps zu identifizieren. Auch bei der Navigation im Menü, der Nutzung von Apps oder bei Sprachbefehlen wird mitgeloggt. Samsung verarbeitet viele dieser Daten selbst, LG überträgt einen großen Teil an Alphonso, einen Werbepartner. Beide Hersteller senden die Daten über verschlüsselte Verbindungen an externe Server – oft schwer erkennbar oder blockierbar ohne technische Hilfsmittel. Erfasst werden unter anderem:
- Bildschirm-Inhalte in Echtzeit (auch von HDMI)
- genutzte Apps und deren Laufzeit
- Klickverhalten im Menü
- Sprachbefehle (falls Mikrofon aktiv)
- Streaming-Verlauf
- Informationen über dein Heimnetzwerk
Wie du das Tracking bei LG Smart TVs abschaltest
LGs Tracking-System nennt sich „Live Plus“. Es ist in der Regel standardmäßig aktiv und arbeitet mit Alphonso zusammen. Du kannst es manuell deaktivieren, indem du dich durch mehrere Menüs klickst. So gehst du vor:
- Home-Taste auf der Fernbedienung drücken
- Einstellungen > Alle Einstellungen > Allgemein > System > Zusätzliche Einstellungen öffnen
- „Live Plus“ deaktivieren
- Navigiere nun zu Startseiten-Einstellungen
- Dort „Home-Promotion“ und „Inhaltsempfehlungen“ abschalten
- Wieder zurück zu Einstellungen > Support > Datenschutz und Allgemeine Geschäftsbedingungen > Werbung
- „Eingeschränktes AD-Tracking“ aktivieren
Wie du ACR und Tracking bei Samsung Smart TVs deaktivierst
Samsung nennt seine ACR-Funktion „Viewing Information Services“. Auch sie ist standardmäßig aktiv. Zusätzlich werden interessenbezogene Anzeigen ausgespielt und Sprachdaten ausgewertet. So deaktivierst du die wichtigsten Tracking-Funktionen:
- Home-Taste drücken, dann zu Einstellungen > Alle Einstellungen > Allgemein & Datenschutz
- Menüpunkt „Nutzungsbedingungen und Datenschutz“ aufrufen
- „Anzeige von Informationsdiensten“ deaktivieren
- „Interessenbezogene Werbung“ bzw. „Interessenbasierte Anzeigen“ ausschalten
- Spracherkennung im Menü unter „Sprachassistent“ oder „Spracherkennung“ deaktivieren
Samsung bietet ein zentrales Datenschutz-Dashboard, das über dein Samsung-Konto erreichbar ist. Dort kannst du Tracking und Werbung auf allen verbundenen Geräten verwalten. In einigen Ländern – etwa in Kalifornien – kannst du auch offiziell die Weitergabe deiner Daten untersagen. Die Bearbeitung solcher Anfragen kann laut Samsung bis zu 45 Tage dauern.
Wie du Tracking auf Netzwerkebene blockierst
Auch wenn du das Tracking in den Einstellungen deaktivierst, kommuniziert dein Smart TV weiter mit den Servern der Hersteller – etwa für Software-Updates, Telemetrie oder Werbeinhalte. Um das vollständig zu unterbinden, brauchst du Netzwerktools wie DNS-Filter oder Firewalls.
Möglichkeit 1: DNS-Blocker wie Pi-hole oder NextDNS
Ein DNS-Filter verhindert, dass der Fernseher bestimmte Server erreicht. Du kannst damit bekannte Tracking-Domains blockieren, ohne Streaming-Dienste zu beeinträchtigen. Dienste wie NextDNS bieten vorkonfigurierte Sperrlisten speziell für Smart-TVs oder IoT-Geräte.
Möglichkeit 2: Firewall-Regeln im Router
Wenn dein Router es unterstützt, kannst du deinem TV eine feste IP zuweisen und alle Anfragen zu bestimmten Domains oder IP-Adressen blockieren. Mit Firmware wie OpenWrt oder Asuswrt-Merlin bekommst du dafür mehr Kontrolle.
Möglichkeit 3: Netzwerksegmentierung
Du kannst deinen Fernseher in ein eigenes Netzwerk (VLAN) verschieben, das nur eingeschränkt auf das Internet zugreifen darf. So schützt du dein restliches Heimnetzwerk und kannst gezielt nur Dienste wie Netflix oder YouTube zulassen.
