Apple steht in Brasilien wegen möglicher Wettbewerbsverstöße unter Druck. Die Wettbewerbsbehörde CADE untersucht, ob der Zugang zur NFC-Funktion auf dem iPhone eingeschränkt wird und dadurch andere Anbieter im Bereich kontaktloses Bezahlen benachteiligt werden.
Der Fall ist Teil einer größeren Entwicklung: Weltweit geraten geschlossene Systeme wie das von Apple zunehmend ins Visier von Regulierungsbehörden. In Brasilien spielt dabei vor allem das weit verbreitete Zahlungssystem PIX eine zentrale Rolle.
Ausgangspunkt der Untersuchung
Die Untersuchung wurde im vergangenen Jahr gestartet. Anlass waren Beschwerden der brasilianischen Zentralbank Banco Central und der Bankenlobby Febraban. Sie wollten klären, ob Apple Drittanbieter beim Zugriff auf die NFC-Technologie schlechter stellt als eigene Dienste wie Apple Pay.
Apples Argumentation
Apple weist die Vorwürfe zurück und betont, dass es rechtlich erlaubt sei, Gebühren für eigene Dienste zu verlangen. Außerdem liege der Marktanteil im brasilianischen Smartphone-Markt nur bei etwa 10 Prozent.
Zudem hebt Apple hervor, dass Drittentwickler seit 2024 Zugang zur NFC-Funktion des iPhones haben. Der Markt für digitale Zahlungen sei insgesamt gut aufgestellt, und Apple Pay schade weder Verbrauchern noch Wettbewerbern.
Neue Anfrage der Behörde
Die CADE hat die Untersuchung nun verschärft und am 17. eine formelle Anfrage gestellt. Gefordert werden Details zu Gebühren, technischen Anforderungen und Verträgen mit Entwicklern (via MacMagazine).
Apple muss diese Informationen bis zum 30. März liefern.
Rolle von PIX
Ein wichtiger Faktor ist das Zahlungssystem PIX, das seit 2020 genutzt wird und die dominierende Zahlungsmethode in Brasilien ist. Obwohl inzwischen auch kontaktloses Bezahlen möglich ist, setzt Apple diese Funktion nicht um.
Als Begründung führt Apple an, dass viele Nutzer weiterhin QR-Code-Zahlungen bevorzugen. Behörden sehen diese Entscheidung jedoch kritisch.
Weitere regulatorische Fragen
Zusätzlich steht im Raum, ob Apple als „Payment Transaction Initiator“ eingestuft werden könnte. Das würde strengere Vorgaben zur Öffnung des Systems und zur Zusammenarbeit mit anderen Anbietern bedeuten. Apple versucht offenbar, diese Einstufung zu vermeiden.
Bereits zuvor hatte Apple den brasilianischen Banken vorgeworfen, im Rahmen der Untersuchung gezielt gegen das Unternehmen vorzugehen.
Aktueller Stand
Apple hat sich bislang nicht öffentlich zur neuen Anfrage der CADE geäußert. Die Frist zur Stellungnahme endet Ende März.
Apple unter wachsendem Regulierungsdruck
Der Fall zeigt, wie stark Apple und andere Tech-Unternehmen im Zahlungsbereich unter Beobachtung stehen. Besonders der Zugang zu Technologien wie NFC wird zunehmend reguliert.
Die Entscheidung der brasilianischen Behörden könnte über den lokalen Markt hinaus Bedeutung haben und Einfluss darauf nehmen, wie Apple sein System künftig weltweit gestaltet. (Bild: Shutterstock / Runrun2)
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