Achtung bei zu starker Blockierung
Wenn du zu viele Domains blockierst, können Funktionen wie App-Updates oder Streaming nicht mehr richtig funktionieren. Manche Apps verlassen sich auf Backend-Dienste von Samsung oder LG. Teste jede Änderung und überprüfe regelmäßig, welche Domains für die Grundfunktionen benötigt werden.
Liste häufig genutzter Tracking-Domains
LG:
- alphonso.tv
- lgsmartad.com
- lgtvsdp.com
- lgappstv.com
- lgtvonline.lge.com
- lgad.cjpowercast.com
Samsung:
- samsungcloudsolution.com / .net
- samsungads.com
- samsungacr.com
- internetat.tv
- samsungotn.net
- samsungadhub.com
- syncplusconfig.s3.amazonaws.com
Diese Domains sind für Telemetrie, Werbung, Updates oder App-Funktionen zuständig. Blockiere nur, was du nicht brauchst – oder setze gezielte Ausnahmen (Whitelist), wenn Apps Probleme machen.
Unterschiede zwischen LG und Samsung
LG verwendet vor allem Alphonso zur Verarbeitung der Daten, während Samsung seine Infrastruktur selbst betreibt. Die Bezeichnungen in den Menüs unterscheiden sich, aber die Funktionen sind ähnlich. Bei LG ist „Live Plus“ das zentrale Tracking-Element, bei Samsung sind es „Viewing Information Services“ und die damit verbundenen Werbe- und Spracherkennungsdienste. Beide Hersteller aktivieren Tracking standardmäßig, besonders außerhalb der EU. LG verlangt mehr manuelle Schritte (über 25 laut Tests), um Tracking komplett zu deaktivieren. Samsung verteilt die Einstellungen auf mehrere Menüpunkte und ein zentrales Konto-Dashboard.
Was du durch Deaktivieren verlierst – und was nicht
Wenn du Tracking abschaltest, bekommst du keine personalisierten Empfehlungen mehr auf dem Startbildschirm. Funktionen wie Live Plus verschwinden. Allgemeine Werbung kann trotzdem erscheinen – allerdings nicht mehr auf dich zugeschnitten. Streaming-Apps wie Netflix oder YouTube funktionieren weiterhin. Sprachassistenten stehen dir nicht mehr zur Verfügung, wenn du die Mikrofone deaktivierst. Firmware-Updates könnten ausbleiben, wenn du alle Update-Domains blockierst. Entweder erlaubst du sie gelegentlich manuell oder nutzt USB-Updates, falls der Hersteller sie anbietet.
Smart TV: So behältst du die Kontrolle über deine Daten
Smart TVs von LG und Samsung bieten viel – aber sie sammeln auch sehr viele Daten. Wenn du deinen Fernseher als Monitor nutzt oder einfach Wert auf Datenschutz legst, solltest du die Tracking-Funktionen deaktivieren. Mit ein paar gezielten Einstellungen und etwas Netzwerktechnik kannst du verhindern, dass dein Fernseher alles mitprotokolliert. Du musst dafür keine Funktionen verlieren, aber du gewinnst Kontrolle über deine Privatsphäre. Auf der Suche nach Zubehör? Unsere Amazon Storefront ist dein Ziel für hochwertige Produkte, auch für HomeKit! (Bild: Shutterstock / New Africa)
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Smart-TV-Tracking bei LG und Samsung – was du wissen musst
Viele Nutzer denken, dass ein Fernseher über HDMI nur ein passiver Bildschirm ist. Das stimmt bei Smart TVs aber nicht. Sowohl LG als auch Samsung nutzen ACR-Technologie (Automatic Content Recognition), die Inhalte erkennt, auch wenn sie nur über HDMI reinkommen. Dabei werden Bildschirminhalte regelmäßig erfasst, mit Datenbanken abgeglichen und für Werbezwecke analysiert – auch bei der Nutzung als Monitor.
Sowohl LG als auch Samsung erfassen Bildinhalte, die über HDMI oder Apps angezeigt werden. Dazu kommen Informationen zur App-Nutzung, zur Menü-Navigation, zu Sprachbefehlen (wenn das Mikrofon aktiv ist), zum Streaming-Verlauf und sogar zu deinem Heimnetzwerk. Laut einer Studie macht LG alle 10 Millisekunden einen Screenshot, Samsung alle 500 Millisekunden. Die Daten werden bei LG unter anderem an den Werbepartner Alphonso geschickt, bei Samsung meist direkt intern verarbeitet.
Bei LG heißt die zentrale Tracking-Funktion „Live Plus“ und ist standardmäßig aktiv. Um sie auszuschalten, musst du tief in die Einstellungen. Du gehst ins Menü unter „Alle Einstellungen > Allgemein > System > Zusätzliche Einstellungen“ und deaktivierst dort „Live Plus“. Danach schaltest du unter den Startseiten-Einstellungen die Inhalte-Empfehlungen und Home-Promotion ab. Zusätzlich kannst du unter „Datenschutz und AGB > Werbung“ das eingeschränkte Ad-Tracking aktivieren. Die Navigation ist umständlich, aber notwendig.
Samsung nennt die Funktion „Viewing Information Services“. Auch hier ist sie voreingestellt aktiv. Du findest die Option unter „Allgemein & Datenschutz > Nutzungsbedingungen und Datenschutz“. Dort kannst du sowohl die Anzeige von Informationsdiensten als auch interessenbasierte Werbung deaktivieren. Die Spracherkennung kannst du separat im Menü unter Sprachassistent abschalten. Wer ein Samsung-Konto hat, kann außerdem im Datenschutz-Dashboard weitere Tracking- und Werbeeinstellungen für alle verbundenen Geräte vornehmen.
Nicht ganz. Auch nach der Deaktivierung senden die Geräte weiterhin Daten – etwa für Software-Updates, Telemetrie oder Werbeplatzierungen. Wer das verhindern will, muss auf Netzwerkebene eingreifen. Möglich ist das mit DNS-Filtern wie Pi-hole oder NextDNS, mit Firewall-Regeln direkt im Router oder durch Netzwerksegmentierung (z. B. über VLANs). Damit lässt sich kontrollieren, welche Server der Fernseher erreicht – ohne das restliche Heimnetzwerk zu gefährden.
Wenn du zu viele Domains sperrst, funktionieren unter Umständen Streaming-Apps, Updates oder die Benutzeroberfläche nicht mehr richtig. Einige Funktionen hängen an bestimmten Domains, etwa App-Stores oder Update-Server. Deshalb ist es wichtig, gezielt zu blockieren und Änderungen immer zu testen. Alternativ kannst du gezielte Ausnahmen setzen, wenn bestimmte Apps Probleme machen.
LG nutzt unter anderem Domains wie alphonso.tv, lgsmartad.com und lgtvsdp.com. Samsung verwendet Adressen wie samsungads.com, samsungacr.com, samsungotn.net oder syncplusconfig.s3.amazonaws.com. Diese Server sind für Werbung, Updates oder Telemetrie zuständig – blockiere sie nur, wenn du weißt, welche Funktionen du wirklich nicht brauchst.
Der größte Unterschied liegt in der Struktur: LG überträgt viele Daten an den externen Partner Alphonso, Samsung verarbeitet vieles selbst. LGs Tracking heißt „Live Plus“, bei Samsung ist es „Viewing Information Services“. Beide Hersteller aktivieren die Überwachung standardmäßig – besonders in Ländern außerhalb der EU. Die Deaktivierung ist bei LG etwas umständlicher, da du mehr als 25 Menüpunkte durchgehen musst. Samsung verteilt die Optionen auf mehrere Menüs und auf ein Online-Dashboard.
Du bekommst keine personalisierten Vorschläge mehr auf dem Startbildschirm. Manche Funktionen wie Sprachassistenten stehen dir nicht mehr zur Verfügung, wenn du das Mikrofon deaktivierst. Allgemeine Werbung kann weiterhin auftauchen, ist aber nicht mehr auf dich zugeschnitten. Streaming-Apps wie Netflix, Disney+ oder YouTube funktionieren auch ohne Tracking. Software-Updates könnten ausbleiben, wenn du alle Verbindungen blockierst – hier kannst du manuell nachhelfen oder Updates per USB einspielen.
Wenn du Wert auf Datenschutz legst oder deinen Fernseher als Monitor nutzt, solltest du die Tracking-Funktionen unbedingt deaktivieren. Du vermeidest, dass Mails, private Dokumente oder Chatfenster ungefragt erfasst werden. Mit ein paar gezielten Einstellungen und etwas technischem Aufwand kannst du die Kontrolle über deine Daten behalten – ohne auf wesentliche Funktionen zu verzichten.